Kommentar zu Mehr als die Hälfte kommt ohne Ausweispapiere von Th. Nehrenheim

»aus Nazi-Deutschland geflohene Juden, Sozialdemokraten oder Liberale hätten zwar verzweifelt versucht, in den USA, Argentinien, Australien oder anderswo Schutz zu finden«
Die USA hatten sich aber auch so geweigert, die jüdischen Passagiere eines deutschen Schiffes, der St. Louis, aufzunehmen. Das Schiff hat dann eine kleine Odyssee über Havanna bis nach Schanghai gemacht, wo die Leute dann interniert wurden. Sehr viel später konnten sie dann in die USA fahren. Das war Ende der 1930er Jahre.
Tatsächlich werfen auch viele Asylanten ihre Papiere weg. Einige sogar erst kurz vor dem Zentralen Aufnahmelager. Wir haben hier in der Nähe eines, und ich weiß von einem Kollegen, der dort gearbeitet hat, dass auf dem Weg dorthin im Wald schon öfter Personalpapiere gefunden worden sind.
Überraschend war für mich, dass im Lager Räumlichkeiten nicht einfach durchsucht werden dürfen; es bedarf wie bei uns Bürgern eines gerichtlichen Durchsuchungsbeschlusses. Was da abends über den Zaun gereicht wird, wäre aber schon interessant für die Polizei, weil es offenbar Diebesgut ist.

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