Russischer Außenminister Lawrow vermittelte im Fall Billy Six

MOSKAU. Der russische Außenminister Sergei Lawrow hat sich aktiv für die Freilassung des in Venezuela inhaftierten deutschen Journalisten Billy Six eingesetzt. Wie das russische Außenministerium in Moskau der Nachrichtenagentur dpa bestätigte, habe sich Lawrow vergangen Donnerstag gegenüber seinem venezolanischen Amtskollegen Jorge Arreaza in Wien für die Freilassung von Six starkgemacht.

Noch am Dienstag nachmittag hatten Berliner Regierungskreise Behauptungen zurückgewiesen, wonach sich das russische Außenministerium für Billy Six engagiert habe. Ein solcher Zusammenhang sei nicht ersichtlich, hieß es zur JF.

Auch am Montag hatte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in der Regierungs-Pressekonferenz noch auf die Nachfrage nach einem russischen Engagement im Fall Billy Six versichert: „Über solche Vorgänge habe ich keine Kenntnis.“

Kontakt über AfD-Politiker

Edward Six, der Vater von Billy Six, hatte am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Berlin erklärt, es sei unter anderem der AfD und Lawrow zu verdanken, daß Six vergangenes Wochenende endlich freigelassen wurde. So habe die Ehefrau des AfD-Abgeordneten Petr Bystron den Kontakt zum russischen Botschafter in Wien hergestellt.

Dieser habe Lawrow einen Brief der Eltern von Billy Six sowie ein Schreiben Bystrons zukommen lassen, in denen diese um Hilfe für den Journalisten baten. Lawrow habe sich dann wiederum bei einem Treffen mit dem venezolanischen Außenminister für die Freilassung von Billy Six eingesetzt.

Dem Auswärtigen Amt sowie der deutschen Botschaft in Caracas wirft Six hingegen vor, sich weder um seine Freilassung noch um eine Verbesserung der Haftbedingungen bemüht zu haben. Rußland hatte sich bereits 2013 schon einmal für Billy Six eingesetzt, als dieser in Syrien inhaftiert war. Auf Vermittlung Lawrows kam dieser nach mehr als zweimonatiger Haft frei. (krk)

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