Apr 112017
 

Der Parteitag der deutschen Musikindustrie

In Berlin ist der Echo, der deutsche Musikpreis, verliehen worden. Die Gala wurde am Freitag um einen Tag zeitversetzt von VOX im Fernsehen gezeigt. Eine Branche feiert und ehrt sich selbst. Der Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Echos für das Lebenswerk. Der ging diesmal an Marius Müller-Westernhagen. In Österreich nicht wirklich bekannt, in Deutschland ist er nach wie vor eine große Nummer. Die Laudatio hielt Olli Dittrich. Sein Motto: klotzen, nicht kleckern.

Marius sei ein Unbequemer, Unangepasster, ein kritischer, widerständiger Geist, einer der immer für das Gute und gegen das Böse, sprich die Mächtigen, gekämpft habe, einer der sich stets mutig für Gerechtigkeit einsetzt … Olli spulte das gesamte Standardprogramm ab, in dessen Genuss jeder kommt, der von einer staatlichen oder staatsnahen Stelle für sein gesellschaftliches Engagement und seinen Mut geehrt wird. Bis auf biographische Details hätte man diese Rede auch für einen verdienstvollen NGO-Mitarbeiter oder eine politisch engagierte Literatin halten können.

Dittrich ließ jedenfalls keine einzige linke Plattitüde, keinen Stehsatz und keine hohle Phrase aus. Was das Publikum, die Organisatoren, die Fernsehstation und der Geehrte selbst erwartet haben, wurde ihnen von Olli ohne jede Ironie serviert. Um das Ganze zu unterstreichen, wurden noch einige Einspieler gezeigt, in denen etwa Bundeskanzler Gerhard Schröder bei der Verleihung eines Preises an Marius zu sehen war und er in etwa das sagte, was Olli sagte: Marius sein ein mutiger, unangepasster, unbequemer etc.

So unangepasst, dass er von der Regierung und staatlichen Stellen mit Ehrungen und Auszeichnungen überhäuft wurde und wird. Den Gala-Gästen fiel diese Absurdität, dieser eigentlich unübersehbare Widerspruch nicht auf.

Dann erschien Marius höchstpersönlich. Er sah aus, wie der Edel-Bösewicht aus einem Italowestern: Breitkrempiger Hut, Bolotie und schwarzer, halblanger Mantel. Zweck dieser Cowboy-Verkleidung war wohl, den ollen Marius irgendwie cool und unangepasst aussehen zu lassen. Für das anwesende Gala-Publikum, also vorwiegend musizierende Kollegen, Medien- und Marketingmenschen, reichte es allemal. Für Außenstehende wirkte es hingegen etwas peinlich und irgendwie auch tragisch.

Der kleine, spindeldürre Mann ging in seiner „Bad Guy“-Rolle auf, schritt mit zusammengekniffenen Augen lässig die Bühne ab, einen Daumen locker in der vorderen Hosentasche. Er erzählte dem Publikum noch einmal das, was ihnen Dittrich und die Einspieler bereist eingetrichtert hatten. Dreifach hält besser. Dabei gab Cowboy Marius so tiefsinnige Sätze von sich wie: Liebe ist besser als Hass. Friede besser als … Das Publikum war begeistert: Standing Ovations.

Kein Wunder, schließlich sind sie genauso so wie der Marius, sind allesamt „mutige Kämpfer“, „kritische Geister“, „wilde Revoluzzer“, die seit Jahren mit ihren linken-multikulti Stammbuchsprüchlein hausieren gehen, die sich mit ihrem Open Border-, Diversitäts- und „Das-werden-wir-uns-doch-noch-leisten-können“-Geschwurbel ganz in den Dienst der Herrschenden und des Staates gestellt haben.  Sie sind ein wichtiger Teil der neosozialistischen Propagandamaschinerie. Und wer das besonders gut und lange macht, der bekommt einen Echo für sein Lebenswerk.

Mit der Ehrung von Marius ehrt man sich selbst, klopfen sich all die musizierenden und singenden Herolde des Establishments selbst auf die Schulter. So wie diese Echo-Gala dürften sich auch die Parteitage der Kommunisten Mitte der 80er Jahre angefühlt haben. In den sozialistischen Prunkbauten feierte man sich und seine Weltsicht, während es draußen aufgrund genau dieser kranken Ideologie bereits heftig brodelte und das System vor dem Zusammenbruch stand. Aber drinnen spielt man noch heile Welt.

Auch beim Echo 2017 feierten sich die musizierenden Gutmenschen, während draußen der öffentlich Raum von den Neubürgern eingenommen wird, die Kriminalität explodiert, sexuelle Übergriffe und Terror nun zum europäischen Alltag gehören. Als ob das alles nicht passieren würde, sagen beim Echo die ausgezeichneten Sänger, Popsternchen und rappenden oder Gitarre spielenden Alternativlinge brav ihre politisch korrekten Sprüchlein auf, geben ihre Belehrungen und Handlungsanweisungen, die auch aus dem Kanzleramt, dem Innen- oder Justizministerium kommen könnten, an ihre Fans ab.

Für den mutigen Marius ist sich jedenfalls noch ein Lebenswerk-Echo ausgegangen. Viele seiner singende und musizierenden Genossen werden wohl keinen mehr bekommen. Wenn‘s hochkommt, noch einer oder zwei. Viel mehr Zeit werden sie nicht mehr haben. Die Menschen haben die Nase voll von verkleidete Musikclowns und ihrer elenden Heuchelei, ihren naiv-dummen Statements und moralinsauren Apellen, ihrem Gratis-Mut. Das ist wohl auch ein Grund, für das Comeback des weitgehend unpolitischen deutschen Schlagers …

Von WERNER REICHEL bei ORF-watch.at

Feb 022017
 

Von WERNER REICHEL bei ORTNERONLINE

Was hat er heute wieder angestellt ?

Die europäische Massenhysterie will nicht abflauen. Noch immer hyperventilieren linke Politiker, Journalisten, Intellektuelle und Künstler, wenn sie nur an ihren politischen Alptraum, an Donald Trump denken. Jeden Tag präsentieren sie uns eine neue noch schlimmere, eine noch schrillere Aktion vom sexistischen Prolo-Schwachkopf aus dem Weißen Haus. Jedes Wort, jedes Dekret, jede Tat, eine Beleidigung für die empfindsame Gutmenschenseele. Jetzt hat er auch noch die Justizministerin entlassen. Man glaubt es nicht. Die gute Dame hatte Trumps Entscheidung, ein temporäres Einreiseverbot für Bürger einiger failed states zu verhängen, in denen Islamisten und Jihadisten an der Macht sind bzw. ihr Unwesen treiben, kritisiert und ihre Mitarbeiter zum Widerstand dagegen aufgehetzt.

Die Geschichte ist nicht einmal halb so spannend und schlimm, wie es die gackernden europäischen Nanny-Journalisten darzustellen versuchen. Die Dame war nur kommissarische Ministerin. Trumps Justizminister wird derzeit ja von den Demokraten blockiert. Zudem ist Trumps sogenannter Muslim-Ban gar keiner. Mit etwas Recherche wüsste selbst der gemeine europäische Qualitätsjournalist, dass es weltweit rund 60 Staaten mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung gibt. Das Einreiseverbot betrifft hingegen nur sieben. Wer trotzdem von einem Einwanderungsstopp für Muslime spricht, weiß es entweder nicht besser oder er verbreitet gezielt Fake-News. Okay, die dürfen das. Der Zweck, sprich der Kampf gegen den „Populismus“, heiligt schließlich die Mittel.

Um den Trump-Hass des europäischen Stimmviehs weiter am Köcheln zu halten, muss man jedem Bericht und jeder Nachricht einen gewissen Spin geben. Trump könnte derzeit über Wasser gehen und Blinde sehend machen, die angepisste politisch-korrekte Machtelite in Europa würde ihn auch dafür verspotten und verachten.

Der chronische Trump-Hass erinnert an einen quasireligiösen Massenwahn. Nach dem schwarzen Heiland Obama hat nun der böse Dämon, der Angry White Man Donald Trump, die Welt in seinen knochigen Klauen. Gut gegen Böse. Obama und Trump sind Projektionsflächen für die Phobien und Visionen der Linken dies- und jenseits des Atlantiks.

Es gibt mittlerweile unzählige Hitler-Trump Vergleiche, nicht nur auf linken Hetzplattformen im Internet, sondern auch von „seriösen“ Medien wie etwa der „Zeit“.  Alles was Trump ausspricht, dekretiert, entscheidet oder twittert, ist per se böse, eben weil es von Trump kommt. Da spuckt etwa die europäische linke Intelligenzija seit Jahren und Jahrzehnten Gift und Galle über die angeblich imperialistische und expansionistische Politik der Vereinigten Staaten. Doch wenn Trump ankündigt, die USA werden künftig nicht mehr den Weltpolizisten spielen, dann führen die Europäer keine Freudentänze auf, nein, sie kritisieren ihn dafür. Dank Donald Trump können die staatsgläubigen europäischen Untertanen endlich wieder ihrem latenten Antiamerikanismus, den sie in den vergangenen Jahren, als Messias Obama in Washington wirkte, unterdrücken mussten, wieder freien Lauf lassen. Jetzt lässt auch die Journaille so richtig die Sau raus. Eine dümmliche Schlagzeile jagt die nächste.

Auch deshalb, weil Trump das Sicherheitsschmarotzertum der Europäer nun beendet. Zu recht. Bisher haben die Amis ohne große finanzielle Gegenleistung die Europäer beschützt. Sie durften sich dafür von den obergescheiten Europäern auch noch regelmäßig ans Bein pinkeln lassen. Da Europa über Jahrzehnte nicht selbst für seine Sicherheit verantwortlich war, mutierten viele Europäer zu Pazifisten, die Grünen wollten gar die Heere abschaffen. Jetzt ist Schluss mit lustig am pazifistischen Ponyhof. Mit dem außenpolitischen Paradigmenwechsel der USA sind die weitgehend wehr- und verteidigungsunfähigen Europäer plötzlich auf sich alleine gestellt. Mit Uschis deutscher Gender-Bundeswehr oder dem österreichischen Bundesheer, das die Minister Klug und Darabos gezielt zugrunde gerichtet haben, lässt sich kein Land verteidigen, kein Krieg führen, geschwiege denn einer gewinnen. Und das in Zeiten wie diesen. Jetzt ist der der Prolo aus dem Weißen Haus wieder an allem schuld.

Trump macht, Europa winselt. Wobei das weder ein neues noch ein allein politisches Phänomen ist. Man kennt das zum Beispiel aus der Wirtschaft. Amerika forscht, entwickelt, erfindet und Europa kritisiert. Während amerikanischen Konzerne wie Google, Apple oder Amazon die Welt erobern, versucht man sie in Europa mit Bürokratie, Regeln, Verordnungen und Steuern zu behindern. Erbärmlich. Darin sind wir Europäer wirklich gut. Zu mehr reicht es in den leistungs- und innovationsfeindlichen sozialistischen Nanny-Staaten nicht.

Die alten sozialistischen Eliten in Europa haben noch nicht einmal ansatzweise begriffen, was die Trump-Präsidentschaft für sie und ihre Zukunft tatsächlich bedeutet. Der Westen steht vor einem Systemwechsel. Trump hat eine Bewegung in Gang gesetzt, die den neosozialistischen Metastasen Multikulti, Genderismus, Ökultismus und der politischen Korrektheit den Garaus machen könnte. Deshalb starrt auch der polit-mediale Machtblock mit einer Mischung aus Staunen, Entsetzen, Angst und Hass auf Washington und den Mann mit der seltsamen Frisur.  Dass Trump erfolgreich sein könnte, ist die größte Angst der Europäer. Man begreift nicht so recht, was vor sich geht, schließlich schien es so, als hätte man bis zum Brexit und den US-Wahlen alles fest im Griff. Man verwechselte die veröffentlichte Meinung mit der öffentlichen.

Die europäischen Bürger haben sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten daran gewöhnt, dass die Elite und ihre Handlanger keine Politik für sie machen, sondern immer nur die Interessen anderer vertreten. Man gab bestenfalls im paternalistischem Tonfall vor, die Ängste der Bürger zu verstehen um sie im nächsten Halbsatz als dumm und unbegründet abzutun.

Politik in Europa beschränkte und beschränkt sich in der Regel darauf, dass Leben der Untertanen bis in die privatesten Bereiche hinein zu regeln, zu kontrollieren, die Mittelschicht finanziell auszupressen und die großen Probleme und Herausforderungen vor denen Europa steht zu leugnen und zu ignorieren. Wir schaffen das. Die Islamisierung, die unkontrollierte Masseneinwanderung, die Schuldenkrise, die Deindustrialisierung, der Terrorismus, die Bevölkerungsexplosion in Afrika und deren Folgen für Europa etc. Auf alle diese Probleme haben die europäischen Eliten keine Antworten, stattdessen werden Duschköpfe genormt, Glühbirnen verboten und das Bargeld abgeschafft.

Die Europäer haben sich an diese Art der Herrschaft gewöhnt. Und plötzlich taucht in den USA ein Mann auf, der Politik macht. Politik im Interesse seines Landes, im Interesse seiner Bürger. Unerhört! Der angeleinte Europäer könnte nun erkennen, dass Politik nicht zwangsläufig leeres Herumschwurbeln, Tarnen, Täuschen und Tricksen bedeuten muss. Während Europa sogar damit überfordert ist, schwer kriminelle Flüchtlingsdarsteller wieder außer Landes zu schaffen, verhängt Trump per Unterschrift ein temporäres Einreiseverbot für Bürger aus problematischen Ländern. Da hilft es auch nichts, wenn man auf Trump zeigt und aufgeregt Faschismus, Populismus und Nazi schreit. Trump mit Hitler zu vergleichen ist nicht nur dumm und verantwortungslos, es verharmlost auch den Nationalsozialismus und ist eine Verhöhnung seiner Millionen von Opfern. Deshalb: tief durchatmen.

Trump ist der Sieger einer fairen demokratischen Wahl und er bewegt sich im Rahmen der Verfassung. So geht Demokratie. Man kann und darf Trump und seine Politik dumm und schrecklich finden, das berichtig aber nicht zu völlig überzogenen Reaktionen, die noch dazu demokratische Spielregeln verletzen.

Trump hat eine Zeitendwende eingeleitet. Die alten erschlafften Eliten spüren das. Sie sind längst in der Defensive.  Sie geifern und hetzen, versuchen mit immer neuen Zensurmaßnahmen, schrillerer Propaganda, Repressalien, mit inszenierten Neustarts und eilig präsentierten Plänen ihren Ab- und Untergang hinauszuzögern. Es wird ihnen nichts mehr nutzen. Der Trumpimsus hat Europa längst erfasst.

Feb 012017
 

Wann kann man eine gesellschaftliche Entwicklung als auf absehbare Zeit unumkehrbar bezeichnen? Gibt es im Vorfeld großer Zusammenbrüche den einen Moment, an dem erkennbar eine Weiche gestellt wird, deren eine Seite in Richtung Ungewissheit führt, während die andere Seite zwangsläufig in Richtung Abgrund weist? Historiker finden in der Geschichte zahlreiche Ereignisse, deren katastrophales Ende sie gern auf ein initiales Ereignis zurückführen, aus dem heraus die folgenden Handlungen geradezu automatisiert und folgerichtig abliefen.

Als Beispiel sei hier nur das Attentat in Sarajewo genannt, das lange Zeit als „der Auslöser“ des Ersten Weltkrieges galt, von dem aus sich alles andere zwangsläufig entwickelt habe. Nun krankt die vergleichende Geschichtsforschung bekanntlich an der mangelhaften Infrastruktur für Zeitreisen, weshalb sie den endgültigen Beweis für derlei „Initial-Thesen“ stets schuldig bleiben muss. Sie kann nämlich nie den Gegenbeweis führen, indem sie eine Weiche in der Vergangenheit anders stellt und dann feststellt, was auch hätte passieren können.

