Angemessen und doch ein scheinheiliger Akt der Heuchelei

Eigentlich war die gestrige Danksagung an das Afghanistan-Corps der Bundeswehr durch die höchste militärische Ehrung, den „Großen Zapfenstreich“, ein feierlicher und erhabener Moment. Stellvertretend für die über 100.000 Soldaten, die über zwanzig Jahre gemeinsam mit anderen Truppen des Bündnisses in Afghanistan gegen den islamistischen Terror gekämpft haben, meldete der Offizier des Wachbataillons zwei Vertretern von ihnen den „Großen Zapfenstreich“. Einem Kommandoführer und einer Ärztin, die mehrfach in Afghanistan zum Einsatz kamen und sich dabei durch Mut und Tapferkeit ausgezeichnet haben. Der Moderator des ARD-Fernsehens beschrieb dies so: „Er führte im Gefecht und sie verband.“ Es ist zu hoffen, dass dieser Journalist für diese exakte Beschreibung eines Kampfeinsatzes nicht der „Frauenfeindlichkeit“ oder gar des „Sexismus“ bezichtigt wird. Denn Männlichkeit als Kategorie des Kampfes ist ebenso von der „political correctness“ längst geächtet, wie die Zuordnung von Sanftmut und Hilfe zur Weiblichkeit. Die Welt der Bundeswehr mit ihren Einsätzen hat mit der Mentalität dieses Landes so gut wie nichts mehr gemein. Und deshalb haftet dieser hohen Ehrung unserer Soldaten auch eine gehörige Portion Scheinheiligkeit an. 

Der Beitrag Angemessen und doch ein scheinheiliger Akt der Heuchelei erschien zuerst auf Tichys Einblick.

Leserbriefe

Nachrichten, Kommentare, Leserbriefe - News im Minutentakt.