Nasrin Sotudeh im Iran zu 38 Jahren Haft und 149 Peitschenhieben verurteilt

Der Islam ist in seiner Ideologie überholt und archaisch. Dass Frauen ein Kopftuch tragen müssen, sei mit den Gegebenheiten einer zivilisierten Kultur nicht zu vereinbaren und verstoße gegen die Gleichberechtigung der Geschlechter. Das sagt Nasrin Sotudeh, Menschenrechtsaktivistin im Iran. Sie setzt sich in ihrer Heimat für mehr Rechte der Frauen ein und hat vor Gericht bereits mehrfach rechtlich Frauen vertreten, die gegen die im Land geltenden Kopftuchvorschriften protestiert hatten. Im Iran müssen Frauen in der Öffentlichkeit ein Kopftuch tragen; so wollen es die obersten Rechtshüter in der islamischen Republik.
Für ihr Eintreten für diese Frauen, ihre Kritik an der Staatsführung und am Islam, sitzt Nasrin Sotudeh seit vergangenem Juni im Evin-Gefängnis in Teheran ein. Dieses Gefängnis ist berüchtigt für seinen menschenunwürdigen Umgang mit Gefangenen. Folter, sexueller Missbrauch der Gefangenen und das Einkerkern in Mini-Zellen (1 x 2 Meter) gehören dort zur Tagesordnung.
Zunächst wurde Sotudeh von einem Gericht zu fünf Jahren Haft wegen staatsfeindlicher Propaganda und weiteren zwei Jahren Haft wegen Beleidigung des obersten Führers Ali Chamenei belegt. Jetzt hat ein Gericht ein weiteres Urteil gegen Sotudeh wegen angeblicher Spionagetätigkeit und Propaganda gegen die islamische Ordnung veruteilt. Insgesamt wurden ihr 38 Jahre Haft aufgebrummt. Zudem sollen ihr 148 Peitschenhiebe verabreicht werden.
Das ist das Gesicht des angeblich so friedlichen Islam, der sogenannten »Religion des Friedens«, die hierzulande propagiert und dessen Einführung von Altparteienvertretern massiv unterstützt, gefördert und gefordert wird. Dort, wo der Islam herrscht, begehren die Frauen gegen ihn auf. Weil er archaisch ist, überholt und Frauen herabsetzt. Hier, wo er (noch) nicht herrscht, wird er propagiert…

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