Kommentar zu Der islamische Antisemitismus und die geplatzten Lebenslügen der Gesinnungsrepublik von Johanna Spieth

Als Antwort auf Eberhard Schmidt.

Lieber Herr Schmidt, ich nehme wirklich an, dass Frau Merkel guten Glaubens ihre Maßnahmen ergriffen, d.h. aus dialektischer und moralischer Überlegung gehandelt hat. Wie sollte man sich sonst einen Reim aus ihrem Handeln machen? Ich glaube nicht an die Weltverschwörung in diesem plakativen Sinne („großer Austausch und dann Reset“). Da stecken intelligentere Überlegungen dahinter. Und zwar durchaus humanistische. Versuchen wir doch mal den Turmbau zu Babel positiv zu deuten: Hat dieses Projekt, auf eine universale Zusammenführung alle Völker und Gruppen übertragen, nicht einen hohen zivilisatorischen Reiz? Wir Christen bieten unsere Aufklärung u. Wissenschaft an, Muslime ihre Urwüchsigkeit u. Kraft, und Juden offerieren ihren scharfen Intellekt – wofür? Für ein solidarisches Projekt der Zusammenführung der Menschheit nach Grundsätzen von Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit und Minderheitenschutz. Wäre ich ein Parteigänger von Frau Merkel, würde ich voll in dieses Horn einer sozialen Utopie stoßen und das mit bestem Gewissen tun, ohne falsche Hintergedanken. Die Rechnung wird erst später präsentiert, wenn das Projekt scheitern. Aber das dauert womöglichlich noch lange.

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