Deshalb ist das, was ich jetzt zu tun beabsichtige unstatthaft, unwissenschaftlich, ungenau, unbeweisbar und dementsprechend reine Spekulation. Ich werde ein solches als „Initial“ betrachtetes Ereignis in die Gegenwart projizieren und behaupten, dass gerade wieder ein ähnlicher Zeitpunkt kurz bevor steht, an dem sich die Zukunft in zwei sehr unterschiedliche Richtungen entwickeln kann.

Die Möglichkeit, alternativlos „durchzuregieren“

Jeder, der sich auch nur ein Wenig in der Geschichte auskennt, wird mit dem Begriff „Ermächtigungsgesetz“ etwas anfangen können. Er steht synonym für die wohlbegründete und erfolgreiche Selbstentmachtung des Deutschen Parlaments und damit am Ende des Endes der Demokratie der Weimarer Republik. Ab dem 25.3.1933 konnte Hitler damit beginnen, auch noch die letzten Reste der Demokratie in Deutschland zu beseitigen. Die parlamentarische Kontrolle war abgeschafft, das Parlament hatte sich per Gesetz selbst entmachtet.

Eine „große Koalition“ aller Parteien – mit Ausnahme der SPD, die geschlossen gegen das Gesetz stimmt und der KPD, die durch Verfolgung und Verbot an der Abstimmung nicht mehr teilnehmen konnte – stimmt mit „ja“ und sorgt für die nötige 2/3-Mehrheit zugunsten des Selbstmordes mit Ansage, dessen Titel „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ so gar nicht nach dem klang, was es eigentlich implizierte: Die Abschaffung jeder Opposition und die Möglichkeit für Hitler, alternativlos „durchzuregieren“. Die letzten Worte im frei gewählten Reichstag, die Otto Wels von der SPD sprach, kennt heute fast jeder. „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“ Noch aufschlussreicher finde ich aber ein Zitat aus der Rede von Ludwig Kaas, der mit dem katholischen Zentrum für das Gesetz stimmte und vor Wels sprach:

„Die gegenwärtige Stunde kann für uns nicht im Zeichen der Worte stehen, ihr einziges, ihr beherrschendes Gesetz ist das der raschen, aufbauenden und rettenden Tat. Und diese Tat kann nur geboren werden in der Sammlung.“

Die „rasche, aufbauende, rettende Tat“ blieb indes aus, wie wir wissen. Die durch das Ermächtigungsgesetz legitimierte autokratische Herrschaft der NSDAP sorgte stattdessen binnen kürzester Zeit durch Ausschaltung jeder Opposition und Demokratie nur für rasche, zerstörende und mordende Taten – alles im Namen der Wahrheit und der Alternativlosigkeit. Das bittere Ende, das zwölf Jahre später als Rauch über Trümmern und Leichenbergen schwebte, war selbstredend nicht das, was sich Prälat Kaas in sicher guter Absicht von seiner Zustimmung erhofft hatte.

2017 – das Jahr, in dem die Meinungsfreiheit verloren gehen könnte

2017 könnte es wieder zu einer Situation kommen, die für lange Zeit die Weichen in diesem Land zu stellen vermag – ganz ähnlich wie 1933 würde vom Parlament auch heute nicht explizit die Abschaffung der Meinungsfreiheit verlangt. Nein, man wählt sich heute Fake-News und Hate-Speech als Ziel aus. Einmal abgefeuert könnte dieser Pfeil jedoch auch anderes Wild gleich mit erlegen.

Keiner weiß genau wie und wann, aber dass unsere Bundesregierung an der Errichtung eines wie auch immer genannten „Wahrheitsministeriums“ arbeitet, ist bekannt. Denn der deutsche Politikbetrieb hat den Feind im eigenen Land entdeckt, der in schöner Regelmäßigkeit den Verlautbarungen der Regierungslautsprecher Wort für Wort folgt, nur um in diesen dann anschließend das Verhältnis der Inhaltsstoffe Fakten, Beruhigungs- und Aufputschmittel mittels Apothekerwaage zu bestimmen und die Ergebnisse ohne weiter Prüfung Online zugänglich zu machen. Ein Blogger in Hintertupfingen ist heute genauso schnell bei seinen Lesern, wie ein Regierungssprecher bei seinen Multiplikatoren befreundeter Medien.

Es gibt seit einiger Zeit eine erosive Stimmung im Land, die uns vorzuführen die regierungsnahen Medien nicht müde werden. Überall entstehen derweil private und halbstaatliche Organisationen, die sich dem Kampf gegen Rassismus, Rechts, Rechtspopulismus, Islamophobie, Ausländerfeindlichkeit und natürlich Faschismus verschrieben haben – am besten kämpft man gegen alles zusammen, am tapfersten ist man dort, wo keiner der deklarierten Feinde sein freches Haupt erhebt. Die „freien Radikalen“ stürzen sich wie Märchenprinzen von edlem Geblüt, sorry Gemüt, auf all die bösen Gesinnungsdrachen, um ihnen die rechten Köpfe abzuschlagen. Allein, es scheint nicht zu fruchten, wenn sich selbst Bundesminister und Meinungsüberbringer wie Spiegel, Süddeutsche und Zeit immer wieder als Schild und Schwert der großen Koalition mit Begriffskeulen helfend auf die Drachen stürzen. „Elender Spalter!“ sind die Worte, die der Keil von der Axt zu hören bekommt, bevor deren Wucht auf ihn hernieder saust. Der Drache zieht sich indes in die sicheren Höhlen des Internet zurück, wo er für die braven Ritter kaum zu erreichen ist. Noch nicht.

Plötzlich sieht jedes Gegenüber wie die leibhaftige Lüge aus

Gleichzeitig vermitteln die Kämpfer für das ewig Gute den Eindruck der Erschöpfung, weil man all der Drachen, der falschen Meinungen, Satiren, Fake-News und der bösen fremden Mächte (Putin, China, Nordkorea, le Pen, Trump…ideologisch unpassendes bitte streichen) kaum noch Herr zu werden glaubt. Wenn man das Schwert der Wahrheit zu führen glaubt, sieht jedes Gegenüber wie die leibhaftige Lüge aus. „Zunehmender Rechtspopulismus“ steht dafür als symbolische Formulierung, um die Richtung der Debatte vorzugeben, die irgendwann nur noch einen Schluss zulassen soll: Man muss rettend eingreifen, bevor alles noch viel schlimmer wird und am Ende womöglich der edle Ritter die Schlacht verliert! Warum also nicht mit einem Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich dem Ritter das Schlachtfeld frei räumen? Entschuldigung, ich wollte natürlich sagen: Warum also nicht mit einem Gesetz zur Behebung der Argumentationsnot von Bevölkerung und Europa dem Ritter das Schlachtfeld frei räumen?

Im Jahre 2017 sind es ausgerechnet die SPD und die von ihr geführten Ministerien für Justiz und Famile, von denen die größten Anstrengungen in dem Bemühen ausgehen, die Meinungsfreiheit an eine beliebig straffbare Kette zu legen, indem man möglichst unter dem öffentlichen Radar versucht, ein „Abwehrzentrum gegen Desinformation“ zu etablieren. Die willfährigen Landsknechte lässt man schon mal „auf Probe“ von der Leine, wie die Aktionen „KeinGeldFürRechts“ und „Stop Hatevertising“ beziehungsweise dem semiprofessionellen dafür aber doppelmoralischen „correctiv“ zeigten. Und sei es nur um zu testen, wie der vorlaute Pöbel reagiert und wie bereitwillig sich dessen frechste Vertreter in die Wüste jagen und die Reste der freien Wirtschaft von solchen Aktionen einschüchtern lassen.

Indes stehen neue Helden bereit, den in ersten Gefechten verschlissenen Rittern zur Seite zu springen. Und wenn Steffen Seibert mit seinem Anglerlatein erschöpft ist, schlägt die Stunde für Ranga Yogeshwar vom WDR.

„China behält eine gewisse Kontrolle darüber, welche Nachrichten ihr Land penetrieren. Das brauchen auch wir, um sicherzustellen, dass nicht das Betriebssystem unseres Landes gestört wird.“

Nun achtet China nicht nur darauf, welche Nachrichten das Land erreichen, sondern auch, welche es verlassen und welche innerhalb des Landes zirkulieren dürfen. Das bedeutet nichts anderes, als dass die kommunistische Parteiführung die Kontrolle über das Internet und all die chinesischen und westlichen Drachen hat. Ein Traum für alle in Deutschland, die „systemnah“ beschäftigt sind, auch für den sonst so symphatischen Erklärbären vom WDR.

„Europa muss bei den Massenmedien eine gewisse Souveränität behalten.“

Wer ist in diesem Satz Europa und wessen Souveränität ist gemeint? Die der Konsumenten oder die Konstrukteure? Und was, wenn sich die Bundesregierung diese Souveränität in der Weise sichert, dass staatliche und staatlich Beauftragte Organisationen über Wahr und Falsch im Netz wachen dürfen wie in China? Was, wenn man nach ein paar zum Schweigen gebrachter ominöser Quellen, die sowieso jeder kennt, denkt, man könne ruhig noch einen Schritt weiter gehen? Was, wenn Teile der Wahrheit die Bevölkerung nur verunsichern könnten und man ihnen das aus Fürsorglichkeit lieber ersparen möchte? Was, wenn man dafür sorgen könnte, dass eine Demonstration, von der sowieso nur Ärger zu erwarten wäre, nie zustande käme, weil man die für das Zustandekommen nötige Kommunikation unterbindet? Was, wenn „kleinere“ Terroranschläge mit wenigen Opfern so lokal und unter dem Radar bleiben könnten, wie sie stattfinden?

Werden nach den Buntstiften auch die bunten Meinungen aus dem Verkehr gezogen?

Die ARD hätte sich vielleicht nie erklären müssen, der Mord an Maria in Freiburg sei nur ein „lokales Ereignis“ ohne nationale Relevanz, weil es eben unwidersprochen ein lokales Ereignis geblieben wäre. Was, wenn gleichgeschalteten Staatsmedien, die direkt vom Politikbetrieb abhängig sind, ergänzt durch alimentierte private Restmedien – um den Schein der Meinungsvielfalt zu wahren – in der Lage wären, ein Scheinbild aus Harmonie und „good governance“ aufrechterhalten, während es in Wirklichkeit an allen Ecken knallt und zischt? Was wenn die Meldungen der Klebers und Gauses und all der anderen Vertreter der Plapper-Class nicht mehr hinterfragbar sind, weil sie unter dem Prüfsigel der „Correktiv-News“ Sakrosankt sind? Wird das der Beginn einer harmonischen und konfliktarmen Zeit sein, oder das Ende der bürgerlichen Demokratie bedeuten?

Die EU kann heute zwar Wassermalfarben und Buntstifte wegen deren Giftigkeit aus dem Verkehr ziehen und die maximale Leistungsaufnahme von Staubsaugern regeln, die innere Sicherheit jedoch ist als nationales Gut kaum zu verteidigen und daher aufzugeben, Terroranschläge gehören zum Restrisiko, was aber bitte niemanden dazu bringen sollte, seine Lebens- und Konsumgewohnheiten zu ändern.

Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass die überfürsorgliche EU ausgerechnet Buntstifte für eine Gefahr hält, wo in Deutschland doch sonst die Kunterbuntheit als Wert an sich gepriesen wird.  Was passiert aber, wenn nach den Buntstiften die bunten Meinungen wegen vermeintlicher Giftigkeit aus dem Verkehr gezogen werden? Ob Herr Maas von der SPD eine Ahnung davon hat, dass es ausgerechnet das eigene Parteiorgan „Vorwärts“ war, das so soft wie kein anderes Medium in der Geschichte Deutschlands verboten wurde? Ob allen, die jetzt die ordnende Hand des Gärtners fordern, um die unkrautigen Meinungen auszureißen, die zwischen den vermeintlich sicheren Gehwegplatten der Leitmedien sprießen, wirklich klar ist, dass auch Heinrich Heine einst als Nestbeschmutzer galt, als der aus seinem Pariser Exil auf Deutschland schaute?

Deshalb meine Frage an die marginalisierte und opportunistische Opposition aus Grünen, Linken und ein bisschen CSU: Wenn es zum Schwur käme, wenn Artikel 5 des Grundgesetztes, welcher die Meinungs- Rede- und Pressefreiheit garantiert, eine neue ministeriale und gesetzliche Klammer bekommen sollte (zum Schutz, versteht sich), könnte es im Jahr 2017 ähnlich wie 1933 zu einer „raschen, aufbauenden, rettenden Tat“kommen? Würde, die Mehrheit der Grünen und Linken die Hand zur Abschaffung „falscher Meinungen“ heben, weil „[..] diese Tat nur geboren werden kann in der Sammlung“ der Opposition und der Regierung?

Ich bin gespannt.

Von Roger Letsch erschienen bei der Achse4 des Guten > Achgut.com

Jan 222017
 

Von Werner Reichel

Wer vor, während und nach der Amtseinführung von Donald Trump durch die deutschsprachigen TV-Sender zappte, der fand kaum einen, der auch nur den Versuch wagte, halbwegs neutral über den neuen US-Präsidenten zu berichten.

Was dem Zuseher entgegenschwappte, war vielmehr eine Mischung aus Ungläubigkeit, Hass, Wut, Angst, Verzweiflung, Überheblichkeit und Unverständnis. Journalismus war nicht einmal mehr in Spurenelementen vorhanden. Die Berichte, Analysen und Einschätzungen sagten wenig über Trump und viel über das Selbstverständnis und die Ängste der linken Medienmeute aus. Es ist schon ziemlich beunruhigend, wie schnell diese Menschen ihre Fassung verlieren, auf alle journalistischen Grundregeln pfeifen, und ihre diffusen Ängste und ihre Abscheu vor Andersdenkenden stolz zur Schau stellen.

In den gebührenfinanzierten staatlichen und den werbefinanzierten privaten TV-Meinungsanstalten glaubt jeder halbgebildete Redaktionspraktikant, er wäre ein besserer US-Präsident als Donald Trump. Es lohnt sich nicht, näher auf die desaströse „Berichterstattung“ rund um die Amtseinführung von Trump einzugehen, zumal die aufgebotenen Experten, Künstler, Journalisten und Wissenschaftler eines gemein haben: Sie sind völlig unfähig, irgendeine politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Entwicklung richtig vorauszusehen. Die gleichen Leute, die den arabischen Frühling für einen demokratischen Aufbruch hielten, die den Menschen erklärten, dass die nach Europa strömenden Menschenmassen dereinst unsere Pensionen zahlen werden, dass die Islamisierung Europas nur ein Schreckgespenst dummer rechter Hetzer sei und dass über die offenen Grenzen sicher keine Kriminellen und Terroristen ins Land kommen würden, genau diese Leute prognostizieren nun, dass Donald Trump die USA beziehungsweise gleich die ganze Welt in Schutt und Asche legt.

Da stets das Gegenteil von dem eintritt, was linke TV-Experten prognostizieren, dürften den Amerikanern rosige Zeiten bevorstehen. Eines ist wirklich fix, mit der gestrigen Performance haben sich unsere TV-Sender als seriöse Informationsquellen komplett abgemeldet. So wie man Barack Obama, dessen politische Bilanz mehr als dürftig ausgefallen ist, wie einen schwarzen Halbgott verehrte und seine vielen politischen Fehlleistungen und -einschätzungen in Erfolge umdeutete, genauso wird man versuchen, Donald Trump, egal wie erfolgreich er auch sein mag, wie einen bösen Dämon, einen Volltrottel darzustellen. Linke Kleingeister brauchen simple Welt- und Feindbilder, mit der komplexen Realität sind sie heillos überfordert. Kluge Menschen bevorzugen Journalismus.

