„Bunte“ Menschenkette in Kandel wurde vorerst abgesagt

David Berger

Ein Gastbeitrag von A.R. Göhring

Die vom Karnevalsverein Bi-Ka-Ge für Sonntag geplante Menschenkette ist um drei oder vier Wochen nach hinten verlegt worden. Grund sei der Zeitpunkt der Aktion kurz nach der Trauerfeier am 11.1. für das ermordete Mädchen, sagte Karnevalistenchef Schöttinger. Der Termin sei bei der Planung für die Menschenkette noch nicht bekannt gewesen. (Lesen Sie die Kommentare im Link!)

Das erscheint alles andere als glaubhaft. Wie Philosophia perennis berichtete, lief die Facebook-Seite vor Kommentaren empörter Bürger bald über und wurde deswegen abgeschaltet. In der „Rheinpfalz“ behauptet Schöttinger nun, die um die Mittagszeit etwa 650 Kommentare seien teils „übelster Sorte“ gewesen, und dass ihnen etwa 800 „positive Reaktionen“ gegenüber stünden.

Nach PP-Recherchen stimmt die erste Behauptung; die zweite ist frei erfunden. Mindestens 80% der Kommentare waren kritisch, die allermeisten aber sachlich und von der Meinungsfreiheit völlig gedeckt (siehe Zitate auf PP am 10. Januar). Nur einige wenige Texte ließen wegen der Benutzung bestimmter Phrasen auf die „rechte Ecke“ schließen. Die Kommentarspalte des Pfalz-Expreß, die noch einsehbar ist, unterstützt diesen Eindruck.

Die 800 „positive Reaktionen“ kämen noch nicht einmal dann zusammen, wenn alle Mehrfach-Kommentare einzelner Unterstützer zusammengerechnet würden. Die falsch angegebene Zahl der Positiv-Texte mag der Hauptgrund sein, warum die FB-Seite des Vereins abgeschaltet wurde. Oder war Schöttinger, und nicht zuletzt dem umstrittenen Bürgermeister Poß peinlich, wie negativ ihr Verhalten in der Mia-Affäre von der Bevölkerung gesehen wird?

Ein Einsehen haben Poß, der Karnevalist und Mitorganisatoren denn auch nicht. „Klar, wir müssen was machen“, so Schöttinger. Das Treffen habe gezeigt: „Kandel hält zusammen.“

Der Zusammenhalt, den Schöttinger behauptet, gibt es in Kandel absolut nicht. Ein örtlicher Kontakt von PP teilte uns mit, dass es in der Stadt gewaltig rumore. Die Stimmung sei „sehr aufgeheizt, mit leichter Mehrheit“ für die Kritiker der bunten Multikultipolitik.

Daß die Stadtoberen unbedingt etwas machen sollten, steht indes außer Frage. Die katastrophale Kommunikationspolitik von Poß und Co. im Mordfall Mia Valentin legt den Rücktritt des SPD-Bürgermeisters und des Chefkarnevalisten nahe.

Davon sind die beiden aber wohl weit entfernt: Poß erstattete Anzeige gegen „Drohungen per Mail“. Offenbar fürchtet sich die Verwaltung mittlerweile vor den eigenen Bürgern. Teilweise werden Besucher nur nach Sichtkontrolle in die Amtsgebäude gelassen. Zudem wurde der Flüchtlingstreff in der Begegnungstätte „Max und Moritz“, in dem seit 2015 offenbar „minderjährige“ Flüchtlinge mit tatsächlich minderjährigen Mädchen zusammengeführt wurden, geschlossen.

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