Der sinkende „Stern“

Der Musikdampfer ist leck geschlagen. Der Stern, einst von seinem Gründer Henri Nannen wegen seines Themenangebots für jedermann so getauft, beklagt nicht mehr nur ein defektes Bullauge im 12. Deck hoch über den Wellen, durch dessen marode Dichtung ab und zu Wasser von großen Brechern ins Innere tröpfelt. Inzwischen ist es ein veritables Leck – unterhalb der Wasserlinie. Noch halten die Schotten. Dass aber auch Giganten untergehen können, weiß die Welt seit der Titanic. Denn die Auflage als wichtigster Indikator ist nicht einfach nur auf Tauchstation. Das ist sie schon seit ein paar Jahren. Sie ist im steilen Sinkflug. Was ganz sicher nicht nur an den ohne Frage schwierigen Zeiten für Print-Produkte und der mächtigen Internet-Konkurrenz liegt. Sondern vor allem an der jämmerlichen Themenfindung, ihrer drittklassigen Umsetzung und den obendrein oft miserablen Titelgeschichten, bei denen sich das Papier eigentlich weigern müsste, damit bedruckt zu werden.

Der Beitrag Der sinkende „Stern“ erschien zuerst auf Tichys Einblick.

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