Frankreich: Regierung will Vater und Mutter durch „Eltern 1 und 2” ersetzen

Ein geplanter Gesetzesentwurf sorgt in Frankreich derzeit für große Empörung. Kritiker warnen vor einer weiteren Zerstörung der traditionellen Familie.

Paris. – Die Befürchtungen vieler Konservativer und Gegner der Homo-Ehe könnten in Frankreich nun wahr werden. Durch einen Gesetzesentwurf der Regierung sollen auf Formularen staatlicher Schulen „Vater” und „Mutter” künftig durch die Begriffe „Elternteil 1” und „Elternteil 2” ersetzt werden.

Im Namen der Gleichheit

Damit solle der neuen „familiären Diversität” an Schulen Rechnung getragen werden, argumentierte Valérie Petit, Abgeordnete aus Macrons Regierungspartei, laut Berichten mehrerer deutscher und österreichischer Medien. Petit zufolge seien „Vater” und „Mutter” „diskriminierende Begriffe”, auf die man „im Namen der Gleichheit aller Schüler” verzichten müsse.

Das sorgt erwartungsgemäß für große Empörung bei Konservativen und Rechten, die durch die geplante Maßnahme eine weitere Zerstörung der traditionellen Familie befürchten. Besonders brisant ist der Gesetzesentwurf, weil im Jahr 2013 Frankreichs damalige Justizministerin Christiane Taubira Kritikern der „Ehe für alle” das Versprechen gab, keine geschlechtsneutralen Begriffe wie „Elternteil 1” und „Elternteil 2” einzuführen.

Le Pen warnt vor „Zivilisationswandel”

Marine Le Pen, Vorsitzende des Rassemblement National, zeigte sich nun besonders empört darüber, dass sich Frankreich auf dem Weg in eine „geschlechtlich neutralisierte Gesellschaft” befinde. Unter Präsident Emmanuel Macron treibe die Regierung jetzt den „Zivilisationswandel” bewusst voran, während die öffentliche Aufmerksamtkeit auf die „Gelbwesten” gerichtet sei, so Le Pen.

Kritik kam auch vom Vorsitzenden der konservativen Partei, Laurent Wauquiez, der umgehend ankündigte, die geplante Gesetzesänderung rückgängig machen zu wollen, sollte seine Partei wieder in die Regierung kommen.

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