Nichts Genaues weiß man nicht

ZAHLEN ZUM TAG. Fehlende Transparenz bei den Impfungen erleichtert Missbrauch. Wobei es sich um ein internationales Problem handeln dürfte.

Man kann sich nur wundern darüber, dass es im Zeitalter der Digitalisierung nicht überall möglich ist, „live“ festzuhalten, wie viele Corona-Impfungen bereits verabreicht worden sind. Zumal es ja mehrere Monate zur Vorbereitung dafür gegeben hätte.

Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC bemüht sich gerade, eine entsprechende Datensammlung aufzubauen. Wobei sie vor einem Problem steht: Die Datenqualität einzelner Staaten lässt zu wünschen übrig. Österreich veröffentlicht beispielsweise nur „Näherungswerte“, die auf angeforderten Impfdosen basieren. Demnach sind mit 20. Jänner, 18 Uhr, erst 150.702 Personen geimpft worden. Allein: diesubstanz.at wird bei Berichten über diesen Näherungswert immer wieder darauf hingewiesen, dass es in Wirklichkeit schon mehr seien. Antwort: Dann möge man sich um ein belastbares Dashboard bemühen.

Österreich ist mit diesem Schlamassel nicht allein: „Bei der Impfkampagne gibt es Pleiten und Pannen“, berichtete die „Neue Zürcher Zeitung“ am Mittwoch in einem Newsletter beispielsweise über die Verhältnisse in der Schweiz: 110.000 Personen seien bisher geimpft worden – „doch weil eine genaue Impfstatistik fehlt, ist das nur eine Schätzung. In mehreren Kantonen gab es Pannen bei der Anmeldung. Die Wirtschaft kritisiert Versäumnisse und fordert mehr Tempo.“

Internationale Vergleiche sind daher mit größter Vorsicht zu genießen. „Our World in Data“ erfasst die Daten, die vorhanden sind. Österreich liegt demnach nicht einmal so schlecht. Allerdings in einer Gruppe, die man gewissermaßen einer dritten Liga zuordnen könnte. Ganz oben befindet sich – Stand: 19. Jänner – Israel mit einem „geimpften“ Bevölkerungsanteil von 33 Prozent (vgl. Screenshot). Großbritannien und die USA halten immerhin 7,5 bzw. knapp fünf Prozent.

Dann folgen die Nachzügler: Italien liegt bei zwei Prozent, Österreich ganz knapp vor Deutschland bei etwas mehr als eineinhalb Prozent. Die Schweiz kommt auf Basis der erwähnten Schätzungen auf 1,27 Prozent.

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