Wer sich künftig auch nur halbwegs objektiv über amerikanische Innen- und Außenpolitik informieren möchte, der sollte deutschsprachige öffentlich-rechtliche Sender meiden und auf die bösen amerikanischen und europäischen „Fake“-News-Anbieter zurückgreifen.

Jan 172017
 

© Joachim Nikolaus Steinhöfel

Ich freue mich schon auf den Gesetzesentwurf von Justizminister Maas (SPD), der die Forderungen seines Parteikollegen Oppermann und von CDU-Fraktionschef Kauder umsetzen und Plattformen wie Facebook „empfindliche Bußgelder bis zu € 500.000,00“ androhen soll, wenn „fake news“ nicht „binnen 24 Stunden gelöscht“ würden. Die einstweilige Anordnung des Verfassungsgerichts gegen diesen Rechtsunsinn liegt auf dem Tisch, bevor das Frühstücksei gekocht ist.

Obwohl sich der Vergleich unserer demokratischen Institutionen mit dem Unrechtsstaat DDR verbietet, fühlt man sich angesichts dieser Gesetzgebungsvorhaben an den Straftatbestand „Staatsfeindliche Hetze“ erinnert: Ein in der DDR als Staatsverbrechen eingestuftes Delikt (§ 106 StGB), das mit möglichst vage gehaltenen Rechtsbegriffen u. a. den Angriff oder die Aufwiegelung gegen die Gesellschaftsordnung der DDR durch „diskriminierende“ Schriften und Ähnliches unter Strafe stellte. Unter dem Vorwurf der „staatsfeindlichen Hetze“ wurden viele Oppositionelle der DDR verhaftet. Die Formulierungen des Paragraphen waren so unbestimmt, dass fast jede kritische Äußerung strafrechtlich verfolgt werden konnte. Noch schlimmer ist, dass der Gesetzentwurf aus dem Hause Maas auch so lauten könnte:

„Wer vorsätzlich eine unwahre oder gröblich entstellte Behauptung tatsächlicher Art aufstellt oder verbreitet, die geeignet ist, das Wohl der Bundesrepublik oder eines Landes oder das Ansehen der Bundesregierung oder einer Landesregierung oder der hinter diesen Regierungen stehenden Parteien oder Verbänden schwer zu schädigen, wird…bestraft.“

Dieses Gesetz stammt aus der Nazizeit, vom 20. Dezember 1934, bekannt unter dem Begriff Heimtückegesetz. Es schränkte das Recht auf freie Meinungsäußerung ein und kriminalisierte alle kritischen Äußerungen, die angeblich das Wohl des Reiches, das Ansehen der Reichsregierung oder der NSDAP schwer schädigten.

„Hate Speech“ und „Fake News“, was soll das sein? Wahlkampfversprechen wie „Die Rente ist sicher?“ oder „Wir schaffen das?“

Die Verwendung des Begriffs „Wirtschaftflüchtling“, den eine mit Millionen von Steuergeldern subventionierte linksextreme Stiftung als „rechte Hetze“ brandmarkt? Oder die offizielle Pressemitteilung der Polizei, wonach es in Köln vor einem Jahr eine ruhige Silvesternacht gegeben habe? Wer verwendet diese Begriffe und warum? Die Formeln sind ungenau, schwammig und Instrument von Akteuren, die jenseits der Gesetze auf den Trichter gekommen sind, zulässige Meinungsäußerungen, die ihrer politischen Ausrichtung zuwider laufen, zu kriminalisieren. Das permanente Operieren mit unbestimmten Rechtsbegriffen wie „Hate Speech“ oder „Fake News“ ist deshalb so geschickt, weil es Verunsicherung in die öffentliche Debatte trägt und zur Verängstigung der Menschen bei der Wahrnehmung ihrer Grundrechte führt.

Wir brauchen keine neuen Gesetze!

Facebook und Konsorten sowie die dort Agierenden können auch nach aktuellem Recht hinreichend zur Verantwortung gezogen werden. Das Zivilrecht gibt mit den §§ 823 ff. BGB bei Beleidigungen, unwahren Tatsachenbehauptungen oder Schmähkritik ein hinreichendes Instrumentarium, das auch gegenüber sozialen Netzwerken ohne weiteres eingesetzt werden kann. Es wird ergänzt durch die strafrechtlichen Vorschriften von Beleidigung, übler Nachrede, Nötigung, Bedrohung, Volksverhetzung und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Bei einem Strafmaß von bis zu fünf Jahren Haft ist jegliche weitere Gesetzgebung völlig entbehrlich. Hass mag man aus moralischen Gründen ablehnen. Meinungen und Überzeugungen sind aber straffrei. Wir haben – und brauchen – kein „Gesinnungsstrafrecht“.

.Was die Politik von Facebook an Löschleistung verlangt, ist ebenfalls abwegig. Was leicht zu belegen ist: Die renommierten Pressekammern der deutschen Landgerichte verfügen über ca. 3,5 Richterstellen und müssen pro Jahr 800-1000 Verfahren bewältigen. Wenn man in einem Eilverfahren schon einmal 14 Tage auf die einstweilige Verfügung wartet, sagt das alles über das, was professionelle Richter bei sorgfältiger Arbeit zu leisten vermögen. Und jetzt sollen Amateure bei Facebook am Tag so viele Fälle bearbeiten, wie drei bis vier Berufsrichter im Jahr? Oder soll Facebook mehr Juristen einstellen, als der deutsche Staat seinen Bürgern zur Gewährleistung staatlichen Rechtsschutzes zur Verfügung stellt? Wollen Maas & Co., die sonst gerne gegen Privatisierung zu Felde ziehen, die Entscheidungen über die Verletzung deutschen Rechts von den Fachgerichten an anonyme Löschkommandos in Irland oder Pakistan outsourcen? Tatsächlich würde hier mit gesetzgeberischem Zwang ein rechtliches Paralleluniversum implementiert, das faktisch Unmögliches leisten soll. Um die drakonischen Strafen zu vermeiden, wird Facebook im Zweifel die Löschtaste heiß laufen lassen. Womit über einen eleganten Umweg die freie Ausübung des Grundrechts auf Meinungsfreiheit massiv eingeschränkt würde. Rechtzeitig zur Bundestagswahl. Und nur darum geht es Kauder, Oppermann, Maas und Co.

Aber nicht nur deswegen ist das groteske Gesetzesvorhaben, schon aus verfassungsrechtlichen Gründe, zum Scheitern verurteilt. Es diskriminiert Facebook gegenüber anderen Medien und verletzt auch den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung (Art. 3 GG). Anders als bei Zeitungen, beim Radio oder beim Fernsehen stammen die beanstandeten Meldungen oder Äußerungen nicht einmal von der Plattform selbst. Facebook aber soll nach Kenntnis in 24 Stunden löschen, während andere Medien, von der Yellow Press bis zu „Bild“, vom „Deutschlandfunk“ bis zum „ZDF“ in der Regel mindestens 1-2 Wochen haben, bis die einstweilige Verfügung auf dem Tisch liegt. Und das sind angesichts von tausenden von presserechtlichen Verfahren in Deutschland pro Jahr nicht wenige falsche Tatsachenbehauptungen oder Persönlichkeitsrechtsverletzungen. Ein befreundeter Anwalt nannte die „Bild“-Zeitung einmal eine „Persönlichkeitsrechtsverletzungsmaschine“. Auch die Rechtsabteilungen anderer „Qualitätsmedien“ haben gut zu tun.

Das Vorhaben ist also nicht nur nicht umsetzbar, sondern auch diskriminierend. Es ist auch argumentativ nicht zu rechtfertigen, warum Facebook hier genötigt werden soll, so viel schneller zu reagieren, als eine beliebige Tageszeitung. Und es ist auch nicht plausibel, warum Bußgelder von bis zu € 500.000,00 in Rede stehen, während der gesetzliche Höchstrahmen bei Verstößen gegen einstweilige Verfügungen, der der Presse maximal droht, lediglich die Hälfte beträgt.

Die angekündigten Gesetze wären in mehrfacher Hinsicht verfassungswidrig, sie sind überflüssig und dienen lediglich dem Zweck, der Politik die Herrschaft über den entgleitenden zivilgesellschaftlichen und politischen Diskurs zurück zu verleihen. Bei all seinen erheblichen und selbstverantworteten Schwächen ist Facebook das Forum Romanum des digitalen Zeitalters und verdient im Kampf um die Bewahrung der Meinungsfreiheit Unterstützung.

Nur bei zwei bislang nicht erörterten Punkten gäbe es Handlungsbedarf. Den sozialen Netzwerken sollten aufgegeben werden, eine im Inland liegende Zustelladresse im Impressum zu benennen, an die Abmahnungen, einstweilige Verfügungen und Klagen gerichtet werden können. Dies würde jegliche Verfahren ganz massiv beschleunigen, vereinfachen und die Justiz entlasten. Und auch wenn die Klagemöglichkeit gegen ungerechtfertigte Sperrungen jetzt schon gegeben ist, wäre eine klare Regelung hilfreich, die Sperrungen untersagt und Schadensersatz- und Unterlassungsansprüche einräumt, wenn sich der Betroffene im Rahmen der Meinungsäußerungsfreiheit des Art. 5 GG bewegt hat. Vermutlich werden wir darauf angesichts der fachlichen Qualität des Justizministers aber noch lange warten dürfen.

© Joachim Nikolaus Steinhöfel

Jul 272016
 

Ein ARTIKEL von Dietmar Jazbinsek, erschienen bei heise.de

Beim Netzwerk Recherche versteht man die Welt nicht mehr

Kommt der Journalismus beim Thema Flüchtlingspolitik seiner demokratischen Aufgabe nach? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Forschungsprojekts, das derzeit an der Hamburg Media School durchgeführt und von der Otto Brenner Stiftung der IG Metall gefördert wird. Auf der Jahrestagung des Netzwerks Recherche stellte der Projektleiter Michael Haller Anfang Juli erste Ergebnisse der Inhaltsanalyse vor.

Insgesamt wurden rund 34.000 Presseberichte aus den Jahren 2009 bis 2015 auf ihre Aussagetendenz hin untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig: 82% der Berichte vermittelten ein positives Bild von der „Willkommenskultur“, 12% fielen neutral aus und nur 6% der Artikel übten Kritik. Für das Jahr 2015 konstatiert das Hamburger Forscherteam eine abrupte Änderung der Tonlage: Bis zum August wurde die „Pro-Euphorie“ in der Presse als gesellschaftlicher Konsens ausgegeben, nach Angela Merkels einsamer Entscheidung für eine Grenzöffnung nahm der Dissens über die unkontrollierte Zuwanderung mehr und mehr Raum ein. Doch auch in dieser Phase kam der Journalismus seiner demokratischen Aufgabe, Distanz gegenüber den Regierenden zu wahren, nicht nach, sondern stellte sich in den Dienst der regierungsamtlichen Flüchtlingspolitik. Die Kritiker wurden nun nicht mehr marginalisiert, sondern als „rechtsnational affiziert“ verunglimpft, so Haller.

Jeder Flüchtling eine Bereicherung

Es gibt viele Gründe, Merkels Dekret „Wir schaffen das“ in Zweifel zu ziehen, und es gibt einige wenige Journalisten, die diesen Gegenargumenten seit Beginn der Flüchtlingskrise öffentlich Gehör verschaffen – Roland Tichy zum Beispiel, oder Harald Martenstein im Tagesspiegel, Frank A. Meyer im Cicero und Dirk Schümer in der Welt. Doch von den Kritikern der Willkommenskultur ist allem Anschein nach niemand zu Deutschlands wichtigstem Medienkongress eingeladen worden.

Der Veranstalter – das Netzwerk Recherche – ist ein eingetragener Verein mit derzeit rund 700 Mitgliedern, die sich für den Erhalt und die Förderung des investigativen Journalismus in einer zunehmend durchkommerzialisierten Medienlandschaft einsetzen. Auf den Podien der diesjährigen Jahrestagung, die ganz im Zeichen der Flüchtlingskrise stand, waren die Befürworter der Merkel-Politik weitgehend unter sich. So gab es in den langen Debatten über die Vertrauenskrise nach der Kölner Silvesternacht nur wenige Redebeiträge, in denen der mediale „Gutmenschenrausch“ (Haller) in Zweifel gezogen wurde.

In einem dieser Ausnahme-Momente setzte Giovanni di Lorenzo, der Chefredakteur der Zeit, zur Blattkritik an: „Als ich im Urlaub die Schlagzeile der Titelgeschichte der Zeit las – ‚Willkommen!‘ – und dann den Leitartikel dazu – ‚Jeder Flüchtling ist eine Bereicherung‘ – da hätte ich am liebsten den Urlaub abgebrochen, weil ich glaube: Das schlägt auf uns zurück, das ist zu viel.“ Die Journalisten hätten sich in einem extremen Maße zu Akteuren und Missionaren gemacht, statt sich auf die Rolle des Beobachters zu beschränken, so di Lorenzo weiter. Er hätte sich nicht träumen lassen, dass die Bild-Zeitung einmal eine Parole der Autonomen Szene – „Refugees Welcome“ – übernehmen und zum Slogan einer eigenen Kampagne machen würde. Die Art der Berichterstattung über die Flüchtlingspolitik sei von Anfang an kritikwürdig gewesen und noch lange nicht hinreichend aufgearbeitet.

Sozialtherapie für Pegidisten

Sein Gegenüber Klaus Brinkbäumer sah dagegen keinen Anlass, eigene Fehler aufzuarbeiten: „Wir haben es im Großen und Ganzen sauber hinbekommen und sorgfältig berichtet“, meinte der Chefredakteur des Spiegel und lächelte zufrieden. In der Asyldebatte Anfang der 1990er Jahre hätte der Spiegel einige latent ausländerfeindliche Titel herausgebracht – diesen Fehler habe die neue Chefredaktion nicht noch einmal machen wollen. Einen Vertrauensverlust gebe es heute nur bei einem kleinen, lautstarken Teil der Leserschaft. Das seien Leute, die auf die Gerüchte und Lügen in den sozialen Medien hereinfielen, und denen man „mit Autorität“ entgegentreten müsse.

Tatsächlich hat kaum ein anderes Printmedium die Polarisierung zwischen dem dunklen, angeblich rechtsextremen und dem hellen, ausländerfreundlichen Deutschland so auf die Spitze getrieben wie das Hamburger Nachrichtenmagazin. Die wenigen Publizisten, die sich nicht gehorsam bei den Helldeutschen einreihen wollten, wurden im Spiegel als „Salonhetzer“ tituliert. Für ihre empathische Haltung gegenüber den Flüchtlingen habe die Redaktion viel Zuspruch von den Stammlesern bekommen, betonte Brinkbäumer. In Zukunft wolle man dieses „markentreue“ Segment des Publikums bevorzugt bedienen und die anderen ignorieren. FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube pflichtete ihm bei: Der Prozentsatz der „an Verstandestätigkeit und Empirie interessierten“ Leser sei schon immer gering gewesen und auf diesen ansprechbaren Teil der Bevölkerung müsse man sich konzentrieren.

