Kommentar zu AfD fordert Neubewertung der deutschen Kolonialpolitik von Johanna Spieth

Endlich eine mutige Sprache ! Das wünscht man sich auch in anderen Bereichen der Aussen- und Gedächtnispolitik. Ich erinnere nur an die mutigen Reden von Martin Walser und Martin Hohmann um die Jahrtausendwende. Lang ist´s schon wieder her. Seither haben die Mühlsteine der geistigen Umerziehung im SInne einer Anpassung an ein einseitiges Täter-Opfer-Schema unaufhörlich ihren fressenden – d. h. alle vernünftigen Überlegungen verschlingenden – Mahl-Dienst geleistet. So dass es derzeit zum guten Ton gehört, sich für alles und jedes zu entschuldigen, anstatt echte oder vermeintlich, unter- oder übertriebene Schuld mannhaft zu ertragen – egal was die kommunikative Umwelt sagt, und ganz gleich, welche gesellschaftlichen Sanktionen drohen könnten. Eine solche Haltung kann durchaus auch stille Schuldeingeständnisse mit einbeziehen. Aber es ist das eine, Defizite vor dem Forum des Gewissens zuzugeben, und das andere, dann nach Art eines Ablass- und Ausgleichshandels sich auf das Tauschgeschäft „Geld gegen gutes Gewissen“ einzulassen. Zivilreligiöse Entlastungsgefühle, so sie denn finanziell erkauft sind, stehen auf tönernen Füßen.

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