Die Armee der Schneeflöckchen


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Der Zeitgeist entbehrt jeder Anmut und es mangelt ihm am Heroischen. Die Aufweichung der vormals vom militärischen Ethos und vom Stolz des Kämpferischen beseelten Institutionen des Militärs, ist weit fortgeschritten in Westeuropa. Eine Werbekampagne in Großbritannien präsentierte kürzlich Plakate zur Anwerbung von neuen Soldaten für das Vereinigte Königreich und ihre Majestät, sofern ihre Hoheit hier überhaupt noch eine Rolle spielen sollte. Darauf abgebildet sind Uniformierte, die mit negativ belegten Bezeichnungen als Aushängeschilder einer neuen, noch zu werbenden Generation von Soldaten stehen sollen. «Schneeflöckchen,» also emotional instabile und kaum belastbare Menschen, werden gesucht. Spielsüchtige, Selfie-Süchtige und Handy-Zombies werden explizit nachgefragt. Offiziell begründet die Armee ihre Kampagne mit dem Wunsch nach dem Abbau von Stereotypen. Sie möchte explizt die sogenannten Millennials, die Generation Y von den Jahrgängen 1990 bis 200x ansprechen, die im Ruf stehen kaum noch für den Dienst an der Waffe begeistert werden zu können, noch dafür qualifiziert zu sein. Übergewicht und niedrige Moral plagen die britische, aber auch andere westeuropäische Armeen. Der Jugend fehlt es an Bezug zu ihren Streitkräften und einem gesunden Verhältnis zur Natur des Kriegerischen, des Kämpfers. Statt diese tiefgreifende Problematik in der Erziehung und Kultur im Westen durch positive Erziehung, beispielsweise durch die Bejahung heroischer Mythen und starker, martialischer Männlichkeitsbilder zu kontern, wird der Negativtrend einfach nur in ein anderes Licht gerückt. Man will Stereotypen abbauen, heißt es aus den Sprechorganen der militärischen und politischen Führung. Auf das sogenannte framing kommt es angeblich mehr an. Wie man es darstellt, nicht wie es wirklich ist. Das erinnert doch sehr an die weit verbreitete Mentalität von Pipi Langstrumpf, die wohl ganz Europa Verbreitung gefunden hat. Man macht sich die übergewichtigen Gamerkids einfach tauglich, die emotional kaum belastbaren Schneeflöckchen zu Gefäßen reinster Empathie und Menschenliebe, wovon beim Militär ja scheinbar dieser Tage umso mehr gebraucht wird.

Ein Soldat, dessen Bild missbräuchlich und ohne sein Wissen für diese Kampagne verwendet wurde, droht sogar mit Austritt aus der Armee bei der nächstbesten Gelegenheit. Er fühle sich schäbig gemacht und wie eine Lächerlichkeit, was mehr als verständlich ist. Denn diese Kampagne ist ein Witz auf die eigene Truppe, der besser gedient wäre, wenn Staat und Nation den Wesenskern des tugendhaften Dienens und gerechten Kampfes, das ritterliche Ideal des europäischen Kriegers neu beleben. Selbstbewusst ist der, der aufrichtig zu dem steht, was er wirklich ist. Die britische Armee hält sich wohl für einen Pausenclown, eine überholte Angelegenheit, heute nicht mehr als eine Agentur zur Vermittlung schlecht qualifizierter und übergwichtiger Heulsusen, die man zum Sterben in den Orient schicken kann. Statt die Beine breit aufzustellen und zu sagen, dass man Männer und Frauen will, die zum ehrenhaften Dienst an der Waffe für Königin und Vaterland bereit sind, dafür auch töten würden, um andere zu verteidigen, wird der Soldat und das Ethos des Kriegers lächerlich gemacht und unehrlich mit dem Krieg an sich umgegangen. Wer außer den wirklich Abgehängten und Ethikbefreiten möchte schon in einer Truppe dienen, die sich selbst verachtet und keinerlei Respekt gegenüber dem eigenen Stand aufbringen kann.

Wollt ihr Soldaten sein? Mit ganzem Herzen notfalls auch singend in den Kampf ziehen und verbissen bis in den Tod für eure Sache streiten? Oder doch lieber verheulte Schneeflöckchen, Pausenclowns und Selfie-Könige, die für mäßig Geld einen Job machen, bei dem andere nur lachen oder verächtlich ausspucken können?

 

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