Dem Ratschlag zur Ausgrenzung von Unzufriedenen und Ungebildeten mochte die ARD-Vorsitzende Karola Wille nicht folgen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei dazu verpflichtet, für alle Zielgruppen ein Angebot zu machen, „auch für die, die laut schreien in Dresden“. In Willes Heimatsender MDR experimentiert man deshalb mit neuen Dialogformaten. So wurden im Januar zwei ältere Herren, die zuvor an Pegida-Demonstrationen teilgenommen hatten, in das Landesfunkhaus eingeladen, um dort einen Tag lang die Produktion von Nachrichten einmal hautnah mitzuerleben. Durch den Anschauungsunterricht in Sachen Redaktionsarbeit habe man „ein Stück Respekt“ wiedergewonnen, so Wille. Thomas Roth dagegen hält wenig von solchen Dialogangeboten: Die Öffentlich-Rechtlichen könnten keine „Sozialtherapie für Pegidisten“ leisten, meinte der Moderator der Tagesthemen und hat damit wahrscheinlich Recht – schon allein, was die Menge der Einzuladenden betrifft.

Doch es geht auch einfacher: Statt die Zuschauer zu ermuntern, mehr Verständnis für Journalisten aufzubringen, könnten sich die Medienmacher darum bemühen, ihr Publikum besser zu verstehen. Das war zumindest die Empfehlung von Lars Reckermann in einem Forum über den Lokaljournalismus. Man müsse sich wieder auf alte Tugenden besinnen, meinte der Chefredakteur der Schwäbischen Rundschau: Rausgehen, sich draußen rumtreiben, mit den Leuten ein Bier trinken. „Irgendwann haben wir uns in den Redaktionsstuben versteckt. Wir hatten auch genug zu tun, die Emails kamen rein, das war ja praktisch, die mussten wir nur noch umschreiben“, so Reckermann über den Trend zur „Sitzredaktion“.

Mainstreammedien

Von einem Bedürfnis nach größerer Nähe zum Publikum war in Hamburg allerdings wenig zu spüren. Stattdessen machte man sich über die Dummheit der eigenen Kundschaft lustig: „Es gibt viele Leute, die sagen: Ihr bekommt bestimmt Anweisungen von Regierungssprechern“, spottete der NDR-Hörfunkdirektor Joachim Knuth. Das konnte man so oder so ähnlich auch in anderen Stellungnahmen der letzten Zeit lesen oder hören: Systemmedien? Unsinn! Lügenpresse? Lächerlich!

Doch was wollen die Benutzer solcher Dysphemismen eigentlich zum Ausdruck bringen? Neu aufgekommen ist das Schimpfwort „Lügenpresse“, das aus dem 17. Jahrhundert stammt, bekanntlich im Umfeld der Pegida-Demonstrationen in Dresden. Offenbar fühlten sich ältere Ostdeutsche durch die öffentliche Willkommenseuphorie an unselige DDR-Zeiten erinnert, in denen Pressekader unisono in Begeisterung über die frohen Botschaften der Staatsführung ausbrachen. Natürlich wehren sich Journalisten heute zu Recht gegen die Unterstellung, sie würden bewusst die Unwahrheit verbreiten und das auch noch auf Anweisung von oben.

Solche Beteuerungen der eigenen Unabhängigkeit wären jedoch überzeugender, wenn sie eine bessere Erklärung für die Tendenz zum publizistischen Konformismus mitliefern würden. Diese Tendenz illustriert Uwe Krüger in seinem neuen Buch „Mainstream“ an einer ganzen Reihe von Beispielen. Mit dem Begriff „Mainstream“ will der Leipziger Journalismusforscher zum Ausdruck bringen, dass – anders als in staatlich zensierten Medien – „kritische Perspektiven und abweichende Meinungen durchaus einmal vorkommen, aber keinen Einfluss auf die Folgeberichterstattung“ haben. Auf der Netzwerk Recherche-Tagung wurde Krügers Studie ein einziges Mal erwähnt – allerdings nicht von einem der vielen Redner aus dem Medienbetrieb, sondern von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz in seiner Ansprache über die Medien und ihre Verantwortung.

Kurskorrekturen

Nach den blamablen Nachrichtenpannen bei der Berichterstattung über die Kölner Silvesternacht haben viele Redaktionen eine erkennbare Kurskorrektur vorgenommen. Heute wird relativ regelmäßig über Sachverhalte berichtet, die 2015 nur in obskuren rechtslastigen Publikationen wie dem Blog „Politically Incorrect“, der Zeitschrift „Compact“ oder den Büchern aus dem Kopp-Verlag vorkamen: das Einschleusen von IS-Terroristen über die Flüchtlingsrouten; die Anwerbeversuche von Salafisten und Drogendealern in Asylantenheimen; die sexuellen Übergriffe junger Nordafrikaner in Badeanstalten; die irrealen Erwartungen vieler Wirtschaftsflüchtlinge an das Leben in Deutschland und Ähnliches mehr.

Man könnte auch sagen: Die Journalisten haben von ihren kritischen Lesern gelernt. Doch es genügt ein neues, unerwartetes Großereignis und die alten Besserwisser-Reflexe greifen wieder. Ein Beispiel hierfür ist die Berichterstattung über das EU-Referendum in Großbritannien. Der NDR-Redakteurin Anja Reschke kamen in Hamburg Zweifel, ob es richtig gewesen sei, dass sich die deutschen Medien „sehr stark auf die Seite der Brexit-Gegner“ geschlagen haben. Wie kann man nur so dumm sein, für den Austritt aus der Europäischen Union zu stimmen? – fragte der Chor der Kommentatoren (Frau Reschke eingeschlossen).

Dabei ist das gar nicht so schwer zu verstehen: Die Briten haben mehrheitlich für den Brexit gestimmt, weil sie die Europäische Union, so wie sie heute real existiert, nicht mehr wollen. Dafür gibt es leicht nachvollziehbare Gründe, wie zum Beispiel die Allgegenwart der Wirtschaftslobby in den Arbeitsgruppen der EU-Kommission. Ein anderer Grund ist die Anmaßung der Deutschen, als größter Nettozahler der EU allein darüber befinden zu wollen, was unter europäischen Werten und europäischer Solidarität zu verstehen ist. Man mag diese Gründe für falsch halten – dumm sind sie nicht.

Hassmails und Fanpost

„Nicht verzweifeln daran, dass sich jemand, der sich vorher vielleicht nicht artikuliert hat, sich jetzt dumm artikuliert“ – mit dieser Devise versuchte FAZ-Mann Kaube seinen Kollegen Mut zu machen.

Vor allem die Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erweckten den Eindruck, als könnten sie Aufmunterung gebrauchen. So lange sich die Unterschicht mit Unterschichtsfernsehen zufrieden gab, so lange die Zuschauer stumm vor der Glotze saßen, um sich von Volksmusik und Kai Pflaume, von wochenlangen Biathlon-Übertragungen und dem nie enden wollenden „Sturm der Liebe“ narkotisieren zu lassen, war die Welt der Programmmacher noch in Ordnung. Erst seitdem die guten alten Zeiten der Postdemokratie ihrem Ende entgegen gehen und die scheinbar Minderbemittelten ihren Mund aufmachen und „laut schreien“ (Karola Wille), macht sich in den Funkhäusern „Die große Verunsicherung“ breit – so der Titel einer Hamburger Diskussionsrunde.

Seitdem werden keine Kosten und Mühen gescheut, um diejenigen, die „Lügenpresse“ rufen, als Lügenpublikum zu entlarven. Regelmäßig schwärmen Reporterteams aus, um auf Pegida-Demonstrationen oder AfD-Veranstaltungen möglichst kompromittierende O-Töne einzufangen. Die werden dann in Panorama-Beiträgen, in Einspielfilmen der Anne Will-Sendung oder Klamauk-Reportagen der „heute-show“ zur Gaudi der Guten und Klugen versendet. Ist es wirklich verwunderlich, wenn sich die so Bloßgestellten verarscht fühlen und rabiat werden?

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Der Versuch, die Handgreiflichkeiten gegenüber Fernsehteams zu verstehen, heißt nicht, sie zu rechtfertigen. Dasselbe gilt für die zahllosen Hassmails, die darauf abzielen, ihre Adressaten mit Morddrohungen (vorzugsweise bei männlichen Pressevertretern) oder Vergewaltigungsphantasien (ausschließlich bei weiblichen Pressevertretern) einzuschüchtern. Das Vorlesen von Verbalinjurien ist in letzter Zeit zu einem Programmpunkt geworden, der auf keiner Medienveranstaltung fehlen darf. Auch beim Netzwerk Recherche diskutierte man über „Lob, Hass und Hetze – Wie Betroffene das Netz erleben“.

Interessant an der Veranstaltung war vor allem das erste Wort ihres Titels: Lob. Denn ansonsten erwecken Vertreter der etablierten Medien gerne den Eindruck, als sei das Netz nicht viel mehr als eine Meinungskloake, in der „Hetzer“ ihr „präreflexives Geraune“ (Joachim Knuth) ausscheiden. In Hamburg konnte man erfahren, wie viel positives Feedback die Journalisten via Facebook, Twitter und YouTube bekommen. „Zwei Drittel der Leute fanden das super“, berichtete Anja Reschke über die Resonanz auf ihren viel beachteten Tagesthemen-Kommentar vom 5. August 2015, der ihr eben nicht nur Beschimpfungen wie „Asylhure“, sondern auch Tausende neuer Fans und Follower eingebracht hat.

Man könnte beides – die Hassmails ebenso wie die Fanpost – als Begleiterscheinungen der gnadenlosen Personalisierung ansehen, die sich in der politischen Fernsehberichterstattung ausbreitet. Nur einige wenige Spitzenpolitiker erscheinen heute noch häufiger auf dem Bildschirm als die Berichterstatter selber. Egal, um welches Thema es geht, stets bekommt der Zuschauer vor Augen geführt, wie der Reporter ins Smartphone spricht oder in den Laptop starrt, wie er mit dem Mikro in der Hand durch die Fußgängerzone irrt oder an verschlossenen Werktoren rüttelt.

Can Dündar, Cumhuriyet

Damit das Publikum die Recherchen einordnen kann, werden Talkrunden veranstaltet, in denen Journalisten Journalisten befragen. Und um die Einschaltquoten zu erhöhen, lässt man die Moderatorinnen solcher Sendungen als Pin-up-Girls auf Werbeplakaten und Webseiten auftreten. Historiker werden hoffentlich irgendwann einmal herausfinden, wie diese Selbstdarstellungsobsession zum Inbegriff publizistischer Professionalität, wie der Selfie-Journalismus zur Königsdisziplin des Geschichtenerzählens in den Medien werden konnte.

Auf jeder Jahrestagung vergibt das Netzwerk Recherche den Leuchtturm-Preis für besondere publizistische Leistungen. Die Jury war so klug, der Versuchung zu widerstehen, einen von Hassmails Betroffenen aus den eigenen Reihen auszuzeichnen, und hat den Recherchepreis 2016 an einen Journalisten verliehen, der allen Grund hat, die Morddrohungen seiner Gegner ernst zu nehmen.

Empörungsbewirtschaftung

Am Abend vor Beginn der Journalistenkonferenz hatte Deutschland das Halbfinalspiel gegen Frankreich verloren. Beatrix von Storch kommentierte das Ausscheiden bei der Fußballeuropameisterschaft auf Twitter mit der Bemerkung: „Vielleicht sollte nächstes Mal dann wieder die deutsche NATIONALMANNSCHAFT spielen?“

Prompt reagierten hierauf zahlreiche Redaktionen mit empörten Eilmeldungen. Jakob Augstein fand es richtig, den Twitter-Kommentar sofort und überall weiterzuverbreiten. Das betonte der Verleger und Chefredakteur des Freitag in einer Debatte über den Umgang der Journalisten mit den Rechtspopulisten. Dieser Tweet – so Augstein – entlarve die AfD-Politikerin als das, was sie sei: „eine Rassistin mit tendenziell neonazistischen Anwandlungen.“ Der Medienjournalist Stefan Niggemeier war da skeptischer: „Ich weiß gar nicht, ob die sich entlarvt hat. Steht denn da irgendwas drin, was uns überrascht hat?“

Niggemeiers Frage blieb unbeantwortet und geriet im Verlauf der weiteren Diskussion in Vergessenheit – obwohl sie auf einen entscheidenden Punkt zielt. Was Frau von Storch oder Herr Gauland über Fußball und Fußballer denken, ist an sich vollkommen belanglos und hat keinerlei Neuigkeitswert. Trotzdem sorgen solche Äußerungen selbst in sonst seriösen Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen wochenlang für Schlagzeilen, eben weil man sich so wunderbar und voraussetzungslos darüber aufregen kann.

„Empörungsbewirtschaftung“ nannte Thomas Krüger, der Leiter der Bundezentrale für politische Bildung, das Kalkül, das hinter Provokationen wie dem Nationalmannschafts-Tweet steckt. Doch was Krüger als Kennzeichen des Rechtspopulismus ausgab, gilt genauso für den Umgang des Journalismus mit dem Rechtspopulismus: Auch die etablierten Medien betreiben Empörungsbewirtschaftung, wenn sie Schmuddelzitate in Umlauf bringen, nur um die Auflage, die Einschaltquote oder die Klickrate in die Höhe zu treiben.

Die Strategie der Entlarvung durch vermeintlich oder tatsächlich empörende Zitate hat noch eine andere Schattenseite. Sie ist nicht nur scheinheilig, sie ist auch kontraproduktiv. Die Leute werden nicht abgeschreckt, sondern wählen erst Recht AfD. Wie dieses Phänomen zu erklären ist, darüber wurde in Hamburg viel gerätselt. Der gängigste Erklärungsversuch lautete: Die AfD-Wähler von heute waren schon immer tendenziell neonazistisch, rassistisch, antisemitisch etc. – nur sei das früher kaum aufgefallen, weil es noch keine sozialen Medien gab.

Armin Wolf mochte sich mit dieser Erklärung nicht zufriedengeben: Mit offenem Rassismus oder offenem Antisemitismus erreiche man allenfalls eine Minderheit von vielleicht 5% der Wähler, meinte der ORF-Moderator. In Österreich lägen die Rechtspopulisten aber mittlerweile bei 25 bis 35%. Das liege vor allem an ihrer Grundbotschaft: „Wir sind die einzigen, die euch verstehen.“ Richtig sei, dass nicht einmal die Sozialdemokratie die weit verbreiteten Abstiegsängste in der Bevölkerung wirklich ernst nehme. Allein die Rechtspartei erkenne an, dass sich die Einheimischen wegen der Konkurrenz durch die Zuwanderer auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt Sorgen machten.

Wenn Journalisten dem FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache seine antisemitischen Anspielungen vorhielten, dann sagten die Leute: „Das ist uns wurscht. Wichtiger ist: Der versteht uns.“ Die Wut auf die etablierten Parteien sei mittlerweile so groß, dass viele Bürger durch einen „rationalen politischen Diskurs“ gar nicht mehr erreichbar seien, so Wolf.

Unheimlich bescheuert, geistesgestört

Doch ist der politische Diskurs der Anti-Populisten tatsächlich so rational? Wenn Journalisten „Haltung zeigen“ – wie es auf der Netzwerk Recherche-Tagung unablässig gefordert wurde – dann läuft das in der Praxis oft nicht auf das Widerlegen von Argumenten, sondern auf das Etikettieren von Personen hinaus. Bestes Beispiel hierfür waren die Redebeiträge von Jakob Augstein: „unheimlich bescheuert … die ist doof“ (so Augstein über Beatrix von Storch), „unanständig“ (über Frauke Petry), „geistesgestört … verrottet“ (über die ethischen Maßstäbe mancher Journalisten), „bizarr … völkisch … eklig“ (über einen Autor der Zeitschrift Cicero).

