Amazon zensiert jetzt auch Bücher

NachrichtenwebseiteJustTheNews enthüllte das neue Geschäftsgebaren des Quasi-Monopolisten anhand des Genderkritischen Titels »When Harry Became Sally« (Als Harry zu Sally wurde) von Ryan Anderson, der drei Jahre nach der Veröffentlichung von allen Amazon-Plattformen inklusive Kindle E-Büchern entfernt wurde, ohne Erklärung. Das Buch ist eine sozialwissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit der aktuellen Transgender-Bewegung. Anderson ist Referent des renommierten konservativen Thinktanks The Heritage Foundation.

Amazon hat Anfang 2021 scheinbar stillschweigend eine Regel gegen nicht näher definierte »Hassrede« eingeführt: »Bestimmte Inhalte werden nicht von uns verkauft. Dazu gehören Inhalte, bei denen wir zum Schluss kommen, dass sie Hassrede enthalten, den Missbrauch oder die sexuelle Ausbeutung von Kindern fördern, Pornografie enthalten, Vergewaltigung oder Pädophilie verherrlichen, Terrorismus befürworten oder auf andere Weise unangemessen oder anstößig sind.« heißt es nunauf der deutschen Webseite. Ob diese Definition auf literarische Klassiker wie »Lolita«, »Tod in Venedig« oder »Ulysses« zutrifft, blieb unklar.

Im Dezember 2020 waren noch keine Richtlinien gegen »Hassrede« auf der Webseite zu finden. Am 18.12. hieß es noch: »Als Buchhändler bieten wir unseren Kunden Zugang zu verschiedenen Meinungen. Unser Angebot umfasst also auch Bücher, die einige Kunden beanstanden würden. Nichtsdestoweniger behalten wir uns das Recht vor, bestimmte Inhalte, etwa Pornografie oder anderes unangemessenes Material, nicht anzubieten.«

Auf Anfrage des Autoren Ryan Anderson wollte Amazon nicht erklären, warum das Buch aus dem Sortiment entfernt wurde: »Eine Woche, nachdem sie mein Buch entfernt haben weigert sich Amazon, mir zu sagen, gegen welchen Teil ihrer Richtlinie ich (nach dei Jahren) verstoßen habe, oder welche Stelle des Buches dagegen verstoßen soll«, twitterte Anderson am 26.2.

Auf Nachfrage von Epoch Times USA wollte Amazon nicht erklären, was genau unter »Hassrede« zu verstehen ist, oder warum die Richtlinien geändert wurden. Amazon geriet im Januar bereits in die Kritik, als Amazon Web Hosting denSocial-Media-Dienst Parler wegen einer angeblichen Beteiligung am »Sturm auf das Kapitol« abschaltete.

»Die Zensur einzelner Buchtitel wegen angeblich anstößiger Inhalte ist ein Angriff auf die geistige Freiheit und die Freiheit der Wissenschaft,« so der EU-Abgeordnete Nicolaus Fest zur Freien Welt. »Amazon hat de facto eine Monopolstellung im Online-Buchhandel und genießt in der EU zahlreiche Steuerprivilegien. Wenn der Konzern anfängt, die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit einzuschränken, wird es nicht gut enden.«

Fest ist im EU-Parlament Mitglied im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres und im Sonderausschuss zur Einflussnahme aus dem Ausland auf alle demokratischen Prozesse in der Europäischen Union, einschließlich Desinformation.

 

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