Immer mehr hochrangige Sportler sagen Olympia-Teilnahme ab

Bei sportlichen Großereignissen sind nicht nur die Leistungen der Sportler für ein gutes Gelingen ausschlaggebend. Auch und gerade die Zuschauer sind es, die solchen Verantstaltungen den passenden Rahmen geben. Die Fußballeuropameisterschaft hat das – teilweise – eindrucksvoll belegt, auch die gerade stattfindende Radrundfahrt »Tour de France« ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass es ohne Zuschauer nun einmal nicht dasselbe ist. Hierzulande versuchen zwar Covid-Panikmacher insbesondere das Spiel im vollbesetzten Ferenc-Puskás-Stadion zu diskreditieren, allerdings wird ihre Propaganda von der Faktenlage ad absurdum geführt: die Inzidenz in Ungarn ist zurückgegangen.
Für viele Sportler gehören Zuschauer dazu. Die von der Präfektur in Tokio und dem Nationalen Olympischen Kommitee (NOK) Japans verhängte Aussperrung der Zuschauer wird daher von zahlreichen hochrangigen Sportlern massiv kritisiert. Weil ihnen aber klar ist, dass sie keinen Einfluss auf die politischen Entscheidungen nehmen können, greifen sie zum letzten ihnen verbliebenen Mittel: sie sagen ihre Teilnahme an den Spielen in Tokio ab. Vor allem bei den Tennisspielern ist die Zahl der Absagen auffällig hoch. Neben dem Schweizer Roger Federer sagten auch der Kanadier Denis Shapovalov, der Grand-Slam-Rekordchampion Rafael Nadal (Spanien) und der US-Open-Sieger Dominic Thiem (Österreich) sowie der Australier Nick Kyrgios ab. Auch aus Deutschland hagelt es Absagen. Profi-Golfer Martin Kaymer fährt nicht nach Tokio, Tennisspielerin Angelique Kerber hadert aktuell noch, zahlreiche Sportler des DLV (Deutscher Leichtathletikverband) haben ihre Teilnahme bereits abgesagt.
Experten gehen davon aus, dass die TV-Einschaltquoten deutlich unterhalb der prognostizierten Werte bleiben werden, ähnlich wie bei der Fußball-Europameisterschaft. Bei der verpassten ARD und ZDF die anvisierten Ziele um Längen. Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der die Übertraungsrechte in Deutschland inne hat, werden die Olympischen Spiele laut Expertenmeinung ein einziges finanzielles Desaster. Es wird davon ausgegangen, dass die schlechten Einschaltquoten und die damit verbundenen Einbußen genutzt werden, um anschließend wieder mehr Geld durch eine GEZ-Erhöhung zu fordern.
Bei der vor wenigen Tagen zu Ende gegangenen Fußballeuropameisterschaft jedenfalls haben ARD und ZDF ordentlich »Miese« gemacht. Nicht zuletzt deshalb, weil man jedes Spiel mit einem massiven Aufgebot an Kommentatoren, Co-Kommentatoren (meist ausrangierte ehemalige Balltreter, die sich ins Licht der Öffentlichkeit drängen wollen), etlichen »Feldreporten« und jeder Menge sogenannter »Experten« im Studio übervölkerte. Aber: die Zuschauer wollten das ganze Gefasel und Geschwafel jener Leute weder hören noch sie sehen. Also schalteten sie um und schauten die Spiele lieber im Stream. Genau das erwarten Experten auch von den Olympischen Spielen: der Zuschauer daheim verabschiedet sich vom betreuten Denken seitens ARD und ZDF und sucht sich im Netz die für ihn interessanten Sportarten aus, ohne dass er sich permanent mit unterschwelligern und offensichtlicher linientreuer Politpropaganda die Ohren volldröhnen lassen muss.

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