PolenAmtsinhaber Duda gewinnt Präsidentschaftswahl

WARSCHAU. Polens Präsident Andrzej Duda hat die Stichwahl gegen Herausforderer Rafal Trzaskowski gewonnen. Nach der Auszählung fast aller Stimmen kommt Amtsinhaber Duda auf 51,2 Prozent der Stimmen. Trzaskowski von der liberalen Bürgerplattform erhielt 48,8 Prozent, meldeten mehrere Nachrichteagenturen am Montag vormittag unter Berufung auf die Nationale Wahlkommission.

Die Wahl hatte am Sonntag stattgefunden. Allerdings zeichnete sich bis zum späten Abend kein eindeutiger Sieger ab. In der ersten Prognose trennte die beiden Kandidaten lediglich ein Prozentpunkt. Duda bezeichnete sich in einer erste Reaktion als Sieger. „Lang lebe Polen! Die Wahl bei einer Beteiligung von 70 Prozent zu gewinnen, ist eine außergewöhnliche Nachricht. Ich bin berührt. Danke an meine Landsleute.“

Er zeigte sich zudem versöhnlich: „An dieser Stelle will ich sagen, wenn sich jemand im Laufe der vergangenen fünf Jahre durch eine meiner Aktivitäten oder Aussagen gekränkt fühlte – also nicht nur im Wahlkampf – dann bitte ich, meine Entschuldigung entgegenzunehmen“, zitierte ihn die ARD-„Tagesschau“. Er versichere, daß „ich ihn achte, so wie ich alle meinen Landsleute achte, unabhängig von ihren Ansichten. So wie ich im Wahlkampf gesagt habe, unter unserer weiß-roten Fahne, bei unserer nationalen Hymne gibt es und muß es Platz für jeden geben.“

Stichwahl galt auch als Abstimmung über PiS-Regierung

Duda war nach seiner ersten Wahl 2015 von der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) ausgetreten blieb ihr programmatisch aber weiterhin treu. Die Wahlbeteiligung stieg auf 67,9 Prozent. Duda dankte allen Polen für die starke Teilnahme an der Abstimmung und gratulierte auch seinem Rivalen Trzaskowski.

Die Stichwahl um das Präsidentenamt galt in Polen auch als Abstimmung über die PiS-Regierung, die seit 2015 mit absoluter Mehrheit regiert. Duda betonte im Wahlkampf mehrfach die vielen Sozialleistungen, die die PiS in den vergangenen fünf Jahren eingeführt hatte.

Nach Ansicht mehrerer Beobachter zielte Duda zuletzt auch verstärkt auf Wähler vom rechten Rand, als er deutsche Medien für ihre angeblich einseitige Berichterstattung kritisierte. (ls)

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