Fundstück: Auf dem Lerchenberg, tags um halb eins

(Fundstück von Henryk M. Broder)

„Für antisemitische, diskriminierende und rassistische Inhalte” gebe es im Programm des ZDF „keinen Platz”, teilte die Leitung des Hauses einem Journalisten mit, der wissen wollte, wie es eine Slam-Poetin in das Autorenteam einer neuen, hippen und diversen Comedy-Serie geschafft hatte, mit der das ZDF junge Leute anlocken möchte, um das Durchschnittsalter seiner Zuschauer von 65 auf 64,5 Jahre zu drücken. Die Antwort belegt, wie ernst es das ZDF mit der Selbstverpflichtung nimmt. Es lagert den Antisemitismus einfach aus, in oder auf eine Firma, die für das ZDF Programme produziert. Und da kann dann auch eine „Junior-Gag-Autorin” mitwirken, die beim „Jerusalemtag” der Deutschen Jugend für Palästina ein Coming-out hatte, mit dem sie sich bei der Hamas als Pressesprecherin für die deutschen Gaue bewerben könnte. Für das ZDF war das offenbar eine „Jugendsünde”, inzwischen habe die Gag-Schreiberin „zu ihren Aussagen von 2015 Stellung bezogen, sie eingeordnet und sich dabei glaubhaft von Antisemitismus distanziert“, sich also selbst entlastet. Michael Hanfeld hat sich des Falles angenommen.

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