Die Frauenquote im Bundestag als Waffe der Linken


• Weiterlesen •

Die SPD-Parteivorsitzende Andrea Nahles fordert angeblich aus Gründen der Gleichberechtigung die so genannte Parität der Geschlechter im Bundestag, d.h. 50 % der Abgeordneten sollen Männer bzw. Frauen sein. Das zweite X-Chromosom soll den Betreffenden helfen, die vermeintliche strukturelle Ignoranz bzw. Ablehnung der männerdominierten Politik zu überwinden. Keine Partei außer der AfD möchte riskieren als rückständige Chauvinisten dazustehen, sodass sich sogar die irgendwann mal liberal gewesene FDP und natürlich die zur Unkenntlichkeit zermerkelte CDU/CSU dieser Forderung anschließt. Damit gibt es vermutlich kein Halten mehr.

Es liegt auf der Hand, dass eine solche Quotenregelung in einer Partei zu Spannungen führen kann, je stärker die Quote vom tatsächlichen Frauenanteil der Mitglieder abweicht. Ende 2017 waren 39,8 % der SPD-Mitglieder, 36,5% der Linke-Mitglieder und 32,5 % der Grünen-Mitglieder solche ohne Glied. Wesentlich deutlicher unter 50 % liegt der Frauenanteil bei den mehr oder weniger konservativen bzw. rechteren Parteien CDU/CSU, FDP und AfD, und zwar zwischen 26,2 % bei der CDU und lediglich 17 % bei der AfD.
Interessanterweise haben also „«linke» Parteien einen größeren Frauenanteil als «rechte». Und passenderweise kommt die Forderung von der linken Flanke. Es geht hier nicht nur um Gleichberechtigung; es handelt sich hier um eine linke Strategie, rechten Parteien zu schaden, da es viel weniger Frauen in konservativen und rechten Parteien gibt. Das ist so, da Frauen tendenziell linker eingestellt sind als Männer und konservative Frauen oftmals weniger an Politik interessiert sind als linke Frauen. Je kleiner der Frauenanteil ist, umso mehr Frauen werden lediglich aufgrund ihres Geschlechts zu Abgeordneten und umso mehr fähige Männer blicken in die Röhre. Dafür sind dann vermutlich alle fähigen Frauen drin, aber auch viele weniger fähige. Das nimmt den Parteien mit geringerem Frauenanteil effektiv Kraft und Kompetenz und macht es ihrem linken politischen Gegner leichter.

Überdies heißt es zur Linken, die weibliche Hälfte der Bevölkerung sei politisch nicht repräsentiert. Das ist ein schwerer Vorwurf. Er ist erstens dogmatisch und zweitens kurz gedacht. Haben Frauen denn kein Wahlrecht und nehmen sie dieses denn nicht wahr? Und warum sollten Frauen von Männern überhaupt nicht politisch vertreten werden können?

Ideologisch geht es auch zu bei der der Interpretation des Grundsatzes der Gleichberechtigung: Handelt es sich um ein Recht auf gleiche Ausgangsbedingungen oder ein Recht auf das gleiche Ergebnis? Darum dreht sich schon immer der Streit zwischen Wirtschaftsliberalen und Sozialisten. Letztere werden nicht müde, die soziale Gerechtigkeit als Kampfbegriff zu verwenden, als ob es keine andere Interpretation davon geben könnte als die Gleichheit des Ergebnisses. Da wird die heutige linke Deutungshoheit der Begriffe wieder einmal deutlich.
Wenn schon Quoten, wäre es nicht gerechter, wenn die Parteien die Geschlechterverteilung ihrer Abgeordneten an die Geschlechterverteilung ihrer Mitgliedschaft anglichen? Und warum eigentlich Quoten fürs Geschlecht und nicht für die Haar- oder Augenfarbe, die Altersgruppe oder die Körpergröße?

Die Unart der Linken, Ergebnisse durch einen Federstrich herbeizuführen, für die die funktionale Grundlage nicht gegeben ist, richtet in allen Bereichen der Politik und Wirtschaft Schäden an. Dabei wusste es Karl Marx selbst besser: Erst ändern sich die wirtschaftlichen Verhältnisse und dann die politischen.

Hat dir der Beitrag gefallen?

Spendier uns eine Kleinigkeit, um den Blog zu unterstützen:





5,00

Zahlungsmethode auswählen

Persönliche Informationen




Spendensumme:


€5,00

Quellen:
http://www.kn-online.de/Nachrichten/Politik/SPD-Chefin-Nahles-will-mehr-Frauen-im-Parlament
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/192247/umfrage/frauenanteil-in-den-politischen-parteien/

Bild: Pixabay

The post Die Frauenquote im Bundestag als Waffe der Linken appeared first on Young German.