Mit seinem Hang zur Pöbelei erntete der Spiegel-Kolumnist und Hauptdarsteller einer Politsendung auf Phoenix bei den Kollegen in Hamburg viele Lacher. Augstein ist eben lustiger als der durchschnittliche Tagesthemen-Kommentator, der sich brav an die branchenüblichen Standardfloskeln hält. „Klare Kante gegen rechte Rattenfänger“ ist so eine Phrase, die sich unter deutschen Journalisten viral verbreitet hat und die jeden Bürger in eine Ratte verwandelt, der die Masseneinwanderung vor allem junger Männer aus dem muslimischen Raum ablehnt.

Womöglich hatte Alexander Gauland (AfD) diese Art von journalistischem Diskurs im Sinn, als er Anja Reschke (ARD) gegenüber einmal meinte: „WIR müssen doch gar nichts machen – SIE machen doch alles für uns“.

Blick in die Zukunft

Wohin die Entfremdung zwischen der Medienelite und dem gemeinen Volk führen könnte, zeigt das Beispiel Österreich. Armin Wolf berichtete in Hamburg, dass die FPÖ mittlerweile über ihren eigenen Fernsehkanal auf YouTube und über die Facebook-Seite von Parteichef Strache einen erheblichen Teil der Wählerschaft erreicht. „Die sind irgendwann gar nicht mehr auf uns angewiesen“, sagte der österreichische Journalist voraus und fügte hinzu, viele seiner Landsleute konsumierten heute schon keine etablierten Medien mehr. Wie schwierig die demokratische Willensbildung, wie aussichtslos die Suche nach politischen Kompromissen wird, wenn die Öffentlichkeit in mediale Parallelwelten zerfällt, lässt sich derzeit auch am Beispiel der USA beobachten.

„An der Grenze“ – so lautete der Titel der diesjährigen Netzwerk Recherche-Konferenz. Man kann dieses Motto auf die Berichterstattung über die Flüchtlingskrise beziehen, aber auch auf die ökonomische Krise der Medien und darauf, wie beides miteinander zusammenhängt. Die Jungen, die sich noch am ehesten von Moral-Missionen wie der Refugees-Welcome-Kampagne mitreißen lassen, geben für Printmedien kein Geld aus; die Älteren, die genug Lebenserfahrung haben, um auf die Meinungsbekundungen der Alpha-Journalisten verzichten zu können, bestellen ihre Abos ab und kaufen keine Zeitungen mehr. Deshalb spricht einiges dafür, dass sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre in Zukunft noch beschleunigt.

Die verkaufte Auflage der Bild-Zeitung ist von knapp 4,3 Mio. Exemplaren im Jahr 2000 auf unter 2 Mio. im Jahr 2015 zurückgegangen. Wenn dieser Trend anhält, wird spätestens im Jahr 2029 die letzte Papierausgabe der Boulevardzeitung verkauft. Der Spiegel erscheint vielleicht noch eine Weile länger – aber auch für ihn sind die Aussichten düster: Die verkaufte Auflage des größten deutschen Nachrichtenmagazins ist im 1. Quartal 2016 um 10% gegenüber dem Vorjahr eingebrochen.

Höchste Zeit also, um auf der Netzwerk Recherche-Konferenz 2017 einer Frage nachzugehen, die Olaf Scholz den versammelten Pressevertretern in diesem Jahr mit auf den Weg gegeben hat: „Warum ändert die jahrelange Kritik und Selbstkritik nichts an der Art und Weise, wie Journalisten mitunter Themen auswählen, zuspitzen und personalisieren?“

Jul 112016
 

US-amerikanischer Zeitungsverleger und Heraugeber der „New York Times“, John Swinton, 1880:

„Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Sie wissen es, und ich weiß es. Es gibt niemanden unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn er es tut, weiß er im Voraus, daß sie nicht im Druck erscheint.

Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung herauszuhalten, bei der ich angestellt bin. Andere von Ihnen werden ähnlich bezahlt für ähnliche Dinge, und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde auf der Straße und müßte sich nach einem neuen Job umsehen.

Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Stellung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot.

Sie wissen es, und ich weiß, was es für eine Verrücktheit ist, auf eine unabhängige Presse anzustoßen.

Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“

Jun 202016
 

Diesen abenteuerlichen ARTIKEL von Dr. med. Mimoun Azizi bei ROLAND TICHY finden Sie HIER !

Und was die deutschen Leser davon halten, lesen Sie nachstehend :


Was Herr Azizi hier an Vorschlägen und Ansichten unterbreitet, wirft ein verheerendes Bild auch auf die vermeintlich gut integrierten gläubigen Muslime in diesem Land. Ich sage bewusst, “die gläubigen Muslime”, da es ja auch jene gibt, die sich von den gesellschaftspolitischen Vorstellungen dieser Religion und ihrem Herrschaftsanspruch längst ins Private verabschiedet haben und den Iman einen guten Mann sein lassen. Andere sind sogar wie Abdel Samad “vom Glauben zum Wissen” konvertiert und haben damit die Aufklärung für sich selbst (nach)vollzogen. Vor allen letzteren gilt mein größter Respekt.
Der Rest der Muslime scheint wirklich, wie Herr Azizi eindrucksvoll dokumentiert, nie in Deutschland angekommen zu sein, fühlt sich nicht in erster Linie als Deutscher (sondern als Muslim und Mitglied der Umma) und macht “Integration” von einer noch weitergehender Islamisierung Deutschlands und dem Braten vieler “kultursensibler” muslimischer Extrawürste abhängig. Fehlt nur noch die kultursensible Rechtsprechung (Sharia). Aber das können ja dann andere immer noch nachfordern, wenn die hier vorgestellten Bedingungen erstmal erfüllt sind.
Nein, Herr Azizi – wir brauchen kein einzige Extrawurst für eine einzige Einwanderungsgruppe, die sich ganz offenbar für etwas Besseres hält, als der Rest der Bevölkerung. Was wir brauchen, sind Menschen, die qualifiziert sind, die fleißig sind und die einen maßgeblichen Beitrag für das Vorankommen dieses Landes leisten können und wollen. Menschen, die für sich selbst Verantwortung übernehmen, statt der deutschen Gesellschaft auf der Tasche zu sitzen. Jeder, der dazu willens und fähig ist, ist in diesem Land willkommen. Der Rest nicht.


Ich halte eine Diskussion über den Sinngehalt der Aussage, der Islam „gehöre“ zu Deutschland, keinesfalls für sinnlos oder überholt. Der Islam ist unverändert keine „Einheimischen-Religion“, er hat, bis auf weniger Konveriten, das Migrations-Milieu nie verlassen. Auch die in Deutschland lebenden Muslime selbst haben zum Land ihrer Wahl – Deutschland – eine durchweg ambivalente Haltung. Obwohl sie keineswegs beabsichtigen, die Migrationsentscheidung rückgängig zu machen, also in ihre Ursprungsländer zurückzukehren, identifizieren sie sich mit Deutschland als „ihrer“ Nation, als ihrem Vaterland, bisher nicht und bewahren separate Identitäten, die fallweise in Verachtung oder Hass auf Deutschland umschlagen. Doppelstaatsangehörigkeiten sind häufig bis scheinbar selbstverständlich. Dabei ist jedoch wichtig darauf hinzusweisen, dass dies im Grund für alle Zuwanderer nach Deutschland gilt, also auch für christliche wie Italiener, Südslawen, Polen oder Russen, letztere sogar,wenn ihren als „Russland-Deutschen“ eine größere ethnische Nähe zu den genuinen Deutschen zugemessen wird. Diese Distanzbewahrung hat also auch mit dem Islam als solches zu tun, aber in ertser Linie damit, dass die Deutschen zu sich selbst, ihrer Nation und Kultur seit 1945 ein sehr gebrochenes, prekäres Verhältnis haben, was auf Zuwanderer wenig einladend wirkt und daher gemieden wird. Wahr aber bleibt auch, wie viele Leser hier bestätigen, dass Muslime sich letztlich nirgendwo integrieren oder gar assimilieren. Dies fürhrt zwar dazu, daß sie ihre Identität auch in der Diaspora bewahren, macht sie aber weltweit in allen Gesellschaftten zu den großen Verlierern. Wo immer sie migrieren, erlangen sie dank ihrer hohen Fertilität rasch eine quantitaive Bedeutung, enden aber – wie früher in Spanien und Ungarn – in der Vertreibung oder wie in Bosnien oder dem modernen Europa, als chancenloses Prekariat. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Da eine Massenbewegung der Muslime zu Konvertierung oder Atheismus unwahrscheinlich ist, halte ich mittelfristig die spanische Lösung – Rücksiedlung nach Arabien usw. für die einzige, die ohne Gewaltanwendung und Kriege ausgehen wird.


Außer daß Herr Azizi die Islamverbände kritisiert ( das tut die AfD übrigens auch! ), fällt im auch nicht mehr ein, als mehr Geld, mehr Unterstützung, mehr Rücksicht, mehr Nachsicht, mehr Betreuung für Muslime etc. zu fordern und das alles wie er es nennt ” kultursensibel “. Dieses Unsinn betreiben wir doch schon seit Jahrzehnten, das Ergebnis kann man täglich beobachten. Wie wäre es, wenn sich die Zugewanderten ” kultursensibel ” gegenüber der Kultur derer verhalten, die schon seit Jahrhunderten hier leben? Was den Islam betrifft, so gibt es natürlich nur DIE islamische Religion, die ausschließlich und wortwörtlich auf dem Koran beruht. Und der ruft sehr wohl zur Gewalt (Töten) gegenüber Nichtmuslimen auf. Die Toleranz, Nächstenliebe und Barmherzigkeit, von der Herr Aziz spricht, bezieht sich doch nur auf die von Muslimen gegenüber anderen Muslimen. Es mag ja sehr löblich sein, daß Herr Aziz von einem allen Menschen gegenüber toleranten und barmherzigen Islam träumt, nur das wird wohl eine Fata Morgana bleiben, da im Koran nicht vorgesehen. Zum Schluß noch eine Bemerkung: In den 1950er Jahren ( die Franzosen wurden aus Indochina vertrieben, wo sie auch nichts zu suchen hatten ) und nach dem ( verbrecherischen ) Vietnamkrieg sind Hunderttausende Vietnamesen nach Frankreich bzw. in die USA geflohen, völlig mittellos und ohne die vielfältigen Hilfen, die heute die muslimischen Zuwanderer erhalten. Probleme haben die ersten nie gemacht, haben hart gearbeitet und waren nach kurzer Zeit bestens integriert und loyale Bürger des jeweiligen Staats. Das muß dann doch wohl an dem Verhalten und dem kulturellen Hintergrund der unterschiedlichen Gruppen liegen.


Sehr geehrter Herr Dr. Azizi – alles, was Sie hier von uns Deutschen verlangen, gibt es hier schon – auch überaus “kultursensibel”, wie Sie das nennen.

Wenn es denn von den Zugezogenen angenommen würde, bestünde sicher auch die Möglichkeit einer Erweiterung – statt der von Ihnen verlangen Parallelschaltung neuer Organisationen zu der bereits vorhandenen sehr guten vom Staat bezahlten Infra- und Ertüchtigungsstruktur.

Und ja, ich unterstütze Sie: verlangen Sie doch bitte von allen Eingewanderten das Lernen der deutschen Sprache als unumgängliche Grundlage, all die vorhandenen Wohltaten des Deutschen Staates dann auch in Anspruch nehmen zu können.

Wir hier können meist sehr gut abstrahieren und auch hinter anderem kulturellen Verhalten zunächst den Hilfe benötigenden Menschen erkennen.
Hingegen erlebe ich zunehmend finster blickende und fordernde Männer eines anderen Kulturkreises, die das ihnen zugebilligte und uns teuer kommende Gastrecht gehörig missbrauchen.

Ich glaube nicht, dass wir hier noch mehr “müssen” als wir eh schon tun. Weder finanziell noch sozial.
Mir geht es darum, dass sich die, die jüngst hierher kamen und auch die, die schon länger da sind, erst einmal so aufgeschlossen uns gegenüber zeigen und auf uns zukommen, dass ein Miteinander ermöglicht wird, statt sich hinter Kopftüchern und ähnlichem weiter zu separieren.

Wie Ihnen und mir klar sein dürfte sind es besonders ein Großteil der Knaben und jüngeren Männer mit muslimischer Sozialisation, die die Bemühungen von Sozialpädagogen, Jugendarbeitern, Lehrern und ehrenamtlichen Unterstützern in der Hausaufgabenbetreuung zunichte machen und boykottieren und andere davon abhalten, Klassenziele zu erreichen.

So bleibt der Blick auf die Sozialisation in der muslimischen Familie selbst, die dann schon oftmals ein unanpassungsfähiges, des deutschen nicht mächtiges, männliches Kind in Kindergarten oder Schule platziert – zum Schaden aller.

Und wir sollen es dann richten müssen? Never ever!


Sehr geehrter Herr Azizi,

erinnern wir uns:

Niemand wurde gezwungen, nach Deutschland (Europa) zu migririeren.
Niemand wird hier festgehalten.
Jeder der der kommt, weiss, worauf er sich einlässt.

Es gibt von daher keine Veranlassung, einen neuen Gesellschaftsvertrag auszuhandeln.
Sicher kann man man in einzelnen Punkten (Bestattung, Altenpflege etc. …) gewisse Anpassungen vornehmen,
aber das war es dann auch. Als Richtschnur kann man sich an den Vereinbarungen mit der hervorragend integrierten alevitischen Community orientieren.

Die Illusionen, welche von der sPD bei Migrantenverbänden geweckt wurden (aus niederen und offensichtlichen Motiven),
werden sich nicht erfüllen. Es wird keine Transformation in den ALTTESTAMENTARISCHEN TRIBALISMUS geben.
Eher stellen AfD, FN & Co. die neuen europäischen Regierungen, das geht schneller, als sich viele vorstellen können.

Wenn unsere Politiker zusammen mit Pfaffen, Rabbinern und Imamen den Kulturkampf gegen die eigene Bevölkerung suchen und den Weg von der AUFGEKLÄRTEN ZIVILGESELSCHAFFT in den ALTTESTAMENTARISCHEN TRIBALISMUS erzwingen wollen, so werden sie scheitern.

Die Front verläuft nicht zwischen Christen, Juden und Muslimen.

Sie verläuft zwischen der freien und aufgeklärten Zivilgesellschaft einerseits und politischen/religiösen Ideologen (Opportunisten) andererseits.


“Der zweite Vorwurf, dass der Islam keine Epoche der Aufklärung durchlaufen habe, ist historisch leicht zu wiederlegen. Im Islam gab es und gibt es den Rationalismus. Hier verweise ich gerne auch auf die Werke des großen Ibn Rushd. Auch im Bereich der Wissenschaft hat die islamische Welt unseren Planeten viel gegeben. Hierzu empfehle ich zum Beispiel die Werke des großen Ibn Sina, um nur einen zu nennen. ”

Das ist absolut falsch, auch wenn es kürzlich ein deutscher Historiker ebenso behauptet hat.

Hier wird der Islam mit Teilen der arabischen Kultur, dem sogenannten Arabismus des Mittelalters verwechselt. Beide haben ganz verschiedene Ursprünge und waren sogar starke Gegensätze: Der Islam hat seinen Ursprung im Koran Mohameds, die parallel dazu verlaufende arabische Wissenschaft geht auf die in der persischen Akademie von Gundischapur gepflegte griechische Philosophie und Naturwissenschaft zurück; sie gründet also nicht im Islam. Dass die Gelehrten dieser Wissenschaftsströmung – unausweichlich – zugleich Muslime waren, macht ihre Wissenschaft nicht islamisch. Der Islam selbst war und ist wissenschaftlich steril.

Dem Islam wird hier eine Bedeutung für Europa untergeschoben, die er auf keinen Fall hat.


