Kopftuch: Linnemann (CDU) fordert Verbot für Mädchen unter 14 Jahren

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Carsten Linnemann, fordert ein bundesweites Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren.

Berlin. – Gegenüber der „Rheinischen Post“ spricht sich Linnemann für diese Maßnahme aus, um eine Freiheitseinschränkung junger Mädchen vorzubeugen.  Das Kopftuchverbot für unter 14-jährige soll sicherstellen, dass diese nicht in ihrer Freiheit eingeschränkt werden. Sie sollen nicht weniger „frei und unbeschwert“ leben als Jungen gleichen Alters, so Carsten Linnemann. 

„Genauso frei und unbeschwert wie Jungen“

Ähnliche Bestreben gab es seitens der nordrhein-westfälischen Landesregierung bereits letztes Jahr. Eine Umsetzung soll dort bis 2019 erfolgen, wie „die Welt“ berichtet. In dem vorliegenden Antrag wird unter anderem der familiäre Zwang thematisiert, welcher dem Tragen eines Kopftuchs zugrunde liegen kann. 

Laut Eigenangabe gegenüber der „Rheinischen Post“ beteuerte nun der CDU/CSU-Bundesfraktionsvize, dieses Bestreben auf gesamter Bundesebene umsetzen zu wollen. Gespräche mit Innenpolitikern seiner eigenen Fraktion fänden bereits statt.

„Im Islam nicht vorgeschrieben“

Seine Forderung begründet Linnemann mit der Aussage, dass das Tragen eines Kopftuchs im Islam erst ab dem Überschreiten der Pubertät verpflichtend sei. Somit falle das Kopftuch an sich nicht in die Kategorie der religiösen Symbole, wodurch ein Verbot für Mädchen unter 14 Jahren rechtfertigbar wäre.

Mit einer solchen Regelung wäre man in Europa nicht alleine. Auch Österreich hat konkrete Pläne für ein Kopftuchverbot in einigen Bildungseinrichtungen – allerdings vorerst nur in Volksschulen und Kindergärten. In Frankreich sind bereits seit Jahrzehnten sämtliche großen religiöse Gegenstände sowohl für Schüler als auch Lehrer generell verboten – also neben Kopftüchern auch Kippas und größere Kreuze.

Schleswig-Holstein: CDU-Bildungsministerin mit Kritik

Die Schleswig-Holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (ebenfalls CDU) übte unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorhabens Kritik. Laut Prien stelle das geplante Verbot einen Eingriff in das Familienrecht dar. Weiter betont sie, dass eine solche Forderung gerade vor dem Hintergrund des unlängst stattgefundenen Christchurch-Attentats „unverständlich“ sei. 

Statt einem Kopftuchverbot setze sich die Bildungsministerin für eine „Debatte mit Maß und Mitte“ innerhalb der CDU ein, betont sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Der Zeitpunkt für die Debatte dürfte opportun sein: Erst gestern bestätigte der bayerische Verfassungsgerichtshof die Rechtmäßigkeit eines Kopftuchverbots für Richterinnen und Staatsanwältinnen – Die Tagesstimme berichtete.

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