Merkel: Heute impfen wir Deutschland – und morgen die ganze Welt

Noch im Februar konnte die Kanzlerin der (Pharma-)Herzen auf die Frage, wann denn diese Pandemie eigentlich zu Ende sei, eine überraschend klare Antwort geben: Die Krise sei dann beendet, wenn „jedem Deutschen ein Impfangebot gemacht wurde„. Wie so vieles, gilt heute auch dieses – zwar fragwürdige, aber zumindest konkret fassbare Ziel – inzwischen auch nicht mehr.

Denn mittlerweile hat Angela Merkel eine neue Definition dafür, wann diese sogenannte Pandemie vorbei sein wird: Dies werde erst dann der Fall sein, „wenn die ganze Welt geimpft ist„, so die Kanzlerin heute. Es wurde also nicht nur mal eben die Zahl der zu impfenden Menschen von 82 Millionen auf knapp 8 Milliarden um den Faktor 96 erhöht; sondern nach Merkels Logik kann die Wiederherstellung rechtsstaatlicher Verhältnisse und die Reinstitutition willkürlich eingeschränkter Grundrechte erst dann erfolgen, wenn der gesamte Erdball dem deutschen Beispiel gefolgt sein wird.

Und Merkel hat noch mehr in petto: Sie entblödete sich nicht, heute darauf hinzuweisen, von Entwarnung könne noch lange nicht die Rede sein, denn die Inzidenz sei noch immer „dreimal so hoch wie vor einem Jahr“. Konkret sagt sie damit: Dass vor einem Jahr drei von hunderttausend Menschen (überwiegend symptomfrei) infiziert waren und jetzt acht bis neun, sei ein Grund zu Besorgnis.

Religiöse Verklärung der Impfung

Der Wahnsinn galoppiert – und mit ihm nimmt die geradezu esoterische Verklärung der heraufbeschworenen Gefahr und der zugehörigen Erlösung immer groteskere Züge an. Mit religiöser Hingabe feiern Menschen ihre Impfung. Songs wie „Pfizer Girl“ oder „Get Vaccinated“ gehen weltweit viral. Prominente präsentieren ihre gepflasterten Einstichstellen wie Kriegsverletzungen und ihre Impfnachweise wie Ehrenabzeichen. Im heutigen Interview mit der „Welt“ schwärmt der Chef der Techniker-Krankenkasse, Jens Baas, über seine kürzlich erfolgte Astrazeneca-Impfung: Er habe „stark darauf reagiert“ und sei davon krank geworden. Aber: „Ich habe mich noch nie beim Kranksein so wohl gefühlt.“ Denn: „Ich wusste, das ist ein wirksamer Impfstoff!„.

Doch derselbe Jens Baas sagt in dem Interview noch etwas anderes, weitaus Verstörenderes: Das neue Coronavirus werde „wohl nie mehr verschwinden„, deshalb müssten sich die Deutschen darauf einstellen, sich „von nun an immer“ gegen Corona impfen zu lassen. Dass solche Ungeheuerlichkeiten von einem Top-Manager des Gesundheitswesens frei herausposaunt werden, ohne dass es einen öffentlichen Aufschrei gäbe, ist das wirklich Beunruhigende. Impfen, impfen und immer wieder impfen – das soll offenkundig der neue Lebensinhalt werden, und zwar global. (DM)

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