Ein ziemlich ärgerlicher Artikel. Zwar stimme ich in der Beurteilung der Verbände überein, ansonsten scheint mir Herr Azizi aber im Wesentlichen ins selbe Horn zu stoßen: Der Islam ist ebenbürtig und großartig und zur Integration brauchen wir enorm viele neue Beratungs-/Betreuungs-/Förderungs- und was weiß ich noch für Stellen. Gebt, gebt, gebt… und vielleicht “integrieren” wir uns dann auch ein bischen: Integration durch haben-wollen, mir hängt es schlicht zum Hals raus.

Davon abgesehen sind schon die Anfangsabsätze ein treffliches Beispiel für die m.E. implizite Unehrlichkeit von Muslimen, wann immer es um Kritik an ihrer Religion geht.

“Der zweite Vorwurf, dass der Islam keine Epoche der Aufklärung durchlaufen habe, ist historisch leicht zu wiederlegen. Im Islam gab es und gibt es den Rationalismus. Hier verweise ich gerne auch auf die Werke des großen Ibn Rushd. ”

Das es etwas Anderes ist, ob die Aufklärung sich auch durchsetzt, wie weitestgehend im Westen oder fast komplett scheitert und das vor >800 Jahren, wie im Islam, sollte auch Herrn Azizi klar sein. Im Dienste seiner Sache tut er aber halt mal so, als sei Beides dasselbe und habe dieselben Effekte auf Gesellschaft und Religion. Noch mal ganz deutlich, nur für Herrn Azizi: Es ist nicht die Frage ob eine Gesellschaft oder Religion “eine Epoche der Aufklärung” durchlaufen hat, sondern was das Ergebnis und die Wirkung dieser Epoche war.

Ebenso im Bereich der Wissenschaft: ” Hierzu empfehle ich zum Beispiel die Werke des großen Ibn Sina, um nur einen zu nennen. ”

Ja, das war es dann auch im Wesentlichen schon. Liegt auch ca. 1000 Jahre zurück Vergleicht man diese Leistung mit dem, was die westliche Welt allein in den letzten 100 Jahren geleistet hat, wird das nahezu komplette und totale Versagen der islamischen Welt auf allen Gebieten überdeutlich.

Herr Azizi begeht damit bereits am Anfang einen massiven Grundlagenfehler: “Mir geht es nicht darum, eine Religion zu verherrlichen, sondern in der Diskussion ein Gleichgewicht herzustellen, im Sinne eines fairen kritischen Dialogs.”

“Fair” bedeutet nicht, völlig Unterschiedliches gleichzusetzen, Herr Azizi. Es gibt das von Ihnen so gewünschte Gleichgewicht nicht.


WIR müssen Jugendarbeit forciere, WIR müssen psychosoziale Unterstützung sicherstellen, WIR müssen kultursensible Frauenberatungsstellen organisieren, wir MÜSSEN spezielle Behindertenberatungsstellen schaffen bis hin zu WIR müssen Friedhöfe schaffen, damit ein 20-jähriger Deutscher türkischer Herkunft seinen Vater nicht in Ostanatolien begraben muss.

Genau DAS ist es, was diese Migrantengruppe von allen anderen unterscheidet. Das unablässige Aufstellen von neuen Forderungen.
Unsere Familie ist multikulturell, ich habe schon jeweils mehrere Jahre in unterschiedlichen Staaten und Kulturen gearbeitet. Stets hatten wir internationale Freunde, auch hier in unserer Heimat. Ob Franzosen, Spanier, Philippinos, Chinesen oder Norweger: alle wissen, dass zuallererst sie als Migranten eine Bringschuld haben (so wie wir selbst diese im Ausland auch hatten!). Eine Gruppe versteht dies nicht. Ist es nur ein werkwürdiger Zufall, dass unsere Familie in all den Jahren nie auch nur den zarten Kontakt zu einer muslimischen Gruppe/ Familie aufnehmen konnten?


Nein, der Islam ist eben NICHT nur Religion. Er ist Religion + Regeln für ein Staatswesen + Regeln für ein persönliches Leben + die Jurisdiktion. Deshalb kollidiert er zwangsläufig mit dem Staatswesen der Länder, in dem Muslime leben. Jedes Land der Welt, in dem Muslime als Minderheit leben, hat Probleme mit dieser Bevölkerungsgruppe mal mehr mal weniger. Sie haben auch außerhalb des Westens gebombt und man kann ja z.B. Indonesien, Philippinen, China oder Thailand nicht unterstellen, dass sie jemals den Nahen Osten in irgendeiner Weise berührt haben. Wir sollten es aufgeben, alles zu relativieren, was mit dem Islam zu tun hat. Sie kommen ja nicht einmal untereinander, innerhalb verschiedener Islamströmungen aus. Sie töten sich gegenseitig, weil sie angeblich nicht den richtigen Glauben vertreten. Keine Religion der Welt ist so, weil die anderen Religionen eben “nur” Religionen sind.


Deutschland das mit seiner Regierung der Außenwelt signalisiert hat, dass der Islam mit seinen “Rechtsverständnis” des Koran und Scharia in Deutschland willkommen also zuhause ist.
Das Signal an die Außenwelt ist von unserer Grün-Sozialistischen Regierung also nicht, dass das Grundgesetz und die Demokratie in Deutschland zuhause ist sondern das “Rechts-Religionsverständnis” des Islam (Koran und Scharia).
Die Deutsche Merkel Regierung stellt also mit Ihrer Aussage “Der Islam gehört zu Deutschland” die Demokratie und das Grundgesetz zur disposition. Und das spüren nicht nur die “Deutschen Bürger” sondern auch insbesonder die “Migranten”. Der Staat gibt seine demoktratischen Positionen und den Schutz der Gesellschaft (Recht, Ordnung und Regeln des Zusammenlebens) Stück für Stück auf.


Der Islam, basierend auf dem Koran, ist eine archaische, versiegelte, politische Ideologie, die auf Unterwerfung der „Kuffar“ ausgerichtet ist, und Sie erzählen hier etwas von „Nächstenliebe“ und „Toleranz“.

Im nächsten Atemzug bescheinigen Sie „dem Islam“ dann seine innere Zertrittenheit und Intoleranz gegenüber eigenen Strömungen.

Haben Sie Ihren Artikel vor Veröffentlichung eigentlich durchgelesen?
Wer soll Ihre durchaus teilweise berechtigten Forderungen bezahlen?
Draghi? Der Weihnachtsmann?

Wie beurteilen Sie Beschneidung, Scharia, Schächtung, Steinigung, Genussehen, Polygamie, und das Frauenbild des Islam und die Kompatibilität dieses “Brauchtums” mit einer Gesellschaft, die für Industrie 4.0 fit gemacht werden soll?

Mit Verlaub, unter „die Realität anerkennen“ verstehe ich etwas anderes, auch wenn Sie sich auf die schon länger hier lebenden „anderen“ 80 Prozent Muslime beziehen, die kein „Moscheevereins-Parteibuch“ besitzen


“Warum gelingt die Integration der hier lebenden Muslime nicht in die deutsche Gesellschaft?”

Oder, um die Frage über unseren überschaubaren Tellerrand hinaus zu fassen, in IRGENDEINE andere Gesellschaft der zivilisierten Welt? Liegt das, lieber Herr Azizi, vielleicht nicht doch eher daran, daß mittelalterlicher Totalitarismus und aufgeklärte Moderne nichts, aber auch gar nichts gemein haben?


In diesem Beitrag ist fälschlicherweise von “Integration” die Rede. Im Text werden dann aber alle möglichen Vorschläge für die Schaffung von Parallelstrukturen propagiert, die “kultursensibel” auf die Muslime eingehen sollen. In der Praxis würde das wohl so aussehen, dass jede öffentliche Einrichtung in Deutschland Muslime einstellen soll, damit diese wiederum speziell auf die Bedürfnisse von Muslimen eingehen können. Zuerst einmal wäre das eine Jobmaschine für Muslime, die leider den Steuerzahler viele Milliarden kosten würde. Und mit Integration in die deutsche Gesellschaft (oder um was geht es hier?) hat das natürlich nicht das geringste zu tun. Im Gegenteil: Hier würde klargemacht, dass Parallelgesellschaften für alle Zeiten zementiert werden. Zurecht wird gesagt, dass Muslime Deutschland zu ihrer Heimat gemacht haben. Das bedeutet aber keinesfalls, dass sie sich integriert haben. Ich habe jahrelang in “Problemvierteln” mit hohem Migrantenanteil gewohnt und kann daher mit Gewissheit sagen: Gerade bei Türken und Albanern sieht sich die große Mehrheit in den “Problemvierteln” nicht als Deutsche, selbst wenn sie in Deutschland geboren wurden und einen deutschen Pass haben. Außerdem ist hier eine große Verachtung für die deutsche Lebensweise weit verbreitet. Das ist wohl das genaue Gegenteil von Integration.


 

Lieber Herr Azizi, schauen Sie sich bitte mal die Integrationsleistung bspw. unserer vietnamesischen Migranten an. Die fordern nicht, sondern sie machen einfach! Deren Arbeitslosenrate tendiert gegen 0 und deren Kinder sind beim Abitur häufiger und erfolgreicher vertreten, als der deutsche Durchschnitt.
Die leben ihre Kultur und Religion ohne mit der dt. Mehrheitsgesellschaft in Konflikt zu kommen. Haben Sie schon mal was vom Dachverband der Vietnamesen in Deutschland gehört? Ich nicht.
Gleiches oder ähnliches könnte ich auch über eine Vielzahl anderer Ethnien sagen. Wundern Sie sich nicht darüber ?

Kann es sein, dass der Islam (sorry schon wieder “der” Islam) einfach einerseits aggressiv ist und anderseits sich stets als Opfer der gerade anzutreffenden gesellschaftlichen Umstände sieht ?

Sie sprechen über Hamed Abdel Samad und sprechen ihm die Kompetenz mehr oder weniger ab. Das finde ich gewagt.
Widerlegen Sie seine Argumente ganz konkret – dann kann das in der Sache diskutiert werden.
Ich glaube kaum, dass es diesem – wie ich glaube – Islamkenner und -Kritiker darum geht in Talkshows zu kommen. Es dürfte keinen Spaß machen, ständig damit leben zu müssen, aufgrund seiner veröffentlichten Ansichten ständig damit rechnen zu müssen, von den Vertretern der friedlichsten Religion ever umgebracht zu werden.
Gleiches gilt übrigens für Sabatina James, die in Pakistan lange auf der Koranschule war und sich aufgrund ihrer Weigerung zur Zwangsheirat mit ihrem Cousin nun in ständiger Lebensgefahr befindet, weil Ihre friedliche und tolerante Religion in eine Fatwa zu Ihrer Ermordung aufgerufen hat.

Das sind einige der Fakten und über diese können und müssen wir diskutieren.
Und zwar ergebnisoffen – und nicht wie von Ihnen (und unserer Kanzlerin) angenommen: “na, nun sind sie halt da” und dann ist das eben so.
Noch schweigt die Mehrheit offiziell – aber das Grummeln wird lauter und wenn es nicht gelingt, diese Diskussion zu führen und zu einem mehrheitlich akzeptierten Ergebnis zu kommen, dann bin sehr pessimistisch zu den Perspektiven des inneren Friedens in diesem Land.


Herrn Azizis Philanthropismus in Ehren. Der stellt aber leider nur seine Separatansichten dar. Solange diese nicht von der Islam-Theokratie, die sich dazu politisch selbst abschaffen müßte, übernommen sind, sollte man sich an das halten, was ist. Und das ist der Islam als eine besondere, nämlich religiös motivierte Ausprägung des alle Freiheit vernichtenden politischen Totalitarismus, den es zu bekämpfen und auszugrenzen gilt, anstatt ihm in Europa und vor allem in Deutschland auch noch Tür und Tor zu öffnen. Hitler, Stalin, Mao und Pol Pot sind genug Totalitarismus für Jahrhunderte. Von diesem fürchterlichen Gebräu brauchen wir nicht auch noch einen weiteren Aufguß durch Finsterlinge, Wissenschaftsphobiker und Zivilisationsverheerer aus dem Orient, die nach eigenem Belieben Land und Vollalimentation nehmen und vor allem Verdruß bereiten.


Und Herrn Tichy möchte ich ( als Frau) fragen, wie er das Folgende einordnet?

Ich habe 7 Jahre in einer Firma gearbeitet, in der Menschen aus Deutschland, England, China, Libyen, Rumänien, Eritrea und Russland gearbeitet haben. Als Teamleiterin habe ich die Arbeit für die Kollegen eingeteilt und auch deren Arbeit wg. Qualitätskontrolle kontrolliert. Das war bei niemandem ein Problem – außer bei den beiden männlichen Kollegen, die Muslime waren. Sie wollten schlicht und ergreifend keine Vorschriften von einer Frau. Beide sprachen ausreichend Deutsch und würden sicherlich nach den bekannten Gesichtspunkten unter “integriert” fallen. Sie fallen auch bestimmt unter friedfertig. Ich glaube nicht, dass die beiden eine terroristische Gefahr für Deutschland darstellten. Nun, ich möchte trotdem solche Migranten hier nicht haben. Und ich denke, dies ist das Problem der meisten Deutschen, die die Bringschuld bei den Migranten sehen und nicht bei sich. Die tagtägliche (schlechte) Erfahrung, die sie mit Muslimen machen. Ob es nun um Kopftuchträgerinnen geht oder um Arroganz und Egoismus sowie Feindseligkeiten gegen andere Religionen, Homosexuelle oder Frauen.


WIR müssen gar nichts! Sondern WIR stellen Forderungen an die, die wir hier in unser Gemeinwesen aufnehmen sollen. Sie haben unser Rechtssystem zu achten, unsere Sprache zu lernen, unsere Kultur zu respektieren und ihre Kinder in unsere Schulen zu schicken. Wer das nicht will, muss gehen.
Wäre dies von Beginn an, schon bei den Arbeitsemigranten der 70er Jahre, konsequent durchgesetzt worden, wir hätten heute viele Probleme nicht und keinen gesellschaftliche Migrationsonflikte, die zuweilen irreversibel erscheinen.
DAS ist das Problem, das jetzt beginnt, die alte Parteienlandschaft, die ein Kartell geworden ist, nachhaltig aufzubrechen.
Die Fleischtopfstrategen der Parteiführungen suchen fieberhaft nach Lösungen, aber sie werden keine finden, die die aktive Beschäftigung mit dem gesellschaftlichen IST vermeiden kann.


