Sonntagsfrage sieht Salvinis Lega weit vorne

Derzeit wird Italien von einer Koalition aus Fünf-Sternen, der Demokratischen Partei, der Partei der Freien und Gleichen, dem Lebendigen Italien und der Vereinten Bewegung der Italiener im Ausland regiert. Genauso stockend wie der Name der Parteien wirkt, ist auch die Politik des Kabinetts Conte II, das seit dem 5. September 2019 im Amt ist. Besonders erfolgreich ist die Arbeit Contes mit seinem Regierungskonglomerat nicht, aber noch hat diese Koalition die Mehrheit der Sitze sowohl in der Abgeordnetenkammer (343 von 630) wie auch im Senat (169 von 315). Wären aber am vergangenen Sonntag Wahlen zum Parlament gewesen, hieße der alles überragende Sieger Matteo Salvini mit seiner Lega.
In den Umfragen liegt die Lega derzeit bei 27,9 Prozent, bei der letzten Wahl im März 2018 erhielt sie 17,4 Prozent der Stimmen. Der Vorsprung der Lega auf die nächste Partei, die Demokraten, liegt bei über sieben Prozent. Sie ist die einzige Partei der jetzigen Regierungskoalition, die gegenüber der Wahl 2018 einen leichten Zugewinn (plus 2 Prozent) verzeichnen kann. Die Fünf-Sterne hingegen schmieren richtig ab. Von 32,7 Prozent im März 2018 geht es aktuell auf 14,9 Prozent ab. Damit rangiert sie mit Mühe gerade noch vor den Brüdern Italiens, einer Partei aus dem Salvini-Bündnis, das sich gegenüber 2018 leicht steigern kann.
Klar ist, dass die jetzige Regerungskoalition aus den eingangs genannten fünf Parteien keine Mehrheit im italienischen Parlament mehr zusammenbekäme. Ganz anders verhält es sich da mit dem bereits bestehenden Salvini-Bündnis aus Lega, Brüder Italiens und Berlusconis Forza Italia. In Summe stünden sie derzeit bei 47,9 Prozent der Stimmenanteile, was bereits die absolute Mehrheit im Parlament bedeutete. Da davon auszugehen ist, dass die neu von Gianluigi Paragone ins Leben gerufene Italexit-Partei eher auf einer Linie mit Salvini ist als mit dem extremen EU-Befürworter Conte, kann man deren 1,3 Prozent Stimmenanteil noch zum Salvini-Bündnis hinzuziehen.

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