Die Taliban rächt sich

Nach dem angekündigten Rückzug der US-Truppen eskaliert die Situation in Afghanistan weiter.

Die letzte Phase des Abzuges der internationalen Truppen hat laut offiziellen Quellen am Wochenende begonnen. Die radikalislamische Taliban begann seither mit weiteren Angriffen gegen die noch stationierten Soldaten. Im afghanischen Dorf Shiwan im Bizirk Balak Buluk, in dem die afghanische Armee stationiert war, starben zuletzt mindestens sieben Soldaten, wie der Gouverneur der westafghanischen Provinz Farah, Taj Mohammad Jahid, der Deutschen Presse-Agentur berichtete.

Die Taliban soll dabei einen Tunnel unter den Posten gegraben und Sprengstoff gezündet haben. Neben den Toten nahmen sie auch einen Soldaten in Geiselhaft. Erbeuten konnten sie bei ihrem Überfall vor allem Waffen der Armee, wie sie selbst erklärten.

Außerdem griffen sie in der Nacht auf Montag den Bezirk Farsi in der Provinz Herat an und zündeten zwei Autobomben. Dabei sollen mindestens acht Angehörige der Sicherheitskräfte getötet worden seien. Laut der afghanischen Armee fehle es den Regierungstruppen vor allem an Munition.

Grund für die Eskalationen war der „Vertragsbruch“ der Amerikaner, wie die Taliban behauptet. Ex-US-Präsident Donald Trump versprach in einem Abkommen mit den Talibanführern den endgültigen Abzug der US-Truppen bis 1. Mai. Joe Biden stieg bei den Rückzugsplänen jedoch zunächst auf die Bremse.

Der nun amtierende US-Präsident möchte bis 11. September den letzten Soldaten aus Afghanistan abziehen.

[Autor: A.T. Bild: Wikipedia/Carlos Latuff Lizenz: Public Domain Dedication]

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