Der deutsche Pass ist (noch) ein wertvolles Stück Freiheit

Visafreies Reisen ist eine zivilisatorische Errungenschaft der Neuzeit. Es ist noch gar nicht so lange her, dass man selbst für eine Reise ins Nachbarland ein Visum benötigte. Heute kann ein Inhaber eines deutschen Passes, zumindest theoretisch, in 189 Länder der Welt visafrei reisen. Damit steht der deutsche Pass imHenley Passport Index zusammen mit Südkorea auf Rang 3. Besser in dieser Kategorie schneiden lediglich Japan (191 Zielländer) und Singapur (190 Zielländer) ab.
Wenig überraschend ist, dass sich unter den in dieser Rangliste aufgeführten Nationen eine Vielzahl von EU-Mitgliedsländern wiederfindet. Alleine schon durch diese Mitgliedschaft wird die Zahl der visafrei zu bereisenden Länder deutlich größer. Auch die USA, Schweiz und Großbritannien finden sich durch viele bi- und multilaterale Abkommen in der oberen Gruppe.
Stark eingeschränkt ist die Visa-Freiheit für Passinhaber aus Afghanistan, dem Irak und Syrien sowie anderen Quellländern der Flüchtlings- und Migrantenströme in Richtung EU. Für Afghanen sind lediglich so exotische Zielgebiete wie die Cook-Inseln, Micronesien oder die teilautonome Inselrepublik Niue ohne Visum erreichbar.
Dennoch gibt es auch bei den führenden Ländern einen gravierenden Unterschied, nämlich hinsichtlich der Vergabe der Staatsbürgerschaft und der damit verbundenen Aushändigung des entsprechenden Passes. Während in Deutschland aktuell die Staatsbürgerschaft nämlich fast schon inflationär vergeben wird, sind Japan, Singapur und Südkorea in ihren Bestimmungen deutlich restriktiver. Vor allem Arbeitsbescheinigungen und das Vorhandensein ausreichender eigener finanzieller Mittel gehören in allen drei dieser Staaten zu den elementaren Voraussetzungen zur Erlangung der jeweiligen Staatsbürgerschaft. Derlei Vorbedingungen müssen in Deutschland nicht erfüllt werden.

Leserbriefe

Nachrichten, Kommentare, Leserbriefe - News im Minutentakt.