Was kommt nach der Maskenpflicht im Auto?

Von Elisa David | Letzten Dezember habe ich die steile These aufgestellt, dass diejenigen, die alleine im Auto Maske tragen, auch alleine im Bett mit Kondom schlafen. Was von vielen mit Humor genommen wurde, hat aber auch nicht wenige dazu angestiftet, wirre Nischenszenarios zu erfinden, in denen es logisch wäre, mit Maske alleine im Auto zu sitzen. Damit dass sich manche angegriffen fühlen würden, habe ich gerechnet. Womit ich nicht gerechnet habe: dass der Berliner Senat sich davon inspiriert fühlen würde. Denn der hat in einer Sitzung am Dienstag einige Regelungen der Corona-Verordnung abgeändert. Und so wurde tatsächlich eine Maskenpflicht im Auto beschlossen. (Und ich dachte die Rodelpatrollie der Polizei wäre eine absurde Nachricht gewesen…)

Die Maskenpflicht bezieht sich allerdings nur auf die Beifahrer und nur solche, die nicht mit dem Fahrer im gleichen Hausstand leben. Wenigstens etwas Vernuft, ich fand Paare die alleine mit Maske auf der Staße herumlaufen, schon immer seltsam. Wenn die glauben, sie könnten sich gegenseitig anstecken, tragen sie wahrscheinlich selbst im Bett kein – naja, Sie wissen schon. Also gut, jetzt also mit Maske im Auto – die Fahrer werden sich freuen. Kommentare wie „Die Ampel war jetzt aber dunkelgelb“, „Grüner wird´s nicht“, „Nein, auch Fahrradfahrer sind Menschen, halt gefälligst an“, „Nein das Lied mag ich nicht, mach was anderes an“, „Nein das auch nicht, kennst du mich denn gar nicht?“, „Du weißt genau, dass ich in den Wechseljahren bin, schalt die Heizung runter!“ oder „Weiber und einparken, hätte ich mir nicht beim Stepptanzen den Fuß verletzt, würde ich es selbst machen“ werden Sie hinter der Maske ganz einfach als stumpfes Mampfen ausblenden können. Und der Beifahrer hat eine Ausrede, die Nase zu verdecken, wenn das Auto nach Käsefüßen riecht.

Ich denke, ich kann mir den Teil sparen, in dem ich ausführe, warum es gerade nicht praktisch, oder in irgendeiner Weise logisch ist, eine Maskenpflicht im Auto festzulegen. Mich würde nur interessieren, ob das denn auch kontrolliert wird. Eine Fahrzeugkontrolle, bei der alle ihre Stammbäume und Mietverträge vorzeigen müssen. Mir war gar nicht bewusst, dass die Polizei in Berlin so wenig zu tun hat, dass man schon Arbeitsbeschafungsmaßnahmen an den Haaren herbeiziehen muss. Allerdings wird wohl tatsächlich viel wegfallen, wenn die SPD erstmal Clankriminalität abgeschafft hat.

Als nächstes kommt nun wahrscheinlich die Maskenpflicht im Wohnzimmer, wenn man Besuch hat. Einige meiner Nachbarn setzen das tatsächlich bereits um. Kontrollieren müsste das dann aber nicht die Polizei, es gibt genug alte einsame Frauen, die den ganzen Tag nichts besseres zu tun haben, als am Fenster zu hocken und die Bewohner auf der anderen Straßenseite zu beobachten. Jutta Ditfurth könnte man mal Fragen, ob sie sich zur Verfügung stellt. Schließlich hatte sie zu Weihnachten nichts besseres zu tun, als zu überwachen, wie viele ihrer Nachbarn selbst zu Corona nichts wie weg von dieser Nachbarschaft wollten. Wer kann es ihnen verübeln. Nur frage ich mich eins: Wird die Automaskenpflicht nur bei fahrenden Autos überprüft? Oder auch bei stehenden, wackelnden? Frage für den Valentinstag.

Dieser Artikel von Elisa David erschien zuerst auf TichysEinblick.

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