Kommentar zu Ein Spitzenduo und viele Fragezeichen von Johanna Spieth

Als Antwort auf usalloch.

Eben kommt die Meldung: Weidel tritt mit Chrupalla an. Also zwei alte Bekannte. Dagegen werden die nicht so bekannten Cotar/Wundrak nicht so recht ankommen. Ich finde beide Polit-Paare nicht besonders mitreissend in Auftritt und Ausstrahlung. Aber dass genau diese beiden Paare jetzt gegeneinander streiten, hat folgenden Vorteil: Es gibt eine Richtungswahl. Wäre Cotar mit Chrupalla zusammengegangen, wären die weltanschaulichen Unterschiede (die es in dieser Partei zum Glück noch gibt) verwischt worden zugunsten einer geschmacklosen Einheits-Soße. Jetzt aber kommt Spannung auf. Wer hätte das gedacht! Ausserdem kommt jetzt Mitteldeutschland besser zur Geltung. Cotar, obwohl aus Siebenbürgen stammend, macht einen ziemlich verwestlichten Eindruck. Sie hätte Chrupalla, falls sie mit ihm in den Wahlkampf gezogen wäre, nach aussen hin neutralisiert. Weidel hingegen, obwohl tief im Westen sozialisiert, kann sich inzwischen auf mitteldeutsche Befindlichkeiten recht gut einstellen. Liegt das an ihrer Unbefangenheit gegenüber eurasischen Allianzen? Sie hat lange genug in China geforscht. Ihre Doktorarbeit über das chinesische Rentenmodell wurde mit summa cum laude ausgezeichnet.

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