Gute Nachricht, schlechte Nachricht

BERICHT. Dritte Infektionswelle könnte zumindest einen vorläufigen Höhepunkt erreicht haben. Große Rückgänge sind aber nicht in Sicht.

Das Prognosekonsortium, das das Gesundheitsministerium eingerichtet hat, um die Entwicklung der Pandemie abschätzen zu können, hat’s schwer: Es kommt immer wieder anders als erwartet. In den vergangenen Wochen gingen die Expertinnen und Experten beispielsweise von wesentlich stärker steigenden Fallzahlen aus. Wien hätte demnach etwa schon um ein Drittel mehr bestätigte Infektionen erreichen können. Zuletzt ist es jedoch zu einer Stabilisierung gekommen. Wobei die Unsicherheit groß sind. Über die Feiertage ist – nicht zuletzt bei Schülerinnen und Schülern – weniger oder eben gar nicht getestet worden. Schon von daher ist es logisch, dass es besonders bei 6- bis 15-Jährigen in der Karwoche zu einem Rückgang bestätigter (!) Neuinfektionen gekommen ist.

So oder so aber dürften regionale Maßnahmen, von Ausreisetests in Hochinzidenzgebieten bis hin zur verlängerten „Osterruhe“ in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland wirken. Das Prognosekonsortium geht jedenfalls davon, dass sie Fallzahlen in den kommenden Tagen nicht mehr weiter steigen, sondern zum Teil sogar sinken. In Wien könnte es am 14. April beispielsweise weniger als 300 bestätigte Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche geben. Auch auf den Intensivstationen könnte es zu keiner weiteren Zunahme der Belagszahlen mehr kommen (siehe Grafik).

Allerdings: Die Niveaus bleiben extrem hoch. Bei einer Inzidenz von knapp 300 bleibt zum Beispiel Wien wohl weit von größeren Öffnungsschritten entfernt. Sie würden schließlich mit dem Risiko einhergehen, dass die Zahlen bald wieder steigen.

Außerdem bedeutet eine hohe Inzidenz ja nicht nur, dass es relativ viele Schwerkranke gibt, sondern auch, dass sich tausende Menschen in Quarantäne befinden. Das ist interessanterweise ein Faktor, der auf keinem Dashboard steht. Dabei hat er schwerwiegende Folgen: Das sind zum Teil auch Leute, die vorübergehend nicht arbeiten können; ihre Masse fällt wirtschaftlich ins Gewicht.

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