EZB will Immobilienpreise in den Verbraucherpreisindex aufnehmen

„Warum Hauspreise künftig in die Inflation einfließen sollen“, ist mir nicht wirklich klar. Aktuell würde die ohnehin schon zu hohe Inflationsrate (siehe ‚EZB will noch mehr Anleihen kaufen trotz zu hoher Inflation‘) dadurch noch etwas steigen, während in einer Krise die Deflationsgefahr größer erschiene. In jedem Fall handelt es sich bei Immobilien eher um Vermögenswerte als Konsumgüter. Durch die steigenden Preisen werden die Hausbesitzer zumindest rechnerisch reicher. Davon profitieren auch Hauskäufer, für die es mehr auf die Finanzierungskosten ankommt. Niedrige Zinsen treiben die Immobilienpreise, doch zugleich senken sie den Zinsaufwand, was für viele (potentielle) Käufer wichtiger sein dürfte.

Richtig wäre ein Einbezug der Kosten des Wohnens, wobei Mieten bereits berücksichtigt werden, nicht aber die Kosten selbstgenutzter Wohnungen und Häuser, die vor allem der Staat in die Höhe treibt. Die Immobilienpreise bilden diese Kosten aber nicht richtig ab, da die höheren Hauspreise zugleich einen entsprechenden Vermögenswert darstellen und die Finanzierung eher leichter wird. Für Hausbesitzer ist es deshalb ein größeres Problem, wenn die Immobilienpreise fallen und die Häuser vielleicht sogar weniger wert werden als die mit ihnen besicherten Hypotheken. Niedrigzinsen erhöhen diese Gefahr, die sich allerdings erst bei wieder steigenden Zinsen realisiert.

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