Franziska Giffey, Familienministerin a.Dr., endlich ent-doktort

Lange hatten alle geglaubt, Frau Franziska Giffey, SPD, hätte erreicht, was nicht einmal Annalena Baerbock, Grüne, in ihren Lebenslauf komprimiert hat: Den Titel des Doktors. Zwar wurde er im Bereich Politikwissenschaften ergattert, was den Wert deutlich mindert. Aber wer fragt schon danach, wofür das ›Dr‹ vor dem Namen eigentlich steht. Doktor ist Doktor. Ihre Grinsen schien ständiges zu sagen: Doktor ist Doktor.
Gestern hat die Freie Universität Berlin, FU, einen Schlussstrich gezogen unter eine Affäre, die seit Jahren alle belastet. Nach Plagiatsvorwürfen, die in einer Rüge endeten, die so niemals erteilt werden durfte,erklärte die FU gestern: »Die Freie Universität Berlin entzieht Franziska Giffey den Doktorgrad.«
In demSchreiben der Hochschule an Franziska Giffey, die im September für die SPD als Spitzenkandidatin der Wahlen zum Abgeordnetenhaus antreten will, heißt es ergänzend: »Sie werden verpflichtet, die Promotionsurkunde innerhalb von einem Monat nach Bestandskraft der Entziehung des Doktorgrades an das Dekanat des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin herauszugeben.«
Zur Begründung heißt es: »Das Gremium hat in seinem Schlussbericht vom 23.04.2021, der Ihnen bereits übermittelt wurde, dargelegt, dass der Doktorgrad durch eine mindestens bedingt vorsätzliche Täuschung erheblichen Ausmaßes erworben worden sei.« Giffey wusste also, sagt zumindest die Hochschule, was sie machte, als sie die Arbeit schriebt. Als Beleg verweist sie darauf, dass die Arbeit »formal ohne Mängel« sei.
Schlimmer: Wie die Gutachter feststellen, »sprechen darüber hinaus gewichtige Indizien für direkten Vorsatz. Darauf deuten zum einen die hohe Zahl der verschleierten Übernahmen fremder Texte und zum anderen die vielfach genutzte Technik hin, geringfügig umformulierte Passagen aus der Sekundärliteratur mit den dortigen (teilweise unrichtigen) Zitaten der Primärliteratur ohne Angabe der genutzten Sekundärliteratur zu übernehmen. Beide Gesichtspunkte werden auch in der Rechtsprechung als Indizien für direkten Vorsatz bewertet.«
Kurz: Franziska Giffey gab vor, die »Befähigung zur selbständigen wissenschaftlichen Arbeit nachgewiesen« zu haben. Tatsächlich hat sie diese Fähigkeit nicht.
Wer nun meint, Giffey hätte die Fähigkeit zur Täuschung nachgewiesen, erliegt ebenfalls einer Täuschung. Denn sie wurde erwischt. Zwar hielt sie weitaus länger durch als ihre Kollegin von den Grünen: Sie begann die Doktorarbeit, sie täuschte vor, was sie nicht konnte, sie wurde schließlich sogar Ministerin im Küchenkabinett Angela Merkel und ginge es nach der, wäre Giffey noch heute im Amt.
Aber wer weiß. Bei den Sozialdemokraten kriegt die Täuscherin Franziska Giffey noch eine weitere Chance. Was Baerbock die Kanzlerschaft ist Giffey der Regierende Bürgermeister von Berlin. Die Täuscherinnen greifen nach den höchsten Stellen der Macht.

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