Kommentar zu Finanzierung der Corona-Krise: Was taugt die 180-Milliarden-Dollar-Idee? von Klaus Kastner

Dumm ist diese Idee nicht und auch nicht sozialistisch. Ließe sie sich umsetzen, würde ich sagen, dass sie eine großartige Idee ist. Leider läßt sie sich nicht umsetzen, weil ein großer Teil der Firmen nicht börsennotiert ist. Außerdem würden AGs sofort Umgehungsmaßnahmen treffen (Clemens Fuest gibt Beispiele).

Kein Gegenargument ist die Aussage “Da Aktienmärkte Informationen sofort in ihren Kursen abbilden, würde der Wert der Valoren etwa um diesen Betrag sinken, sobald ein solcher Plan verabschiedet würde.” Das ist eine doch sehr einfältige Interpretation der Finanzmärkte.

Warum wäre die Idee großartig? Weil niemand diese Steuer direkt bezahlt. Stattdessen wird sie vom ‘Markt’ bezahlt. Die Steuer wird mit der Ausgabe junger Aktien finanziert, d. h. es gibt eine Verwässerung um 0,2%. Eine Verwässerung dieser Größenordnung würde niemand spüren. Selbst nach 10 Jahren wäre eine Gesamtverwässerung von 2% im Gesamtkontext irrelevant. Nochmal: die Steuer zahlt der ‘anonyme Markt’ und kein Einzelner. Das ist das Geniale daran!

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