Impfprämie statt Impfpflicht oder weiterer Grundrechtsentzug

Die Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 sind nicht mehr wirklich knapp. Das gilt zumindest für die westlichen Länder einschließlich Deutschland. Nun ist die mangelnde Impfbereitschaft der noch nicht geimpften Menschen der Engpassfaktor. Das drastischste Mittel dagegen wäre eine Impfpflicht. Diese wäre jedoch ein weiterer schwerer Grundrechtseingriff, zumal die verschiedenen Impfstoffe nicht völlig risikolos und lange bewährt sind. Etwas milder als eine Impfpflicht sind Nachteile für Ungeimpfte. Kanzleramtsminister „Braun erwartet Einschränkungen für Nicht-Geimpfte – Laschet widerspricht“. Die hoffentlich bald erfolgende Ablösung von Frau Merkel könnte also auch in dieser Frage einen echten Unterschied machen.

Warum sollten Ungeimpften Grundrechte vorenthalten werden, wenn sie vor allem sich selbst gefährden? Negative Corona-Tests sind nicht absolut sicher, doch auch Geimpfte können infiziert und infektiös sein. Der Hauptnutzen der Impfung besteht darin, dass die Geimpften viel seltener schwer erkranken oder gar sterben an COVID-19. Von daher könnte man es auch jedem selbst überlassen, ob er sich impfen lassen will oder nicht. Allerdings gibt es auch gesellschaftliche Vorteile, wenn sehr viele Menschen geimpft sind. Das spart z. B. Kosten im Gesundheitssystem und schützt auch Menschen, die sich gar nicht impfen lassen können oder sollten.

Wie wäre es deshalb mit einer „500 Euro Prämie fürs Impfen?“ Damit könnte voraussichtlich eine Impfquote von 90 Prozent (der Erwachsenen) relativ günstig und ohne Verletzung von Grundrechten erreicht werden. Viele fordern ein bedingungsloses Grundeinkommen. Viel besser ist jedoch eine solche bedingte Zahlung, wenn Bürger etwas Sinnvolles tun, was sowohl die Gesundheit als auch die Grundrechte schützt und insgesamt sogar Geld spart. Damit profitieren sogar diejenigen davon, die sich trotzdem nicht impfen lassen wollen und auf die Prämie verzichten.

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