GEZ-Verweigerer seit Tagen in Hungerstreik

Georg Thiel sitzt in der Justizvollzugsanstalt Münster ein. Der technische Zeichner ist nicht etwa wegen Mordes eines 17-jährigen Mädchens durch mehrere Messerstiche schuldig gesprochen worden. Er hat auch nicht mit mehreren Kumpels gleichen Hintergrunds gemeinschaftlich eine Minderjährige vergewaltigt. Thiel ist auch weder Sympathisant des Terrornetzwerkes IS oder einer linksextremistischen Terrororganisation. Thiel ist – nach den aktuell geltenden juristischen Maßstäben hierzulande – viel gefährlicher: er ist ein GEZ-Verweigerer. Deswegen wurde er eingeknastet, um ihn zu beugen.
Aber Thiel, überzeugter Rundfunk-Nichtnutzer, lässt sich nicht beugen. Schon lange engagiert er sich in der Initiative »Rundfunk-frei«, die zur Verweigerung der Zwangsabgabe aufruft und einen Volksentscheid zur Abschaffung des Rundfunkbeitrages zu erwirken versucht. Seit Ende Februar befindet sich Thiel auf Betreiben des WDR hinter Gittern, weigert sich aber standhaft, seinen Widerstand aufzugeben.
Ganz im Gegenteil, als mutmaßlich letztes Mittel des zivilen Ungehorsams befindet sich Thiel seit seiner Inhaftierung im Hungerstreik. Durch ein weiteres Mitglied der Initiative hat Thiel Kontakt zur Außenwelt und ließ ausrichten, dass er seinen Hungerstreik durchhalten werde, »auch wenn es sechs Monate dauern sollte.«
Beim WDR gibt man sich äußerst bedeckt hinsichtlich einer Stellungnahme. Eine Inhaftierung sei »im Zusammenhang mit dem Rundfunkbeitrag in der Regel nicht verhältnismäßig«, schreibt die Social-Media-Abteilung. Oftmals würde der »WDR davon erst im Nachgang erfahren«, will man sich herausreden. Dabei ist es doch der WDR, der seine Eintreiber auf die GEZ-Verweigerer hetzt und genau weiß, welcher Maßnahmen sich die dann bedienen.

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