Farage für zweites Referendum

Junge Freiheit

LONDON. Der frühere UKIP-Chef Nigel Farage kann sich ein zweites Referendum über den EU-Austritt Großbritanniens vorstellen. „Ich komme an den Punkt, an dem ich glaube, wir sollten ein zweites Referendum über die EU-Mitgliedschaft haben“, sagte Farage Kanal 5 des britischen Fernsehens.

Damit könne der Streit für eine Generation lang beigelegt werden. Er ist sich sicher: „Der Anteil derer, die beim nächsten Mal für den Austritt stimmen würden, wäre viel größer als beim letzten Mal.“

Harsche Kritik an Farage aus dem Brexit-Lager

Farages Vorstoß ist eine Reaktion auf Forderungen des früheren Premierministers Tony Blair (Labour) und des früheren stellvertretenden Premierministers Nick Clegg (Liberaldemokraten) nach einem zweiten Votum. „Die Menschen haben abgestimmt, ohne über die Bedingungen eines Austritts Bescheid zu wissen“, monierte Blair. Es sei ihr Recht, ihre Meinung zu ändern.

Unterdessen erntete Farage für seinen Vorstoß viel Kritik aus dem Brexit-Lager. „Nigel bekommt damit viele Schlagzeilen, liegt aber falsch“, schrieb der UKIP-Europaabgeordnete Patrick O’Flynn auf Twitter. „Wir hatten eine Abstimmung, die in einer Generation nur einmal stattfinden kann und jetzt ist es der Job der Regierung, dieses Votum umzusetzen.“

Der Tory-Unterhausabgeordnete Crispin Blunt stellte gegenüber der Daily Mail Farages geistigen Zustand in Frage: „Ist er verrückt geworden? Instinktiv scheint er mir geistesgestört zu sein.“ Selbst aus der Labour-Partei kam eine Rüge. „Die Öffentlichkeit hat kein Interesse an einem zweiten Referendum – das wäre nur eine Seifenoper mit zweitklassigen Schauspielern“, sagte der Unterhausabgeordnete John Mann. Statt dessen solle man mit dem demokratischen Mandat fortfahren, das die Wähler der Regierung im Juni 2016 gegeben hätten. (tb)

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