Heute im Bundestag: Inzidenzen-Salat an Lockdown-Sauce

Die Seuche hat, schlimmer als Corona, längst auch die politische Elite erfasst. Wie zwanghaft geht der Blick ständig aufs Handy, um nur ja nichts zu verpassen, oder einfach um die Zeit totzuschlagen. Bodo, der rote Führer von Thüringen, spielt während wichtiger Sitzungen auf seinem Gerät herum, und die Kanzlerin schenkt dem Geschehen um sich herum wenig Aufmerksamkeit, stattdessen glotzt sie ständig auf ihren Taschencomputer: Hat Emmanuel endlich wieder geschrieben? Was will der Söder? Derzeit bombardieren sie offensichtlich Ärzte mit Nachrichten. „Die Intensivmediziner senden einen Hilferuf nach dem anderen“, verriet Merkel dem Parlament heute bei einem ihrer seltenen Besuche. Eine Botschaft, die sie offensichtlich aufwühlte. „Wir dürfen Ärzte und Pfleger nicht alleine lassen.“ Warum aber hat sie das dann getan? Erst fehlten Schutzkleidung und Masken, dann der Impfstoff – von Personalengpässen und Bezahlung gar nicht zu reden. Zudem werden Krankenhäuser geschlossen – um die dort Arbeitenden zu entlasten? Mit Argumenten kommt man da nicht weiter, so wie einem Gläubigen sein Vertrauen in Himmel und Hölle nicht auszutreiben ist. Also hören wir nur kurz in die heutige Debatte zum Ermächtigungsgesetz rein, das ausgerechnet die Partei des Antiparlamentarismus als „Abrissbirne des Parlamentarismus“ geißelte. Während es für die Partei der Basisdemokraten noch viel zu lasch war. Deren Kampfdrohne Göring-Eckardt fordert die Kasernierung des Pöbels bei einer Inzidenz von 35 – obwohl sie wahrscheinlich nicht mal weiß, was eine Inzidenz ist. Hauptsache wegsperren. Die Abgeordneten Scholz (Verfassung? Welche Verfassung?), Lauterbach („Wirkung von Ausgangsperren wissenschaftlich bewiesen.“ Fakten-Checker sagt: Nein!) und Lindner („notfalls“ vors Verfassungsgericht) hatten schon am Abend zuvor bei Maybrit […]

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