Ich finde es unerträglich, dass immer wieder diese verharmlosenden Mythen über den barmherzigen und vor allem toleranten Islam erzählt werden, die wie die Märchen aus 1000 und einer Nacht anmuten. Dann gibt es ihn auf einmal, DEN barmherzigen Islam. Wenn er sich in seinen abscheulichen Facetten zeigt, die übrigens nicht nur auf die Hadithen, sondern auch auf den Koran und den Propheten höchst selbst zurückgehen, dann wird der Islam gern bis zur Unsichtbarkeit in kleinste Grüppchen aufgeteilt, von denen die Hals-, Hand-, und Fußabschneider, Vergewaltiger und Mörder natürlich die sind, die mit dem Islam nichts zu tun haben. Obama läß schön grüßen.
Es sei dem Autor zugestanden, dass es tolerante PHASEN islamischer Herrschaft gegeben hat. In diesen relativ kurzen Phasen gab es sogar ansatzweise Rechtssicherheit für Dhimmis, also untwerworfene Nichtmuslime.
Diese wurden aber immer wieder abgelöst durch brutale Phasen, in denen besonders der Neid auf erfolgreiche Dhimmis dazu führte, dass sie Verfolgung erlitten.
Es sei auch an die expansive Kriegstätigkeit des Islam erinnert, die die der oft muslimischerseits Gewalt der Kreuzzüge in nichts nachstanden, und gegen deren Umfang die Kreuzzüge eher winzig erscheinen.
Der Sklavenhandel versetzte besonders in den zwei großen Epochen seiner Blütezeit Asien, Afrika und besonders Europa in Angst und Schrecken, sodass es heißt, dass sogar Fischer an Englands Südküste Angst vor den oft plötzlich erscheinenden Korasarenschiffen hatten, von denen es für die Gefangenen direkt auf die Sklavenmärkte Nordafrikas ging, wo sie oft schon nach der Kastration starben.
Barmherzigkeit spielte bei diesem Bombengeschäft weniger eine Rolle als das Vorbild Mohammeds, der unter anderem auch vom Sklavenhandel lebte.
Wenn nun Hamed Abdel Samad KONKRET darauf hinweist, wo es im Islam mit den Menschenrechten klemmt, um zu konkreten Lösungen zu kommen, wenn er andererseits überhaupt auf die Gefahren politischer Religionen hinweist und ich konzediere, dass man auch die katholische Kirche auf politische Einflussnahme immer untersuchen muss, dann finde ich es eine blanke Unverschämtheit des Schreibers dieses Artikels, wenn er einen Mann wie Hamed Abdel Samad, der unter Einsatz seines Lebens, das von Mitgliedern dieser Friedensreligion Islam bedroht wird, die Lehrautorität in dieser Barmherzigkeitsfabrik genießen, dafür kämpft, dass diese Religion sich endlich von ihren barbarischen Traditionen löst.
Solange die islamische Welt eigene Menschenrechtserklärungen verfasst, die alle unter Schariavorbehalt stehen, dh im Klartext für Nichtmuslime keine Menschenrechte kennen, solange sollten Nichtmuslime vor dieser Reliogion Angst haben, weil alles andere als Angst vor der Scharia für Nichtmuslime Dummheit ist. The Dhimmi is the Dummy.
Islamophobie ist deshalb für Nichtmuslime ein Zeichen von Intelligenz.

Da dieser Artikel erkennbar einen Keil in dringend nötige Islamdebatte treiben will, muss man ihn als das erkennen, was er ist: Hochintelligenter Djihad.


Wir müssen garnichts!

Oder doch, WIR müssen endlich aufhören, uns von dieser Minderheit auf der Nase herumtanzen zu lassen, WIR müssen aufhören, aus falsch verstandener political correctness Dinge, die schieflaufen nicht anzusprechen, WIR müssen aufhören in devoter Art und Weise vor den Forderungen dieser Minderheit zu kuschen, WIR müssen aufhören, unsere Werte aufzugeben, WIR müssen endlich Fehlentwicklungen, wie Clans, No-Go-Aereas mit harten Maßnahmen und nicht mit polizeilicher Kuscheltaktik bekänpfen, WIR müssen verweigerte Migration, insbesonders bei Kindern und Jugendlichen, wie die Nicht-Teilnahme von Mädchen am Schwimmunterricht oder die Verschleierung von Kleinkindern, kompromisslos sanktionieren, WIR müssen aufhören, unser Volksvermögen zu verschleudern, für eine religiöse Minderheit, die uns verachtet, WIR müssen endlich die Trennung von Religion und Staat konsequent leben.
WIR müssen endlich lernen NEIN! zu sagen. BIS HIERHER UND NICHT EINEN MILLIMETER WEITER!


Seit wann ersetzt Quantität Qualität? Und wenn es 10 Mrd. Muslime auf der Welt gäbe, bleibt der Islam eine Irrlehre – von Anfang an, ich zitiere den Literatur-Nobelpreisträger Winston Churchil:
“Die Tatsache, dass laut der Scharia jede Frau einem Mann als sein absolutes Eigentum gehören muss, sei es als Kind, als Ehefrau oder als Konkubine, verzögert die endgültige Auslöschung der Sklaverei, bis die Religion des Islams keine große Macht unter den Menschen mehr ausübt.
Individuelle Muslime mögen großartige Qualitäten haben – aber der Einfluss der Religion paralysiert die soziale Entwicklung jener, die sie befolgen. Es gibt keine Macht auf Erden, die rückschrittlicher wäre. Dabei liegt der Islam keineswegs im Sterben, sondern er ist ein militanter und missionierender
Glaube. Er hat sich bereits in Zentralafrika ausgebreitet und er bringt bei jedem Schritt furchtlose Krieger hervor; und würden die kräftigen Arme der Wissenschaft das Christentum nicht schüzen, die Wissenschaft, gegen die es einen aussichtslosen Kampf geführt hatte, so könnte die Zivilisation
des modernen Europas fallen, wie bereits die Zivilisation des antiken Roms gefallen ist.” Winston Churchill, ca. 1899. Erschreckend aktuell.

Oder:
Tocqueville über den Islam:
„Ich habe den Koran mit großer Sorgfalt studiert. Ich bin durch das Studium zu der Erkenntnis gelangt, dass es im Großen und Ganzen kaum Religionen auf der Welt gegeben hat, die so tödlich waren wie jene von Mohammed. Soweit ich sehe ist sie der Hauptgrund für die Dekadenz, die heute in der muslimischen Welt so deutlich zu erkennen ist. Und obgleich der Islam weniger absurd ist als der antike Polytheismus, so muss man seine gesellschaftlichen und politischen
Tendenzen meiner Ansicht nach noch mehr fürchten. Und darum halte ich den Islam für eine Rückentwicklung und nicht für einen Fortschritt im Verhältnis zum Heidentum.“


Wir haben derzeit in Deutschland ein Versagen der Vierten Gewalt. Die öffentlichen Medien thematisieren die Macht der Sozialindustrie nicht. Dieser sozial-industrielle Komplex bestehend aus Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und selbsternannten Weltrettungsstiftungen setzt Milliarden um und ist in den Ländern der ersten Welt der am schnellsten wachsende Wirtschaftsbereich.

Die Erfolgsfaktoren sind bekannt: Triebfeder 1 ist der manchesterkapitalistische Druck, so viel Geld wie möglich zu verdienen; Triebfeder 2 das Helfersyndrom, das auch zur Camouflage genutzt wird; Triebfeder 3 ein ausufernder Sozial-Wohlfahrtsstaat, der aus Angst vor Implosion Steuergelder an private Helfer-Organisationen outsourct.

Mimoun Azizi thematisiert ein Grundproblem der Asyl-Industrie. Geld verdienen kann der sozial-industrielle Komplex nur, wenn die Integration so langsam wie irgend möglich abläuft. Die Regierungen, die in der Regel überfordert sind, wollen Lösungen nicht mit Individuen, sondern mit Verbänden. Daher die Bemühungen, die Islamverbände trotz deren „Anmaßung, Versagen und Fremdbestimmung“ in den Komplex zu integrieren.

Die Erwartung der Bio-Deutschen, die Integration so schnelle wie möglich durchzuziehen, ist in den Erfolgsregeln des Komplexes nicht vorgesehen.
Wohl aber Azizis Forderung, den Wohlfahrtsstaat aufzublähen, daher seine ausufernde „Wir-Müssen“-Liste.

WIR müssen das nicht.
Wir erwarten, dass sich die Muslime kultursensibel bei uns integrieren. Dabei müssen wir ihnen helfen. Mehr nicht.


Sehr geehrter Herr Azizi,
ich kann Ihnen in Ihren Ausführungen leider nicht folgen, will sagen: ich sehe die Dinge anders. Z.B. fällt mir zu den folgenden Stellen ein:

„Hier muss man sich aber vergegenwärtigen, dass die jüdische Religion und die islamische Religion mehr Gemeinsamkeiten aufweisen als die jüdische mit der christlichen Religion. In keiner Religion der Welt, außer dem Christentum, werden Jesus und Maria so verehrt, wie im Islam.“

Das halte ich für Blödsinn. Natürlich werden in keiner Religion, außer dem Christentum, Jesus und Mariah so verehrt, wie im Islam. Jesus fand für die Juden sozusagen gar nicht statt, er ist gar nicht Teil Ihrer Religion, warum sollten sie ihn verehren? Spielt Jesus irgendwo im Buddhismus eine Rolle? Im Hinduismus? Im Shintoismus? Warum sollte überhaupt irgendeine Religion ihn verehren? Der Islam baut in seiner Entstehung auf Judentum und Christentum auf, nur deswegen taucht er dort als Prophet auf. Sonst würde auch der Islam ihn nicht „verehren“.

Ihre Ausflüge in das Mittelalter, um einen „aufgeklärten Islam“ zu belegen sind für die heutigen Zustande wohl kaum tauglich. Auch Ihr Hinweis auf die westliche Kolonisation geht m.E. fehl. Er hört sich nur an, als sei da wieder die Opferrolle angestrebt und alles jetzige Unglück „vom Westen“ verschuldet.

Doch nun zu Ihren Forderungen / Ideen:

1. Sprache
Man müsse Ihrer Ansicht nach zunächst die Sprache beherrschen: Da kann ich Ihnen voll und ganz zustimmen. Nicht zustimmen kann ich Ihren Schlussfolgerungen. Dort fordern Sie z.B. mehr Jugendarbeit wie Förderprogramme, Schüleraustausch, Studienreisen u.s.w.

In Anbetracht von inzwischen schon zwei Generationen, die hier aufgewachsen sind und die ausreichende Gelegenheit hatten Deutsch zu lernen, sehe ich kein Versäumnis auf Seiten des Staates in mangelnder Förderung, sondern auf Seiten der Einwanderer in mangelndem Willen.

Ich habe z.B. kürzlich mit verschiedenen Kolumbianern zu tun gehabt, die in der Schule kein Englisch lernen konnten. Diese hatten es sich dann selbst beigebracht, indem sie u.a. u.s.-amerikanisches Fernsehen schauten.
Und hier? Sie leben hier, sie werden hier groß, sie gehen in einen Kindergarten, in die Schule. Sie können deutsches Fernsehen gucken, deutsche Musik hören. Sie bekommen Angebote. Jeder, der wollte, könnte unter diesen Bedingungen Deutsch lernen. Für mich heißt das: SIE WOLLEN NICHT !!!
Nicht WIR als Deutsche müssen ihnen den Hintern, sprich das Lernen, hinterhertragen. Sie müssen sich schon selbst anstrengen.

2. „kultursensible Versorgung“
Sie fordern die „kultursensible Versorgung“ in allen mögliche Bereichen. Sucht, Frauen, Schwangerschaft, Behinderung, Pflege….. Überall sollen Menschen mit entsprechenden kulturellen Hintergrund arbeiten bzw. besondere Angebote bereithalten. Sie sagen, sie würden damit keine Parallelgesellschaften fördern wollen, sondern die Integration.

Meiner Ansicht nach erreicht man so gerade das Gegenteil. Warum sollte sich jemand integrieren, wenn ihm passend für die eigene Kultur alles angeboten wird? Sozusagen von der Wiege bis zur Bahre kann man sich sein Leben dann in „kultursensibler Versorgung“ einrichten. Integration? Wozu denn noch?

Nein, tut mir leid. Der Titel Ihres Beitrages trifft den Inhalt nicht. Sie fragen zwar danach, warum Integration nicht gelinge, sie haben aber keine wirklichen Antworten. Ihre wenigen vorgetragenen Antworten erschöpfen sich darin, den Einwanderern „den Hintern hinterherzutragen“ und kulturelle Rücksichten zu nehmen.
Und BEIDES halte ich für genau falsch.
Integration ist immer zuerst eine Sache des Individuums, eine Sache des einzelnen Einwanderers. Es ist eine Bringschuld dessen, der herkommt und hier leben und an unserer Gesellschaft teilhaben möchte. Dieser muss zuerst einmal zeigen, dass er die Regeln akzeptiert, er muss die Sprache lernen, für sein eigenes Leben sorgen.
Einwanderer, die in der dritten Generation noch immer kein Deutsch können und keine Arbeit haben und von der Gesellschaft leben? Die wollen sich nicht integrieren. Und denen sind wir schon viel zu lange entgegengekommen und haben zu viel Rücksicht genommen.

Ich lehne Ihre Thesen ab !


Auf der einen Seite bin ich für die klaren Worte des Autors dankbar, auf der anderen Seite gehe ich mit seinen Lösungsvorschlägen in keinster Weise konform. Sie setzt eine Prämisse voraus, deren Inhalt zum Kern der aktuellen Diskussionen und Streitigkeiten gehört.

So bin ich der Meinung, dass es eben keine kultursensiblen Beratungsstellen geben sollte, denn sie wären genau der falsche Weg wäre. Wer in dieses Land kommt und als festes Mitglied dieser Gesellschaft leben möchte, der hat für sich eine bewusste Entscheidung getroffen, zumindest muss ich das unterstellen. Diese Entscheidung hat man einem Menschen anzumerken, zum Beispiel durch das Erlernen der Sprache des Landes, in dem er fortan leben möchte, durch eine authentische Identifikation mit der Kultur, von der er fortan ein Teil sein und die er bereichern möchte und durch eine emotionale Verbundenheit zu der Gesellschaft, die ihre eigenen Charakteristika, Schwächen, Stärken und liebenswerten Eigenschaften hat.

Wer das mit sich bringt, braucht keine kultursensible Beratung. Wer eine kultursensible Beratung braucht, der hat bereits an ganz anderer Stelle einen oder mehrere Fehler gemacht. Das ist auch keine Katastrophe, es wird aber in Summe zu einer Katastrophe, wenn wir jedes Prinzip und jedwedes konsequente Handeln unserseits über Bord schmeißen, weil wir mit uns selbst nicht im Reinen und rückgratlos sind. Denn die Konsequenz wäre, doch bitte in das Land zurückzukehren, das man braucht und das einen selbst braucht. Oder, eine andere mögliche Konsequenz, hier zu leben aber nicht mehr so zu tun, als würde man sich integrieren wollen, sondern mit offenen Karten zu spielen.

Aus diesem Grund bin ich auch seit je her gegen die doppelte Staatsbürgerschaft gewesen und bin es nachwievor. Jeder Mensch möge sich entscheiden und jeder Staat möge jedem Menschen diese Entscheidung abverlangen. Dieser Eiertanz, der einem als kosmopolitische Lebensweise oder was auch immer verkauft wird, bringt nichts anderes als eine Entwertung einer Sache mit sich, die bedeutender ist, als die meisten Lautmaler eigentlich wahrhaben wollen. Eine Gesellschaft/Gemeinschaft hat immer, per definitionem, etwas exklusives, etwas ausschließendes. Ohne diese exklusiven Aspekte würde es Phänomene wie Identität, Selbstbestimmung, ein Miteinander-Gefühl usw. gar nicht geben. Exklusivität darf auch nicht zu einem Absolutismus verklärt werden, aber sie stellt eine sinnvolle Hürde dar, mit der zahlreiche Schutz- und Sicherheitsmechanismen verknüpft sind.

Seit etlichen Jahren habe ich den Eindruck, dass Entscheidungen von Leuten getroffen werden, die nicht den leisesten Schimmer von bestimmten Zusammenhängen haben oder vorgeben, diesen nicht zu haben. Und auch in den Medien wird auf Basis einer einseitigen, ideologisch verbrämten Weltsicht berichtet und Meinung gemacht, die nach meinem Dafürhalten an der Realität völlig vorbei geht. Darum schwätzen auch alle wie bescheuert von Integration, dabei ist das vollkommener Humbug! Integration ist meiner Meinung nach ausschließlich und Voraussetzungen möglich, wie ich sie oben erläutert habe. Alles andere hat nichts mit Integration zu tun, sondern mit einer gewissen Duldung von Entwicklungen, wie etwa Parallelgesellschaften, oder mit einem zeitlich befristeten Aufenthalt im Land und bestenfalls sehr klaren und strikten Vorgaben und mit unmissverständlich formulierten Zielen.

