Kommentar zu Ist die CDU noch zu retten? Wie Merkel mit der Partei neuen Typs herrscht von Ulrich B.

Sehr geehrter Herr Simonis,

sie schrieben:
„Das strategische Dilemma ist, dass wer rechts von der CDU wählt, die CDU schwächt in einer Koalition mit Grün.“

Aber ist dem so? Aus meiner Sicht heraus wäre dies der Fall, wenn die CDU noch für etwas stehen würde – also eine Vorstellung davon besäße, wie eine moderne Industrienation aussehen müsse mit einer modernen Wirtschaft etc. und dann die Koalitionsverhandlungen von Seiten der CDU dazu dienen würden, die Möglichkeiten der Verwirklichung dieser Vorstellungen so seit es geht im Koalitionsvertrag zu verankern.
Aber ist das der Fall? Ich sehe bis auf die Auflösung Deutschlands in einer EU eigentlich nichts an konkreten Vorstellungen. Die Grünen haben Vorstellungen – von einem halt ‚grün-linken‘ Staat. Aber nicht die CDU – darum, was soll denn dann die CDU verhindern? das die Vorstellungen mancher Grüner zu abstrus werden, als das man sie noch den Wählern schönreden kann? Damit wäre doch bloß dem grünen Projekt gedient.
Nein, ich denke die CDU hat zu wenig inhaltliches zu bieten – dieser Partei geht es um die Macht, und zwar um die Macht um ihrer selber Willen.
Das ist schon lange keine Partei mehr, die gesellschaftliche Vorstellungen umsetzen möchte und dafür die Macht benötigen würde.
Von daher schwächt jem., der nicht die CDU wählt, die ‚rechte, bürgerliche Seite‘ gegenüber den Grünen nicht. Sondern jemand, der die CDU wählt, stärkt die Grünen. Denn die CDU wird sich ins Bett mit den Grünen legen, um die Macht zu erhalten/behalten – und das werden sich die Grünen gut bezahlen lassen.

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