Bundeswehr endlich aus Afghanistan abgezogen

Frau ‚Merkel w[ollte die] Bundeswehr nicht wie versprochen aus Afghanistan abziehen‘. Trotzdem ist heute die „Letzte Bundeswehr-Maschine aus Afghanistan in Deutschland gelandet“, weil US-Präsident Joe Biden sich zwischenzeitlich doch für einen Abzug der US-Truppen entschied, wie ihn sein Amtsvorgänger Donald Trump bereits versprochen hatte.

Die westliche Militärpräsenz in Afghanistan dauerte fast 20 Jahre. Ursache waren die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, woraufhin erstmals der Bündnisfall ausgerufen wurde. Ende 2001 entschied sich die rot-grüne Bundesregierung mit Zustimmung von Union und FDP zur Entsendung der Bundeswehr nach Afghanistan. Dieser Einsatz sollte eigentlich nur ein halbes Jahr dauern. Der Sturz der Taliban, die offen Al-Kaida unterstützten und Zuflucht gewährten, war den USA schon vorher gelungen, doch alle weiteren, gar nicht genau definierten Einsatzziele wurden nicht erreicht, auch wenn manche die Lage jetzt schönreden wollen.

Es ist absehbar, dass die Taliban wieder die Macht in Afghanistan übernehmen und sich u. a. auch an lokalen Unterstützern der Bundeswehr rächen werden. Nur eine offene Unterstützung internationaler Terroristen werden sie sich dann wohl etwas besser überlegen. Denn rein militärisch könnten sie schnell wieder gestürzt werden. Doch es ist eben nicht möglich, Afghanistan dauerhaft besetzt zu halten, wirklich zu befrieden oder gar zu demokratisieren.

Die Bundeswehr hat über zwei Jahrzehnte fast 160.000 Soldaten dorthin entsandt, von denen 59 ihr Leben verloren, während noch viel mehr Afghanen starben. Die (Zusatz-)Kosten lagen allein für die Bundeswehr bei rund 12 Milliarden Euro. Genützt hat es nichts. Es hat nicht einmal zu politischer Einsicht geführt, sondern in Mali wird ähnlich planlos agiert und die meisten Parteien wollen noch mehr Auslandseinsätze.

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