ANSAGE: Kunstwerke umbenannt, Sprache nach Vorschrift: Orwell lässt grüßen



Wandmalerei zum Thema Zensur (Foto: Pixabay)

Zu Wochenbeginn meldete „Bild“ in heller Aufregung, dass die Sprachpolizei nun 143 Kunstwerke der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden umbenannte, weil ihre – teils jahrhundertealten – Bezeichnungen ‚rassistisch‘ oder ‚diskriminierend‘ sein sollen. „Wir maßen uns nun also an, über alles zu richten, ohne jeglichen Respekt vor der Geschichte„, so Claus Strunz in „ViertelNachAcht“ auf „Bild Live.

Erinnern wir uns? Also, im benachbarten Ausland, da erinnert man sich. Die Springer-Presse begleitete über Jahre Angela Merkels Marsch durch die Institutionen äußerst wohlwollend. Deren ökolinke Realpolitik trägt die Hauptschuld daran, dass nicht nur die staatlichen ÖRR-Sendeanstalten ARD und ZDF heutzutage gegenderten Magerquark auf den Lippen tragen und sämtliche politischen Sendungen dort nach politisch korrekter Grün-Propaganda stinken. Strunz‘ Worte stehen auch für den U-Turn bei Springer. Aber ist es wirklich so – Merkel geht und die demokratische Normalität kehrt zurück?

Der „Basel Express“ schrieb einst: „Eine Symbiose von Presse und Politik. Die Duzfreundinnen Friede Springer und Angela Merkel haben eine enge, am Nutzen orientierte Beziehung. Auf der einen Seite der Springer Verlag – das mächtigste Presseorgan in Deutschland, auf der anderen Seite die Bundeskanzlerin, die gerne ihren Nutzen daraus schlägt. Das Ergebnis findet sich so gut wie jeden Morgen in der Bild-Zeitung: ‚Kanzlerin der Herzen‘, ‚Super-Merkel‘, ‚Standfeste Powerfrau‘, ‚Eiserne Kanzlerin‘, ‚Mächtigste Frau der Welt‘„. Immerhin ist „Bild“, spätestens seit dem mehrheitsbestimmenden Ausbau der Anteile des US-Investors KKR, deutlich kritischer geworden – und das zu Recht.

Merkels Vermächtnis

Was uns diese Kanzlerin beschert hat, ist mittlerweile überall zu besichtigen. Eine demokratische Streitkultur gibt es in der hysterischen GaGa-Republik nicht mehr, da die politische Linksverschiebung in dieser Republik die bürgerliche Zivilgesellschaft schwer beschädigt hat. „Spaltung dank einseitig verrenkter Haltung“ könnte man das auch nennen. Von allen Seiten hagelt und regnet es Vorschriften, Verbote und Lenkungsgebote. Sprachpolizisten kontrollieren Land und Leute, Denk- und Sprechverbote werden lanciert und kontrolliert, die Ächtung der nichtlinken Andersdenkenden läuft auf Hochtouren und bis ins kleinste Karo hinein. Es vollziet sich etwas grauenvolles, es ist die Realität, wie zwischen zwei Buchdeckeln bereits erahnt und einst beschrieben.

George Orwells „1984“ wird zum realen Wahn, zum denkbar größten Irrsinn aller Zeiten. Dabei hatte es dafür bereits Vorboten ohne Ende gegeben, wie etwa Wolf Lepenies vor über 12 Jahren, im Juni 2009, in der „Welt“ über „1984“ schrieb: „Das Werk war ein gefundenes Fressen für die West-Propaganda, obwohl es der Autor gar nicht als Angriff auf den Sozialismus angelegt hatte. Vor 60 Jahren erschien George Orwells Roman ‚1984‘, eines der brisantesten Bücher der Geschichte. Wer es in der DDR las, kam ins Gefängnis.“ Tatsächlich, Orwells Buch war hochbrisant. Es wurde über die Jahre immer wieder zitiert, weil es um eine hinterfotzige Pervertierung der Werte durch skrupellose Eliten und politische Machthaber ging. Jetzt gerät das Buch zur realen Beschreibung dessen, was ist. Merkels Linksrutsch läßt den Kraftquell immer mehr erkennen, den sie quasi aus der Uckermark zu uns brachte. Die inzwischen nahezu völlig rehabilitierte Linkspartei regiert bereits im Osten, in in Koalitionen im Westen und gern gesehener Gast in Talkshows. Lenin und Stalin grinsen.

„1984“ als Zustandsbeschreibung

Die „Saarbrücker Zeitung“ wagte vor zweieinhalb Monaten einen aufschlußreichen Test, und durchforstete das Programmangebot der Parteien mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl. Die Redaktion wollte vor allem wissen, welche Partei was und wieviel verbieten lassen möchte. Kein ganz überraschendes Ergebnis: Die aus der SED herausgewundene Linke ist Spitzenreiter beim Verbotsranking. Die Zeitung kommentiert hierzu: „In keinem anderen Wahlprogramm finden sich so viele Verbotsideen wie auf den 122 Seiten der Linken – über 30. Sieg für die Partei der Spitzenkandidaten Dietmar Bartsch und Janine Wissler. So macht sie sich etwa für ein Waffenexportverbot stark. Auch soll die Leiharbeit verboten werden, Räumungen in die Wohnungslosigkeit, Billigflaggen für deutsche Reedereien sowie Anbau und Handel mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Darüber hinaus will man Lobbyisten-Spenden an Parteien untersagen, genauso wie Werbung und Sponsoring für Tabak- und Alkoholprodukte in der Öffentlichkeit. Und: Was Flugverbote angeht, sind die Linken sehr konkret – sie planen das Aus für Flüge zu Zielen, die mit dem Zug in bis zu fünf Stunden erreichbar und die nicht weiter als 500 Kilometer entfernt sind. Nebenbei: Der Handel mit Echt-Pelz und ein Spielautomatenverbot in Kneipen stehen ebenfalls auf der Liste.

Verbieten, gebieten, vorschreiben, an die Hand nehmen, drohen, sanktionieren, zensieren, totschweigen, belehren, unterdrücken, ausgrenzen, ausschließen, anprangern, beschimpfen, bedrohen, angreifen, mundtotmachen, verprügeln. Sämtliche genannten Attribute finden heute in der politischen Auseinandersetuung statt. Von verdeckt bis offen, von heimlich bis staatlich, von organisiert bis chaotisch – diese kaputte neue Welt des politisch Korrekten ist unwirklich und doch real. Was kommt nach der Wahl?

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