Kommentar zu Nicht jeder Preisanstieg ist Inflation, aber… von tomj

Die wahre Inflation läßt sich – näherungsweise natürlich – sehr einfach abschätzen: M3-Anstieg / Brutto-Nationalprodukt-Anstieg. Nach den offiziellen EU-Zahlen lag die Inflation zwischen 2010 und 2020 damit im Mittel bei ~2,6%, hat sich allerdings 2021 deutlich verschärft.

2,6% klingt erstmal nicht viel, bedeutet aber dennoch einen Kaufkraftverlust von ~30% nach 10 Jahren.

Da Spareinlagen mittlerweile kaum noch Zinsen bringen, entspricht das auch dem Verlust für “sichere” Sparbücher. Staatsanleihen sind nur wenig besser. Klassische Lebensversicherungen? Verlieren nochmal 4% an Steuer, 4-6% an Provision und mindestens 2-3% an internen Kosten (sehr wohlwollend gerechnet). Mit anderen Worten: Die Veranlagungsformen von >80% derjenigen, die überhaupt noch eine Sparquote über Null aufweisen (knapp 3/4 der arbeitenden Bevölkerung) sind sichere Verlustbringer.

Ob man dann Preissteigerungen als “Inflation”, “Nachfragekosten” oder “politischen Preisanstieg” punziert, ist akademisches Hirnwixen, sorry.

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