Nach Rückkehr: Six erhebt schwere Vorwürfe gegen Außenminister Maas

Am Tag nach der Landung in seiner Heimatstadt Berlin äußerte sich der Journalist Billy Six erstmals zur seiner Ansicht nach mangelhaften konsularischen Betreuung im venezolanischen Geheimdienstgefängnis.

Berlin. – Bei einer Pressekonferenz am Dienstag erhob Six, der unter anderem für die konservative Junge Freiheit schreibt, schwere Vorwürfe gegen das Auswärtige Amt, Außenminister Heiko Maas (SPD) sowie die deutsche Botschaft in Caracas. Dieses hätten es nicht nur verabsäumt, seine sofortige Enthaftung zu beantragen, sondern Unternehmungen in diese Richtung sogar noch untergraben.

Botschaft behinderte Fall angeblich

So sei es erst nach mehrfacher Aufforderung durch den venezolanischen Geheimdienst SEBIN zu einem Besuch von Botschafter Kriener im berüchtigten Gefängnis ‚El Helicoide’ gekommen. Die Weigerung der deutschen diplomatischen Vertretung sei so weit gegangen, dass weder notwendige Medikamente noch entlastendes Material weitergeleitet wurden.

Bereits kurz nach seiner Landung hatte Six seine Desillusion mit der Arbeit der deutschen Bundesregierung zu Protokoll gegeben. Am Montagabend sagte er: „Mein größter Gegner war nicht der Diktator von Venezuela, sondern die deutsche Regierung.“

Scharfe Kritik an Einsatz der Bundesregierung

Diese Anschuldigungen vertiefte er nun. Er kritisierte, dass die Regierung zwar die Freilassung eines venezolanischen oppositionellen Journalisten forderte – nicht aber seine eigene. Damit hat der 32-jährige offenbar zu knabbern: „Wir können als Bundesbürger nicht mehr sicher sein, daß uns die Regierung im Ausland hilft.“

Deutsche Politik zeigte wenige Unterstützung

Dem nicht genug: Eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft hätte sich sogar über die Aktivität seiner Eltern in Deutschland beschwert. Diese starteten eine Solidaritätskampagne und forderten die Bundesregierung auf, sich für die Freilassung ihres Sohnes einzusetzen.

Außerdem wandten sie sich schriftlich an sämtliche Abgeordneten des Bundestags – von denen sich allerdings neben der AfD nur wenige Vertreter der anderen Parteien für Six – einer von der CDU, einer von der Linkspartei – einsetzen wollten. Nach Angaben der Eltern von Billy Six war ein Kontakt des AfD-Abgeordneten Petr Bystron zum russischen Außenminister Sergej Lawrow letztlich ausschlaggebend für die Enthaftung.

Mediales Interesse zeitweise gering

Six befand sich insgesamt beinahe vier Monate in venezolanischer Geheimdiensthaft. Wegen des Vorwurfs unter anderem der Spionage und Rebellion drohten ihm bis zu 28 Jahre Haft. Obwohl die renommierte NGO Reporter ohne Grenzen über Monate die sofortige Freilassung forderten, hielt sich das mediale Interesse am Fall zeitweise in Grenzen. Die Tagesstimme hingegen berichtete ausführlich über Six’ Martyrium im südamerikanischen Land.

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