Gleichheit durch Gewalt, friedliche Armutsbekämpfung durch Märkte

Rainer Zitelmann stellt richtig heraus: „Gewalt ist der große Gleichmacher in der Geschichte“. Kriege, insbesondere die beiden Weltkriege, haben zu deutlich mehr Gleichheit geführt, zumindest ökonomisch und finanziell, während Zigmillionen Menschen ihr Leben verloren (im Tod sind auch nicht alle Menschen gleich, doch zumindest gleich tot, während die Ungleichheit zu den Überlebenden besonders groß ist). Die Kriege waren einfach so teuer, dass auch die Reichen den Großteil ihrer Vermögen verloren, was sie allerdings auch eher akzeptierten, weil eine Niederlage ebenfalls das Vermögen gekostet hätte bzw. hat. Die Gleichheit wurde also auf niedrigem Niveau durch Zerstörung von Wohlstand und Reichtum erreicht. Ähnlich operieren sozialistische Regime auch außerhalb von Kriegen, aber mit Gewalt gegen die eigenen Bürger.

Während eine starke Verringerung von Ungleichheit mit Gewalt und mehr Armut verbunden ist, lässt sich die Armut friedlich mit marktwirtschaftlichen Mitteln überwinden, wie selbst das offiziell immer noch sozialistische China eindrucksvoll zeigt. Dadurch nimmt zugleich die Ungleichheit zu, weil von freiwilligen Geschäften alle etwas haben, sowohl die Armen als auch die Reichen. Die Reichen werden in einer friedlichen Marktwirtschaft tatsächlich immer reicher, aber nicht auf Kosten der Armen, die ihrerseits profitieren und zumindest etwas Wohlstand erlangen.

Auch und gerade in einer Wettbewerbswirtschaft ist Gleichheit übrigens kein Nachteil, sondern stärkt den Wettbewerb, da sich alle mehr anstrengen müssen, wenn keiner von vornherein große Vor- oder Nachteile hat. Doch die Möglichkeit zu ungleichen Ergebnissen und die Belohnung von eigenen Leistungen spornen an. Die resultierende Ungleichheit ist nicht optimal für die folgenden Runden, doch der Preis für ihre starke Reduktion in Form von Gewalt und Armut ist zu hoch. In einer liberalen Gesellschaft geht es allen besser, wenn auch nicht gleich gut.

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