Menschen zum Teil unserer Gesellschaft zu erklären ohne auch nur irgendeine nennenswerte Grundlage zu haben (weder ist “wir wollen so weltoffen und gut sein” eine, noch “in deutschland gehts mir so viel besser als im eigenen Land”), ist in seinem Ausmaß an Fahrlässigkeit und Verantwortungslosigkeit kaum mehr zu überbieten.

Wenn Menschen ihre Lebensart, ihr Selbstverständnis und ihre Kultur mitbringen, dann ist das nicht nur durchweg positiv. Es gibt immer Auswüchse immenser Sprengkraft. Das muss man erkennen und entsprechend reagieren, aber dafür müsste man sich ernsthaft mit diesen Dingen befassen und seine einseitigen Betrachtungsweisen ablegen. Es geht eben auch um uns! Auch wir haben jedes Recht, beachtet zu werden, ernstgenommen zu werden, vertreten zu werden in der von uns gewählten Regierung und an gravierenden Entscheidungen, die unser aller Leben verändern, mit einbezogen zu werden. Je länger man das nicht tut, desto schwerwiegender werden die Konsequenzen werden. Meine große Sorge ist, dass wir uns irgendwann in bürgerkriegsähnlichen Zuständen bewegen. Und das ist dann nicht die Schuld der Menschen, die diesen Zustand anzetteln, sondern das ist die logische und einfach zu erkennende Konsequenz des verantwortungslosen Handelns unserer Entscheidungsträger.

Um es abschließend nochmal zu sagen: Der Schlüssel für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Zuwanderung, Immigration, Integration usw. liegt in uns selbst. Wenn wir ins uns selbst möglichst stark und gefestigt sind, dann können wir selbstsicher einen Weg beschreiten, der allen Beteiligten gerecht wird. Wenn wir uns als das präsentieren können, was wir sind und was uns ausmacht, dann kann auch jeder für sich entscheiden, ob er ein Teil unserer Gemeinschaft sein möchte. Und wer es nicht möchte, für den wird es Optionen geben, ohne eine Lüge der Zugehörigkeit leben zu müssen.


Es ist anders. Haben nicht die Attentäter von Paris perfekt französisch gesprochen? Da der Islam gewaltaffin und frauenfeindlich ist, sowie eine besondere Abgrenzung gegenüber Andersgläubigen enthält, ist bei Muslimen auch bei friedlicher Sozialisation die Wahrscheinlichkeit der Bildung von Parallelgesellschaften, des Frauenmissbrauchs und der Gewaltanwendung höher als bei allen anderen Religionen.
Deshalb ist es klar, dass je grösser die Anzahl von Muslimen im Land ist, die Wahrscheinlichkeit obengenannter Probleme grösser ist. Diejenigen die Zuwanderung und Einbürgerung von Muslimen akzeptieren, treten also für einen Art Märtyrerstatus der nichtmuslimischen Bevölkkerung ein. Wer Muslime nicht unter Generalverdacht stellen will, akzeptiert, dass alle Teile der Bevölkerung mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an einem Terroranschlag sterben, dass die Steuerzahler mehr Steuern für die Integrationsunwilligen zahlen. Das finde ich insoweit zynisch, als das die Flüchtlingsfans im schlimmsten Fall für ein fiktives Ziel auch die Flüchtlingsgegner mit ihrem Leben bezahlen lassen. Ähnlich wie die 72 Jungfrauen oder das Wohlwollen ist die Hilfe für Flüchtlinge ein rein Imaterielles, nicht logisch begründbares Ziel. Genauso wenig, ob die 72 Jungfrauen den Selbstmordattentäter erreichen ist unklar ob die Welt dadurch besser wird, dass wir viele Flüchtlinge aufnehmen.
Die Freunde des Islam teilen mit den Anhängern des Islam, dass sie den Irrationalismus hoch schätzen. Denn es sind besonders die Gruppen, die wenig Rationalismus zeigen, der Zuwanderung am meisten aufgeschlossen sind. Da passen die Kirchen, die eigentlich gegen eine islamische Zuwanderung sein müssten am besten hinein.
Ein Mensch, der sich der Vernunft verschrieben hat, kann niemals daran Interesse haben, mit vielen Menschen zusammen zu leben, die sich der Unvernunft und dem Aberglauben verschrieben haben.


Herr Azizi, Ihr Artikel gibt vor, einen Geist zu überwinden, den Sie inhaltlich voll und ganz bestätigen. Sollte es je eine Aufklärung in der islamsichen Welt gegeben haben, finde ich in Ihrem Artikel der Haltung nach nichts davon und im Verhalten sehr vieler Muslime im Alltag schon gar nicht. Wo bitte bleibt die “kultursensible” Integrationsleistung von Muslimen in die westliche Wertegemeinschaft? Wo ist die von Ihnen geforderte Kultursensibilität der deutschen Gesellschaft gegenüber? Fragen Sie sich nie, warum Vietnamesen, Russen, Polen und sonstige hier offenbar ohne größere Probleme klarkommen? Könnte es sein, dass diese Respekt vor ihrem Gastland empfinden und eine Bringschuld sehen?


Sehr geehrter Herr Azizi, ein anderer Blickwinkel. Ich respektiere das. Regt zum ‘noch einmal nachdenken’ an. Habe ich getan… und doch: es gib Dinge, die wieder und wieder aufstoßen: Wir müssen, Wir sollen… noch mehr Hand reichen, mehr tolerieren, mehr akzeptieren, mehr hinnehmen, mehr malochen um noch mehr, als nur schäbige 900Milliaren Euro aufzubringen für einen kultursensiblen Wohlfahrtverband! Allein die Begrifflichkeit ‚kultursensibler Wohlfahrtsverband‘ lässt mich erschaudern und auf Jahrzehnte Arbeit im Schweiße meines Angesichts zurück blicken. Bei aller Liebe, wir sind nicht das Wohlfahrtsamt des Islam und seiner hervorgebrachten, gestörten, gläubigen Opfer, die hier maßlos alles verlangen und sich nehmen. Alles nach dem Motto: und bist du nicht willig, so brauch ich gewalt. Ich bin nicht der Ansicht, mich noch tiefer bücken zu müssen, weil WIR, nach Ihrer Analyse, bisher mit der Integration der Moslems versagt haben. Dieser Schuh passt mir nicht, ich trage an dem Versagen der Islam-‚Kultur‘ und die Monster, die es hervor gebracht hat und noch bringt, keinerlei Schuld. Dieser faschistische Islam lässt keine Integration zu! Vielmehr ist es doch nun so: Ihr müsst, Ihr solltet in den islamgeprägten Ländern und unserem freien Deutschland selbst aufräumen mit Eurem ach so friedlichen Islam, welcher uns hier täglich ‚wohlwollend‘ auf die Füße fällt. Was ist mit den ‘lieben’ Glaubensbrüdern, die auf Billiarden Dollar sitzen wie in Saudi Arabien usw.! Taten müssen folgen! Ja genau, aber von den Moslems selbst. Und von denen, die hier friedlich seit Jahrzehnten leben, auch die ‚friedlichen‘ in zig Parallel-Gesellschaften, die mit riesen Familien-Banden das Land terrorisieren, den Salafisten etc. (sehen Sie auch nach Frankreich, Schweden, USA, überall auf dieser Welt) habe ich noch NIE ein gewichtiges Statement gehört oder gesehen, dass sie sich mit den ‘schon länger hier lebenden Ureinwohnern’ solidarisiert hätten. Doch ich kenne welche, heimlich, hinter vorgehaltener Hand, Pegida-tauglich. Aus Angst vor dem ‘herrlichen’ Islam und seinen Glaubensbrüdern (wie Imad Karim beschrieb in “Ihr, meine Kinder, rettet mein Deutschland”). Und ich kenne welche, die schon länger friedlich hier mit uns leben, aber mich und meine Lebensweise, wie auch die vieler anderer Menschen des Westens, noch immer abgrundtief verachten. Nein die richtige Frage ist: Wollt ihr Moslems friedlich hier mit uns leben? So wie wir sind? Ja oder nein? Die Antwort liegt so offen, wie der Koran das von Allah gegebene Gesetz ist, seit 3000 Jahren! Und daran wird sich nichts ändern, auch in den nächsten 3000 Jahren nicht. Somit kennt der Islam auch meine Antwort auf seine eigene Endgültigkeit.


Die Forderungen, die hier aufgestellt werden und im Zweifel “gut” gemeint sein mögen, laufen in der Tat auf Sonderrechte für bestimmte Gruppen hinaus und fördern die Vertiefung von Parallelgesellschaften, besorgen das Ende der Rechtseinheit und schaffen letztlich eine neofeudalistische Gesellschaft – wie in anderen Kommentaren schon richtig angedeutet wurde. Und dabei geht es nicht nur um scheinbar harmlose Dinge wie Begräbnisse – das wissen wir.

Die Vogel-Strauß-Haltung entscheidender Kräfte unserer Gesellschaft (und womöglich sogar der schweigenden Mehrheit, da bin ich mir nicht sicher) gegenüber der ideologischen Herausforderung, die sich hier stellt, ist vielleicht psychologisch verständlich, läßt sich aber angesichts der laufenden Entwicklungen immer weniger aufrechterhalten. Man mag darin fast schon einen Ausdruck suizidaler Tendenzen unserer Gesellschaft sehen, da doch die meisten Menschen merken müssen, daß hier keine Schönwetterwolken auf uns zuziehen.


“… dass sich ein Großteil der hier lebenden Muslime nach wie vor der Tradition und der Art und Weise, wie sie religiös sozialisiert worden sind, verpflichtet fühlt. Sie geraten dadurch untereinander in Konflikt, aber auch mit der deutschen Gesellschaft. So wird zum Beispiel der Konflikt zwischen Türken und Kurden auch nach Deutschland importiert. Dieser Konflikt ist jedoch nur einer von vielen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft. ”

Nur einer? Na dann, Allah sei Dank!

Die Kanzlerin – ohne Opposition, flankiert von ideologischen Demagogen und Europapolitikern – hat Deutschland innerhalb eines halben Jahres in eben diese innermuslimischen Konflikte verstrickt. Und zwar in alle gleichzeitig.
Deutschland ist jetzt aktiver Nebenschauplatz sunnitisch-schiitischer Konflikte, angefangen von Syrien, über den Irak, bis hin zu Iran und Libanon.
Die Frage, wann es hier islamistische Massenmorde wie in Frankreich, Belgien oder in den islamischen Ländern selbst, gibt, ist nach Ansicht von Experten nur noch eine Frage der Zeit.

Die Bürger des Landes – überwiegend naiv, schuldgeplagt und hilfsbereit – wurden alternativlos in die innenpolitischen und sozialen Probleme Marokkos, Algeriens, Ägyptens und Tunesiens involviert – ohne das eine Lösung in Sicht ist. Jeder Deutsche, jede Deutsche, mit oder ohne Migrationshintergrund, die bestohlen, ausgeraubt, angetanzt, sexuell belästigt werden, weil diese Länder ihre sozialen und kriminellen Problemfälle mit einem Ticket nach Deutschland entsorgt haben, ist nun auch persönlich von diesen Konflikten betroffen. Wird einer der Straftäter gefasst, ist er in kurzer Zeit wieder unterwegs. Die Polizei trifft die geringste Schuld.

Die afghanische Tragödie – ein Resultat jahrhundertealter Clan-Konflikte des Landes, des pakistanisch-indischen Hegemonialstrebens und ein Überbleibsel des kalten Krieges, wirkt nach der Ausgabe von Millionen Reisepässen an ihre Bürger und der Merkel-Einladung nun auch direkt bis nach Deutschland. Der kompromisslose, paschtunisch-afghanische Ehrbegriff fordert nicht nur am Hindukusch Tote und Verletzte, sondern wird in bester Mudschaheddin-Traditon nach einer Akklimatisierungsfrist auch integrationswillige Familienmitglieder und deutsche Wohlstandskinder treffen, weil der Gegenüber ein Nein weder versteht, noch akzeptiert. Im Zweifel gibt es kulturellen Rabatt durch die deutsche Justiz.

Eritrea, Somalia und die demographischen Probleme der Subsahara-Region? Geschenkt.

Der Wandel der Türkei zu einer islamisch verbrämten Diktatur mit hegemonialen Ambitionen, hat gravierende Auswirkungen auf die deutsche Innenpolitik und spaltet Türken nicht nur untereinander sondern vor allem Türken und Deutsche. Dabei sind Kurden und Türken, die sich mit Eisenstangen öffentlich prügeln oder Parlamentarier mit Todesdrohungen nur sichtbare Symptome. Die auch in Zukunft wachsende Zahl türkischstämmiger Mitbürger wird konsequent instrumentalisiert, idoktriniert und nationalistisch aufgehetzt. Integration oder gar Assimilation werden von AKP und DITIB sabotiert. Damit werden die Probleme mit den Parallelgesellschaften eher wachsen, statt geringer werden. Der deutsche Staat? Hilflos, zahnlos, überfordert, agiert europapolitisch motiviert in Selbsthypnose.

Die Dimension der Probleme, die Deutschland in Rekordzeit aufgebürdet wurden, wird vermutlich erst in zehn oder zwanzig Jahren klar werden. In einem historischen Wimpernschlag werden die Probleme von 8 Millionen Türken, 3 Millionen Afghanen, 10 Millionen Syrern/Irakern/staatenlosen Palestinensern, 2 Millionen nordafrikanischen Arabern und 5 Millionen afrikanischen Migranten, die dann hier leben, aber immer noch engstens mit den Konflikten in ihren Heimatländern familiär verwoben sind, und das Abtreten der deutschen Babyboomer-Generation von der Weltbühne zusammenfallen.

Ramadan 1996 – Eine Randnotiz in der Presse.
Ramadan 2016 – Die Auswirkungen in Deutschland waren bereits stark spürbar.
Ramadan 2036: Deutschland wird ein anderes Land sein – nicht nur weil das öffentliche Leben stark beeinträchtigt werden wird, wie in muslimischen Ländern.
Das Land wird viel schwächer sein, nicht nur wirtschaftlich. Es wird innerlich tief gespalten sein. Nationalistischer, tief verunsichert, radikalisiert. Erschöpft nach einer weiteren Währungsreform, die zwangsläufig kommen wird, wie der wirtschaftliche Absturz nachdem die Welt jährliche Exportüberschüsse von über 250 Milliarden nicht mehr aufnehmen kann und will.
Das Land wird konfrontiert sein mit einer zahlenmäßig stark angeschwollenen Unterschicht aus Drittweltländern, die eisern ihre Identität und Kultur mittels religiösem Deckmantel verteidigt, aber gleichzeitig die Teilhabe am verbliebenen Reichtum der Mittelschicht einfordern wird. “Allah hat mir viele Kinder geschenkt, er wird mir auch die Mittel dafür schenken!”

Die Generation des Wirtschaftswunders und der Einheit wird frustriert und desillusioniert abtreten. Allerdings nicht ohne dass sich die gegenseitigen Lager in dem Prozess des Abschieds von Beruf, Macht und Einfluss bis zuletzt immer stärker gegenseitig zerfleischen. Wie aktuell in den USA, die uns nur einige Jahre voraus sind.
Ramadan 2036: Europa national dividiert, Deutschland verstrickt in all die zahllosen Konflikten innerhalb der muslimischen Welt, die nach dem Ende des Ölreichtums durch eine katastrophale Entwicklung gehen wird.

Wir sind auf dem Weg.