Aachener Autohersteller e.Go insolvent

Noch vor wenigen Tagen protzte man bei e.Go, dass man mit vier rollenden Produkten aus dem eigenen Werk die Aachener Polizei beliefert. Eingefädelt hat den Deal NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, für den das e.Go-Werk ein Prestigeobjekt darstellt. Nur war das die letzte größere Auslieferung von e.Go´s. Das Unternehmen ist nämlich pleite und geht in Insolvenz. Die Produktion jener besonders eigenwillig wirkenden Fahrzeuge ist auf Eis gelegt. Jetzt sucht man händeringend nach Investoren, um zu retten was zu retten sein könnte.
Allerdings stellen die e.Go-Kisten selbst das größte Problem hinsichtlich eines geschäftlichen Erfolges dar. Sie sind untermotorisiert, zu träge, haben zu wenig Reichweite, sind viel zu teuer in der Anschaffung und die Ladezeit ist eindeutig viel zu lang. Der Verbrauch des kleineren Modells »40+« wird mit knapp 19 kWh pro 100 Kilometer angegeben. Das begrenzt die Reichweite des Fahrzeugs auf etwa 120 Kilometer. Danach dauert es unglaubliche neun Stunden, bis die Batterie wieder voll aufgeladen ist. Die Batteriekapazität wird mit 21,5 kWh angegeben.
Von den etwa 400 Mitarbeitern sind fast alle in Kurzarbeit, die Bänder stehen wie schon während der Hochphase der Ausbreitung des Corona-Virus wieder still, die Verantwortlichen für die Durchführung des Insolvenzverfahrens sind nun gefragt. Armin Laschet hat sich bisher noch nicht zu Wort gemeldet. Aber vielleicht gibt es ja auch für e.Go eine Landesbürgschaft wie für Revierklub Schalke 04 – die dann im Fall des Ausfalls der Steuerzahler begleichen muss.

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