SPD: Thilo Sarrazin aus Partei ausgeschlossen

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Von Glenn Antoine | Nach mehreren vergeblichen Versuchen hat die SPD ihr ungeliebtes Mitglied Thilo Sarrazin aus der Partei geworfen. Das oberste Parteischiedsgericht erklärte den Parteiausschluss des 75-Jährigen am Freitag in Berlin für zulässig. „Der Parteiausschluss ist damit wirksam“, hieß es in der Mitteilung.

Wieso wurde Sarrazin aus der Partei geworfen? Sarrazin hat sich kritisch gegenüber dem Islam geäußert, vor allem in seinem Buch: „Feindliche Übernahme: Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“. Die Begründung des Schiedsgerichtes: Die Thesen seien rassistisch, islamfeindlich, diskriminierend und schädigten Ansehen und Glaubwürdigkeit der SPD.

Sarrazin kündigt Berufung an

Sarrazin ist anderer Auffassung. Für ihn sind seine Thesen weder rassistisch noch islamfeindlich. Dementsprechend geht Sarrazin weiterhin gegen das Urteil vor. Der 75-jährige Buchautor möchte die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und dann Berufung vor dem Landgericht Berlin einlegen. „Wenn Sie von jemandem beschimpft werden und moralisch abqualifiziert werden als Rassist und Rechtspopulist, dann haben Sie keine Wahl, als Ihren Ruf zu verteidigen. Das werde ich tun.“

Die Causa Sarrazin zeigt eines ganz deutlich: Wenn ein Parteimitglied unbequeme Wahrheiten äußert, wird ein Ausschlussverfahren angestrebt, anstatt innerparteilich über die veröffentlichten Thesen zu diskutieren. Dies konnte man bei Palmer und den Grünen, Maaßen und der CDU und nun auch bei Sarrazin und der SPD beobachten.

Auf Twitter kann man in jedem zweiten Tweet der Bundes-SPD lesen, Sarrazin sei kein Teil mehr der SPD. Besonders interessant fand ich jedoch einen Tweet von Ralf Stegner. Dieser schrieb: „Pseudointellektueller rassistischer Populist, der viel besser in eine rechte Partei passt.“ und „Und tschüss, Thilo Sarrazin: Ein Rassist+intoleranter Rechthaber, der als Schreiber langweiliger+armseliger Bücher mit kruden Vererbungstheorien und seinem ausländerfeindlichen Mumpitz viel Geld eingestrichen und der Glaubwürdigkeit unserer SPD enormen Schaden zugefügt hat.“ Man darf fragen, ob Stegners Tweets in ihrem Stil und ihrer Wortwahl dem Ansehen und der Glaubwürdigkeit der SPD nicht auch erheblich schaden. 

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